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Zukunftsszenarien des Stadtverkehrs und deren Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur

Conradi, Christian (2017):
Zukunftsszenarien des Stadtverkehrs und deren Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur.
TU Darmstadt, [Master Thesis]

Abstract

Klimawandel, Energiewende, schrumpfende Ressourcen, demografische Veränderungen – all dies sind Beispiele für Herausforderungen, denen die Gesellschaft im Allgemeinen, aber ebenso spezifische Ressorts wie der Verkehrsbereich in den kommenden Jahren entgegentreten müssen. Vielfältige Veränderungen werden erforderlich sein, um auch mittel- bis langfristig einen reibungslosen, effizienten und umweltschonenden Verkehrsablauf zu ermöglichen. Neben organisatorischen und betrieblichen Maßnahmen spielen Eingriffe in die Infrastruktur hierbei eine wichtige Rolle. Infrastrukturseitige Anpassungen sind jedoch oftmals mit hohen finanziellen Kosten verbunden, weshalb potentielle Maßnahmen gut überlegt sein müssen. Hierzu muss jedoch bekannt sein, wie sich die Zukunft in etwa darstellen und welche besagten Anforderungen diese mit sich bringen wird. Viele der gegenwärtigen und kommenden Herausforderungen können allerdings hinsichtlich ihrer künftigen Ausprägungen nur schwer eingeschätzt werden, da häufig unterschiedliche Entwicklungspfade denkbar sind. Hinzu kommt, dass bei größeren Infrastrukturmaßnahmen lange Planungszeiträume vorgeschaltet sind, was die Einschätzung verschiedener Entwicklungen noch schwieriger gestaltet. Um der beschriebenen Situation Herr zu werden, verständigt man sich zunehmend auf den Einsatz von Szenarien, da man mit jenen in der Lage ist, verschiedene alternative Entwicklungen zu berücksichtigen. In dieser Masterthesis wird der Begriff des Szenarios daher ebenfalls ein zentrales inhaltliches Element darstellen. Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen verschiedener Trends, Entwicklungen und Szenarien auf die städtische Verkehrsinfrastruktur aufzuzeigen und mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse Empfehlungen, welche sich als möglichst robust gegenüber künftiger Veränderungen erweisen, für die weitere Gestaltung dieser Infrastrukturen auszusprechen. Im Allgemeinen versteht man unter einem Szenario eine mögliche Situation in der Zukunft, die von ihrer Entwicklung her plausibel und begründbar sein muss. Zu einem Szenario zählt jedoch nicht nur der zukünftige Endzustand, sondern ebenso der Weg dorthin, sprich die Verkettung verschiedener Einzelereignisse und Einflussfaktoren, die diesen Zustand herbeiführen. Da allerdings nicht nur ein Weg in die Zukunft vorstellbar und plausibel ist, führt dies unweigerlich zu verschiedenen alternativen Wegen und Zukunftsbildern. Zu diesem Zweck ist es zunächst erforderlich, die wesentlichen Entwicklungstrends, welche die Zukunft des Verkehrs allgemein, und im Speziellen die des Stadtverkehrs, maßgeblich beeinflussen, zu identifizieren. Diese Trends können ihren Ursprung sowohl im Verkehrsbereich selbst als auch in anderen Fachdisziplinen haben. Wichtige Zusammenhänge sind in diesem Kontext ebenfalls von Relevanz. Im Rahmen dieser Arbeit wurden hinsichtlich der fachfremden Trends die Themen demografischer Wandel, wirtschaftliche Entwicklung, Ressourcenverknappung, Klimawandel, Luftschadstoffe, politische Einflussnahme sowie technische Entwicklungen näher untersucht. Interessant waren hierbei vor allem die Auswirkungen der jeweiligen Trends auf den Verkehrsbereich, z.B. im Hinblick auf Verkehrsangebot, -nachfrage und Infrastruktur, sowie auf andere allgemeine Trends. Für den Verkehrsbereich selbst konnten vier übergeordnete Treiber der Entwicklung, welche auch als sog. „Megatrends“ bezeichnet werden, identifiziert werden: Automatisierung, Vernetzung, Elektrifizierung und multimodale Mobilität. Diese Megatrends, welche sich jeweils aus verschiedenen untergeordneten Trends zusammensetzen, wurden ebenfalls in Bezug auf ihre Eigenschaften, Entwicklungsmöglichkeiten und Auswirkungen analysiert. Es hat sich jedoch gezeigt, wie sich die Trends auf verschiedene Kommunen auswirken, hängt nicht nur von den Trends selbst, sondern ebenso von den allgemeinen Entwicklungspotentialen der jeweiligen Städte und Gemeinden, welche übergeordnet als Räumen zusammengefasst werden können, ab. Daher war eine Betrachtung und Klassifizierung dieser unterschiedlichen Räume erforderlich. Letztendlich wurde sich an dieser Stelle für eine Unterteilung in wachsende und schrumpfende Räume entschieden, anstatt der nach der Raumordnung klassischen Differenzierung nach Lage und Besiedelung. Dies sorgt zwar für insgesamt heterogene Siedlungsstrukturen innerhalb eines Raumes, dafür aber sind die allgemeinen Entwicklungstendenzen gleichmäßiger. Hierdurch können die Rahmenbedingungen für die verkehrliche Entwicklung besser dargestellt werden. Wann ein Raum bzw. eine Kommune als wachsend oder schrumpfend gilt, hängt im Wesentlichen von wirtschaftlichen und demografischen Kenngrößen ab. Beispiele hierfür sind Bevölkerungswachstum, Einkommensentwicklung oder Entwicklung der Siedlungsdichte, welche allesamt einen Einfluss auf u.a. die Verkehrsnachfrage besitzen. Mit Hilfe der verschiedenen Trends, der Raumpotentiale und einer Berücksichtigung bereits bestehender Szenarien aus unterschiedlichen Forschungsarbeiten konnten anschließend zwei eigene Szenarien erstellt werden. Diese sollten einen möglichst großen Gegensatz bilden, um Auswirkungen besser sichtbar zu machen. Das erste Szenario beschreibt dabei eine insgesamt positive, fortschrittliche und dynamische Entwicklung, das zweite Szenario hingegen ist geprägt von Stagnation und wirtschaftlichem Abschwung. Die Betrachtung der Szenarien konnte einige wichtige Erkenntnisse liefern: So scheint es z.B., dass Multimodalität in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Im ersten Szenario war der Treiber dieser Entwicklung ein gestiegenes Umweltbewusstsein und Zeit-/ Kostenersparnisse. Im zweiten Szenario ist als Grund vor allem der Kostenfaktor zu nennen. Zumindest aber erscheint multimodales Verkehrsverhalten in der Zukunft wichtiger zu werden. Auch der Radverkehr erwies sich in diesem Zusammenhang als sehr zukunftsfähig. Bei neuen Technologien wie Elektrifizierung oder Automatisierung wird die Entwicklung hingegen stark davon abhängen, wie sich die technischen Komponenten und auch die Einstellung der Nutzer diesbezüglich entwickeln. Durch die Szenariobetrachtung, die Analyse der jeweiligen Auswirkungen und den zuvor gesammelten Erkenntnissen konnten verschiedene Handlungsempfehlungen für die beiden Raumtypen ausgesprochen werden. Maßnahmen hinsichtlich der kommunalen Verkehrsinfrastruktur wurden hierfür genauer untersucht und in ihrer Integrationsfähigkeit bewertet. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass wachsende Kommunen den Fokus ihrer Planungen vor allem darauf legen sollten, die bestehenden Strukturen effizienter zu gestalten. Für die straßenseitige Infrastruktur bedeutet dies im Wesentlichen den Einsatz effizienzsteigernder Maßnahmen wie dynamischen LSA, den Einsatz intelligenter Verkehrssysteme, grüner Wellen oder Parkleitsystemen. Hierzu bedarf es jedoch stärkerer Vernetzung und einer Vielzahl an Sensorik. Der Neubau von Straßeninfrastrukturen sollte Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen untergeordnet sein. Bezüglich dem bereits erwähnten Radverkehr sind Wegenetze entsprechend zu erweitern und zu sanieren. Überörtliche Verbindungen sollen ermöglicht und eine bessere Integration des Verkehrsmittels in den Straßenverkehr vorgenommen werden. Hierzu sind beispielsweise zusätzliche Fahrbahnmarkierungen, LSA-Schaltungen und Beschilderungen vorzusehen. Mit Hilfe von Bike+Ride- aber auch Park+Ride-Flächen können bessere Umstiege zum ÖV und damit ein multimodaleres Verhalten ermöglicht werden. Auch der Einsatz von Carsharing oder Fahrradverleihsystemen kann eine sinnvolle Ergänzung sein. Während wachsende Kommunen zukünftig mit Überlastungen rechnen müssen, wird sich in vielen schrumpfenden Kommunen ein Sinken des Verkehrsaufkommens einstellen. Daher sollte dort möglichst kein Neubau von straßenseitiger Infrastruktur vorgenommen werden. Allerdings sollte das bestehende Straßennetz erhalten und – wenn nötig – saniert werden, um weitere Abwanderungen zu vermeiden. Nicht mehr benötigte Flächen können jedoch umgestaltet und einer anderen Nutzung zugeführt werden. Größere Infrastruktureingriffe sollten nur bei starken Überlastungserscheinungen oder hohen Schadstoffemissionen durchgeführt werden. Um die Ergebnisse zu veranschaulichen und darüber hinaus einen besseren Realitätsbezug herzustellen, wurde zum Abschluss eine Beispielkommune, die Stadt Darmstadt, betrachtet. Das Fallbeispiel sollte dabei helfen, die bisherigen Ergebnisse zu bestätigen, und die angestrebten Handlungsempfehlungen zu präzisieren und möglicherweise auch zu erweitern. Das Praxisbeispiel zeigte, dass es im Hinblick auf zukünftige kommunale Herausforderungen allerdings nicht nur ausreicht, einzelne Maßnahmen zu treffen; diese müssen darüber hinaus auch in einem zukunftsfähigen und integrierten Gesamtkonzept verankert sein, damit sich eine Kommune nachhaltig entwickeln kann.

Item Type: Master Thesis
Erschienen: 2017
Creators: Conradi, Christian
Title: Zukunftsszenarien des Stadtverkehrs und deren Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur
Language: German
Abstract:

Klimawandel, Energiewende, schrumpfende Ressourcen, demografische Veränderungen – all dies sind Beispiele für Herausforderungen, denen die Gesellschaft im Allgemeinen, aber ebenso spezifische Ressorts wie der Verkehrsbereich in den kommenden Jahren entgegentreten müssen. Vielfältige Veränderungen werden erforderlich sein, um auch mittel- bis langfristig einen reibungslosen, effizienten und umweltschonenden Verkehrsablauf zu ermöglichen. Neben organisatorischen und betrieblichen Maßnahmen spielen Eingriffe in die Infrastruktur hierbei eine wichtige Rolle. Infrastrukturseitige Anpassungen sind jedoch oftmals mit hohen finanziellen Kosten verbunden, weshalb potentielle Maßnahmen gut überlegt sein müssen. Hierzu muss jedoch bekannt sein, wie sich die Zukunft in etwa darstellen und welche besagten Anforderungen diese mit sich bringen wird. Viele der gegenwärtigen und kommenden Herausforderungen können allerdings hinsichtlich ihrer künftigen Ausprägungen nur schwer eingeschätzt werden, da häufig unterschiedliche Entwicklungspfade denkbar sind. Hinzu kommt, dass bei größeren Infrastrukturmaßnahmen lange Planungszeiträume vorgeschaltet sind, was die Einschätzung verschiedener Entwicklungen noch schwieriger gestaltet. Um der beschriebenen Situation Herr zu werden, verständigt man sich zunehmend auf den Einsatz von Szenarien, da man mit jenen in der Lage ist, verschiedene alternative Entwicklungen zu berücksichtigen. In dieser Masterthesis wird der Begriff des Szenarios daher ebenfalls ein zentrales inhaltliches Element darstellen. Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen verschiedener Trends, Entwicklungen und Szenarien auf die städtische Verkehrsinfrastruktur aufzuzeigen und mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse Empfehlungen, welche sich als möglichst robust gegenüber künftiger Veränderungen erweisen, für die weitere Gestaltung dieser Infrastrukturen auszusprechen. Im Allgemeinen versteht man unter einem Szenario eine mögliche Situation in der Zukunft, die von ihrer Entwicklung her plausibel und begründbar sein muss. Zu einem Szenario zählt jedoch nicht nur der zukünftige Endzustand, sondern ebenso der Weg dorthin, sprich die Verkettung verschiedener Einzelereignisse und Einflussfaktoren, die diesen Zustand herbeiführen. Da allerdings nicht nur ein Weg in die Zukunft vorstellbar und plausibel ist, führt dies unweigerlich zu verschiedenen alternativen Wegen und Zukunftsbildern. Zu diesem Zweck ist es zunächst erforderlich, die wesentlichen Entwicklungstrends, welche die Zukunft des Verkehrs allgemein, und im Speziellen die des Stadtverkehrs, maßgeblich beeinflussen, zu identifizieren. Diese Trends können ihren Ursprung sowohl im Verkehrsbereich selbst als auch in anderen Fachdisziplinen haben. Wichtige Zusammenhänge sind in diesem Kontext ebenfalls von Relevanz. Im Rahmen dieser Arbeit wurden hinsichtlich der fachfremden Trends die Themen demografischer Wandel, wirtschaftliche Entwicklung, Ressourcenverknappung, Klimawandel, Luftschadstoffe, politische Einflussnahme sowie technische Entwicklungen näher untersucht. Interessant waren hierbei vor allem die Auswirkungen der jeweiligen Trends auf den Verkehrsbereich, z.B. im Hinblick auf Verkehrsangebot, -nachfrage und Infrastruktur, sowie auf andere allgemeine Trends. Für den Verkehrsbereich selbst konnten vier übergeordnete Treiber der Entwicklung, welche auch als sog. „Megatrends“ bezeichnet werden, identifiziert werden: Automatisierung, Vernetzung, Elektrifizierung und multimodale Mobilität. Diese Megatrends, welche sich jeweils aus verschiedenen untergeordneten Trends zusammensetzen, wurden ebenfalls in Bezug auf ihre Eigenschaften, Entwicklungsmöglichkeiten und Auswirkungen analysiert. Es hat sich jedoch gezeigt, wie sich die Trends auf verschiedene Kommunen auswirken, hängt nicht nur von den Trends selbst, sondern ebenso von den allgemeinen Entwicklungspotentialen der jeweiligen Städte und Gemeinden, welche übergeordnet als Räumen zusammengefasst werden können, ab. Daher war eine Betrachtung und Klassifizierung dieser unterschiedlichen Räume erforderlich. Letztendlich wurde sich an dieser Stelle für eine Unterteilung in wachsende und schrumpfende Räume entschieden, anstatt der nach der Raumordnung klassischen Differenzierung nach Lage und Besiedelung. Dies sorgt zwar für insgesamt heterogene Siedlungsstrukturen innerhalb eines Raumes, dafür aber sind die allgemeinen Entwicklungstendenzen gleichmäßiger. Hierdurch können die Rahmenbedingungen für die verkehrliche Entwicklung besser dargestellt werden. Wann ein Raum bzw. eine Kommune als wachsend oder schrumpfend gilt, hängt im Wesentlichen von wirtschaftlichen und demografischen Kenngrößen ab. Beispiele hierfür sind Bevölkerungswachstum, Einkommensentwicklung oder Entwicklung der Siedlungsdichte, welche allesamt einen Einfluss auf u.a. die Verkehrsnachfrage besitzen. Mit Hilfe der verschiedenen Trends, der Raumpotentiale und einer Berücksichtigung bereits bestehender Szenarien aus unterschiedlichen Forschungsarbeiten konnten anschließend zwei eigene Szenarien erstellt werden. Diese sollten einen möglichst großen Gegensatz bilden, um Auswirkungen besser sichtbar zu machen. Das erste Szenario beschreibt dabei eine insgesamt positive, fortschrittliche und dynamische Entwicklung, das zweite Szenario hingegen ist geprägt von Stagnation und wirtschaftlichem Abschwung. Die Betrachtung der Szenarien konnte einige wichtige Erkenntnisse liefern: So scheint es z.B., dass Multimodalität in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen wird. Im ersten Szenario war der Treiber dieser Entwicklung ein gestiegenes Umweltbewusstsein und Zeit-/ Kostenersparnisse. Im zweiten Szenario ist als Grund vor allem der Kostenfaktor zu nennen. Zumindest aber erscheint multimodales Verkehrsverhalten in der Zukunft wichtiger zu werden. Auch der Radverkehr erwies sich in diesem Zusammenhang als sehr zukunftsfähig. Bei neuen Technologien wie Elektrifizierung oder Automatisierung wird die Entwicklung hingegen stark davon abhängen, wie sich die technischen Komponenten und auch die Einstellung der Nutzer diesbezüglich entwickeln. Durch die Szenariobetrachtung, die Analyse der jeweiligen Auswirkungen und den zuvor gesammelten Erkenntnissen konnten verschiedene Handlungsempfehlungen für die beiden Raumtypen ausgesprochen werden. Maßnahmen hinsichtlich der kommunalen Verkehrsinfrastruktur wurden hierfür genauer untersucht und in ihrer Integrationsfähigkeit bewertet. Als Ergebnis kann festgehalten werden, dass wachsende Kommunen den Fokus ihrer Planungen vor allem darauf legen sollten, die bestehenden Strukturen effizienter zu gestalten. Für die straßenseitige Infrastruktur bedeutet dies im Wesentlichen den Einsatz effizienzsteigernder Maßnahmen wie dynamischen LSA, den Einsatz intelligenter Verkehrssysteme, grüner Wellen oder Parkleitsystemen. Hierzu bedarf es jedoch stärkerer Vernetzung und einer Vielzahl an Sensorik. Der Neubau von Straßeninfrastrukturen sollte Erhaltungs- und Sanierungsmaßnahmen untergeordnet sein. Bezüglich dem bereits erwähnten Radverkehr sind Wegenetze entsprechend zu erweitern und zu sanieren. Überörtliche Verbindungen sollen ermöglicht und eine bessere Integration des Verkehrsmittels in den Straßenverkehr vorgenommen werden. Hierzu sind beispielsweise zusätzliche Fahrbahnmarkierungen, LSA-Schaltungen und Beschilderungen vorzusehen. Mit Hilfe von Bike+Ride- aber auch Park+Ride-Flächen können bessere Umstiege zum ÖV und damit ein multimodaleres Verhalten ermöglicht werden. Auch der Einsatz von Carsharing oder Fahrradverleihsystemen kann eine sinnvolle Ergänzung sein. Während wachsende Kommunen zukünftig mit Überlastungen rechnen müssen, wird sich in vielen schrumpfenden Kommunen ein Sinken des Verkehrsaufkommens einstellen. Daher sollte dort möglichst kein Neubau von straßenseitiger Infrastruktur vorgenommen werden. Allerdings sollte das bestehende Straßennetz erhalten und – wenn nötig – saniert werden, um weitere Abwanderungen zu vermeiden. Nicht mehr benötigte Flächen können jedoch umgestaltet und einer anderen Nutzung zugeführt werden. Größere Infrastruktureingriffe sollten nur bei starken Überlastungserscheinungen oder hohen Schadstoffemissionen durchgeführt werden. Um die Ergebnisse zu veranschaulichen und darüber hinaus einen besseren Realitätsbezug herzustellen, wurde zum Abschluss eine Beispielkommune, die Stadt Darmstadt, betrachtet. Das Fallbeispiel sollte dabei helfen, die bisherigen Ergebnisse zu bestätigen, und die angestrebten Handlungsempfehlungen zu präzisieren und möglicherweise auch zu erweitern. Das Praxisbeispiel zeigte, dass es im Hinblick auf zukünftige kommunale Herausforderungen allerdings nicht nur ausreicht, einzelne Maßnahmen zu treffen; diese müssen darüber hinaus auch in einem zukunftsfähigen und integrierten Gesamtkonzept verankert sein, damit sich eine Kommune nachhaltig entwickeln kann.

Divisions: 13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences
13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences > Institutes of Transportation
13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences > Institutes of Transportation > Institute for Transport Planning and Traffic Engineering
Date Deposited: 26 Jan 2018 21:33
Official URL: https://www.verkehr.tu-darmstadt.de/media/verkehr/fgvv/beruf...
Referees: Boltze, Prof. Dr. Manfred and Gillich, M. Sc. Kim
Refereed / Verteidigung / mdl. Prüfung: 2017
Alternative Abstract:
Alternative abstract Language
Climate change, changing energy policies, scarcity of resources, demographic changes - all of these issues are examples of challenges the society, in general, but also specific departments, like the traffic sector, have to face within the few next years. Multiple changes will be necessary to allow a smooth, efficient, and environmentally friendly traffic flow in the medium- to long-term perspective. Besides organizational and operational measures, interventions in the infrastructure play an important role. However, customizations of the infrastructure are often connected to high financial costs, therefore potential measures have to be well considered. Specifically, it must be known how the future will look like and which requirements come with this future. Many of the present and coming challenges cannot be assessed easily with regard to their future characteristics since different developmental paths are often conceivable. Moreover, in the case of bigger infrastructure measures, long planning periods are necessary, which makes the evaluation of various developments even more difficult. To handle the described situation scenarios are used increasingly to consider different and alternative developments. Therefore, the concept of scenarios will be a key element in this master thesis. The purpose of this paper is to show the impact of the various trends, developments, and scenarios on the urban transport infrastructure. In addition, robust recommendations against future changes are given to further shape this infrastructure with the help of the gained knowledge. In general, a scenario is a possible situation in the future whose progress must be plausible and justifiable. Not only the future final state belongs to a scenario, but also the way to get there, specifically the chain of different events and factors that cause this condition. However, not only one way to the future is conceivable and plausible, which inevitably leads to different alternative ways and visions. Therefore, it is necessary to identify the main trends that affect the future of transport in general and the urban transport in particular. These trends can have their origin in the transport sector itself, as well as in other disciplines. Important relations in this context are also of relevance. As part of this work the subjects of demographic changes, economic development, scarcity of resources, climate change, air pollution, political influence, and technological developments were examined in more detail in terms of their general trends. The impact of the respective trends on the transport sector were particularly interesting, e.g. with regard to transport offer, transport demand, infrastructure, and other general trends. For the transport sector itself, four progress drivers were identified, which are described as so-called “Megatrends” relating to automation, networking, electrification, and multimodal mobility. These megatrends, each of which is composed of different sub-trends, were analyzed in terms of their properties, development opportunities, and impacts. However, it has been shown that the influence of the trends on different municipalities not only depends on the trends itself, but also on the general developmental potential of the municipalities, which can be aggregated as regions. Therefore, a consideration and classification of different regions was required. In the end, it was decided for a subdivision into growing and shrinking regions, rather than the classical differentiation according to location and population in spatial-planning. Although this provides heterogeneous settlement structures within a region, the developmental tendencies are more stable. As a result, the framework for transport development can be better illustrated. Essentially, it depends on economic and demographic characteristics in regard of a region or municipality as growing or shrinking. Examples for this are the population growth, income development, and progression of settlement density, all of which have, for instance, an impact on the transport demand. With the help of the different trends, the potentials of the regions, and a consideration of existing scenarios from various researches, two own scenarios could be created. These were in huge contrast to each other to visualize the effects clearly. The first scenario describes a positive, progressive, and dynamic development, the second, is characterized by stagnation and economic downturn. The analysis of the scenarios could provide some important knowledge: It seems, for example, that multi-modality will gain of importance in the future. In the first scenario, the driver of this development was an increased environmental awareness and time/cost savings. In the second scenario, the main reason was the cost factor. Nevertheless, multi-modal transport appears to become more important in the future. In addition, cycling proved as very sustainable in this context. With respect to new technologies, like electrification or automation, the development will, however, depend strongly on the advancement of technical components and the attitude of the users. Due to the consideration of the scenarios, the analysis of the respective impacts, and the previously gathered knowledge, different action recommendations for both of the region types could be expressed. In this context, measures with regard to the municipal traffic infrastructure were assessed in more detail and evaluated by their integration capacity. Consequently, it can be said, that growing municipalities should put their planning focus on making existing structures more efficient. For the roadside infrastructure this entails the use of efficiency-enhancing measures, such as dynamic traffic lights, the installation of intelligent transport systems, phased traffic lights, or a parking guidance system. However, this requires strong networking and a large number of sensors. New construction of road infrastructure should be subordinated to maintenance and rehabilitation measures. Regarding the aforementioned cycling, route networks should be expanded and rehabilitated. Regional connections and a better integration of transport into road traffic should be made possible. For this, additional road marking, traffic light phases, and signage are earmarked, for example. With the help of Bike & Ride or Park & Ride facilities better changes to public transport and thus a more multimodal behavior can be enabled. The use of car sharing or bike rental systems can also be a sensible addition. While growing municipalities must expect overloads in the future, many shrinking ones have to adapt to a decline in traffic volume. Therefore, no construction of roadside infrastructure should be carried out there. However, the existing road network should be maintained and – if necessary – rehabilitated to avoid further migration. Nevertheless, surfaces, which are no longer in use, can be transformed and brought to another type of usage. Larger infrastructure interventions should only be executed during major congestion problems or high emissions. In order to illustrate the results and to get a better reference to reality, an exemplary municipality, the city of Darmstadt, was considered in conclusion. The case study helped to confirm the results so far, to specify the desired action recommendations, and to possibly expand these. The case study has shown that it is not only sufficient to take single measures with regard to coming municipal challenges; these measures must also be included in a future-oriented and integrated overall concept, so that a municipality can develop sustainably.English
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