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Bewertung von Maßnahmen zur gezielten Förderung des Fußverkehrs

Dai, Jianchang (2017):
Bewertung von Maßnahmen zur gezielten Förderung des Fußverkehrs.
TU Darmstadt, [Master Thesis]

Abstract

Der Fußverkehr gilt als die flexibelste, natürlichste und umweltfreundlichste Fortbewegungsart und hat eine wichtige Bedeutung für Menschen jeglichen Alters, insbesondere für Kinder und Jugendliche bis zu ihrer eigenständigen Mobilität sowie für ältere Menschen, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes kein Auto (mehr) fahren können. Der Fußverkehr als Basismobilität spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Verkehrsentwicklung auf EU- und auf internationaler Ebene. Bei der Bundesregierung ist die Verkehrsverlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den Umweltverbund eine der zentralen Aufgaben der nachhaltigen Verkehrspolitik. Durch ein steigendes Verkehrsaufkommen, insbesondere des MIV, werden einerseits die Umwelt und menschliche Gesundheit stärker belastet und anderseits hat sich der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege reduziert. Ferner steigt das Alter der Bevölkerung in Deutschland aufgrund des demographischen Wandels. Ausgehend von dieser Situation werden mittels umfangreicher Literaturrecherche die Grundlagen zur Förderung des Fußverkehrs untersucht. Dabei sind Zielsetzungen, Maßnahmen sowie Indikatoren zur Messung der Zielerreichung auf unterschiedlichen politischen Ebenen auszuarbeiten und eine Diskussion durchzuführen. Es lässt sich feststellen, dass in globaler Hinsicht der Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit sowie die nachhaltiger Verkehrsentwicklung eine wesentliche Bedeutung haben. Der Fußverkehr wird kaum thematisiert. Die EU verfolgt ebenfalls die global festgelegten Ziele und legt weiterhin Grenzwerte für fahrzeugbedingte Luftschadstoffe und Lärmbelastung sowie Richtlinien zur Förderung der Weiterentwicklung nachhaltiger Verkehrssysteme fest. Der Schwerpunkt wird auf den ÖPNV und den Radverkehr gelegt. Die Bundesregierung verfolgt die Zielsetzung der EU genauso so wie die globalen Ziele, wobei der Schwerpunkt auf den Transportsystemen und der Förderung des Radverkehrs gelegt wird. Auf Landesebene wird der Fußverkehr unter der Bezeichnung „Umweltverbund“ mit dem Radverkehr und ÖPNV zusammengefasst. Auf kommunaler Ebene wird ein wesentlicher Beitrag zur Förderung des Fußverkehrs geleistet. Um möglichst umfangreiche Maßnahmen zur Erstellung eines Maßnahmenkatalogs zu sammeln, werden eine Reihe von Verkehrsentwicklungs-, Klimaschutz- und Mobilitätskonzepten auf der kommunalen Ebene untersucht. Zur Ergänzung dazu werden weiterhin bereits durchgeführte Projekten berücksichtigt. Alle bisher gesammelten Maßnahmen werden anschließend unter folgenden Kategorien zusammengefasst: • Bauliche Maßnahmen • Betriebliche Maßnahmen • Kooperative Maßnahmen

Zunächst werden Maßnahmenbündel gebildet, um eine effektive Wirkung der Maßnahmen zu erreichen. Danach wird als Zwischenergebnis aus den kombinierten Maßnahmen mit Darstellung der Zielsetzungen und Indikatoren ein Maßnahmenkatalog erstellt. Weiterhin sind die Anforderungen und Erwartungen an Fußverkehrsanlagen in den Richtlinien, DIN-Normen, Vorschriften, Merkblättern sowie in Empfehlungen der FGSV zu untersuchen. Wichtige Elemente von Fußverkehrsanlagen sind die Beleuchtung, ÖPNV-Haltestellen, Fußgängerüberwege und -wegweisungen, Geh- und Radwege, Knotenpunkte, Kreisverkehre, Lichtsignalanlagen, das Stadtmobiliar, Straßenräume sowie Flächen für das Parken/Halten/Laden. Dabei ist festzustellen, dass die Barrierefreiheit eine wesentliche Bedeutung hat, diese aber rechtlich noch nicht konkretisiert ist. Schließlich werden die gesammelten Anforderungen und Erwartungen nach folgenden Nutzergruppen kategorisiert: • Erwerbstätige • Ausbildung • Mobilitätseingeschränkte • Versorgungs- und Freizeitwege Die Maßnahmen werden unter Verwendung des folgenden Schemas den jeweiligen Nutzergruppen bewertet: ++ die Maßnahme hat einen starken positiven Einfluss auf die Anforderungen und Erwartungen (hohe Zielerreichung) + die Maßnahme hat einen mittleren positiven Einfluss auf die Anforderungen und Erwartungen (mittlere Zielerreichung) 0 die Maßnahme hat einen schwachen positiven Einfluss auf die Anforderungen und Erwartungen (niedrige Zielerreichung) Um die zukünftige Infrastruktur den Bedürfnissen der Nutzer anzupassen sowie Mängel des bestehenden Fußwegenetzes zu identifizieren, wird ein Fragebogen erstellt, welcher aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil umfasst allgemeine Angaben der befragten Person, dazu zählen die PLZ, das Geschlecht, die Altersgruppe und der Erwerbstatus. Weiterhin ist die alternative Verkehrsmittelwahl, die Fußwegentfernung zur nächsten ÖPNV-Haltestelle, die Weghäufigkeit sowie die durchschnittliche zu Fuß zurückgelegte Strecke an jedem Tag zu erfragen. Der zweite Teil umfasst die wesentlichen Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs unter Berücksichtigung der Anforderungen und Erwartungen. Die befragte Person soll zum Schluss einige Mängel am bestehenden Fußwegenetze benennen. Die Befragung wurde zwischen dem 06.02.17 und 10.02.17 jeweils von 9:00 bis 16:00 Uhr in der Mensa der TU-Darmstadt in der Stadtmitte an insgesamt 185 Studierenden durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 72 % der befragten Personen täglich zu Fuß gehen, unabhängig ihres Wohnortes und der Verfügbarkeit eines Pkws. Der Anteil der Fußwegentfernung bis zur nächsten ÖPNV-Haltestelle von weniger als 5 Minuten liegt bei 74 %. Häufig wird eine Strecke zwischen 500 m und zwei Kilometer zurückgelegt und die befragten Personen sind unter der Woche aktiver als am Wochenende. Die Befragung nach der Priorität der Maßnahmen zur Steigerung des Fußverkehrs liefert folgende Ergebnisse: + Ausbau Überquerungsmöglichkeiten - Autofreier Sonntag + Breite Gehwege - Bordsteinabsenkung + Einschränkung des Gehwegparkens - Tempo20-Zone + Fußgängerfreundliche Lichtsignalsteuerung - Walking-Bus zum Kindergarten + Getrennte Führung der Fuß- und Radwege + Gute Beleuchtung +: Maßnahmen mit hoher Priorität + Stadt der kurzen Wege - : Maßnahmen mit niedriger Priorität

Am bestehenden Fußwegenetz liegen Mängel in folgenden Bereichen vor:

• Baustellen • Beleuchtung • Beschilderung • Geh- und Radwege • Fußgängerüberwege • Lichtsignalanlage • Müll • Öffentlicher Raum • ÖPNV-Haltestellen • Parken • Sicherheit

Den oben genannten Mängeln werden Maßnahmen zugeordnet und die neu identifizierten Maßnahmen werden unter Berücksichtigung der Anforderungen und Erwartungen aus den rechtlichen Grundlagen sowie aus dem Fragebogen in den Maßnahmenkatalog integriert bzw. ergänzt.

Um die Wirkung der einzelnen Maßnahmen abzuschätzen, wird ein strukturiertes, teilformalisiertes Bewertungsverfahren verwendet. Dazu werden die in Tabelle 9 (siehe S.78) dargestellten Oberziele und deren Unterkriterien unter Zuordnung einer Gewichtung verwendet. Ferner sind folgende Prioritätsstufen zu jedem Oberziel vorgesehen: • Hohe Priorität (Erfüllungsgrad ≥ 70 %) • Mittlere Priorität (Erfüllungsgrad 40 bis < 70 %) • Niedrige Priorität (Erfüllungsgrad 20 bis < 40 %) • Keine Priorität (Erfüllungsgrad < 20 %) Die Bewertung zeigt, dass folgende Maßnahmen unter Berücksichtigung der Oberziele und Kriterien insgesamt einen hohen Erfüllungsgrad haben: • Abschaffen des Gehwegparkens bei Gehwegbreiten unter 1,50 m, in Tempo 30-Zonen und in Wohngebieten • Ausbau sicherer Fußgängerüberwege mit Zebrastreifen und der kürzesten Wege sowie Markierung der Haltelinie und Halteverbot • Einsatz von Bäumen/Pflanzen/Poller/Markierung zur Verhinderung des unerlaubten Parkens • Schaffen bzw. Ausweitung von Fußgängerzonen • Schaffen bzw. Ausweitung von verkehrsberuhigten Straßen • Schaffen bzw. Ausweitung von Spielstraßen • Ausbau der Umweltzonen mit Zuflussdosierung an den Einfahrten der Stadt • Ausbau großer Verkehrsinseln mit Zebrastreifen • Barrierefreie Gestaltung des Stadtmobiliars unter Berücksichtigung der Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Menschen • Einführung Aktionstag (z.B. Autofreier Sonntag) • Gestaltung eines Stadtplans mit Wanderwegen mit Angaben von Gehminuten Schulwegplan mit sicherer Gestaltung des Schulumfeldes • Wochenmarkt Ferner sind die Maßnahmen nach folgenden Kategorie zu bewerten (siehe Anhang 23): • Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit • Maßnahmen zur Förderung der Umwelt/menschliche Gesundheit • Wirtschaftliche Maßnahmen • Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität Letztlich werden Mängel aus der Literaturrecherche und aus den Ergebnissen der Befragung als Handlungsfelder zusammengefasst und Empfehlungen dazu gegeben (siehe Anhang 24). Um die Bedürfnisse des Fußverkehrs möglichst vollständig abzudecken, ist eine Durchführung der Befragung bei allen Altersgruppen erforderlich. Es besteht noch Forschungsbedarf im Bereich der Verkehrssicherheit, insbesondere die Problematik der Fußgänger, die durch ihr Smartphone abgelenkt werden, gilt es zu behandeln. Es sind Maßnahmen zur Stabilisierung bzw. zur Unterstützung des Fußverkehrs in Winter zu entwickeln.

Item Type: Master Thesis
Erschienen: 2017
Creators: Dai, Jianchang
Title: Bewertung von Maßnahmen zur gezielten Förderung des Fußverkehrs
Language: German
Abstract:

Der Fußverkehr gilt als die flexibelste, natürlichste und umweltfreundlichste Fortbewegungsart und hat eine wichtige Bedeutung für Menschen jeglichen Alters, insbesondere für Kinder und Jugendliche bis zu ihrer eigenständigen Mobilität sowie für ältere Menschen, die aufgrund ihres gesundheitlichen Zustandes kein Auto (mehr) fahren können. Der Fußverkehr als Basismobilität spielt eine wichtige Rolle für die nachhaltige Verkehrsentwicklung auf EU- und auf internationaler Ebene. Bei der Bundesregierung ist die Verkehrsverlagerung des motorisierten Individualverkehrs auf den Umweltverbund eine der zentralen Aufgaben der nachhaltigen Verkehrspolitik. Durch ein steigendes Verkehrsaufkommen, insbesondere des MIV, werden einerseits die Umwelt und menschliche Gesundheit stärker belastet und anderseits hat sich der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege reduziert. Ferner steigt das Alter der Bevölkerung in Deutschland aufgrund des demographischen Wandels. Ausgehend von dieser Situation werden mittels umfangreicher Literaturrecherche die Grundlagen zur Förderung des Fußverkehrs untersucht. Dabei sind Zielsetzungen, Maßnahmen sowie Indikatoren zur Messung der Zielerreichung auf unterschiedlichen politischen Ebenen auszuarbeiten und eine Diskussion durchzuführen. Es lässt sich feststellen, dass in globaler Hinsicht der Schutz der Umwelt und der menschlichen Gesundheit sowie die nachhaltiger Verkehrsentwicklung eine wesentliche Bedeutung haben. Der Fußverkehr wird kaum thematisiert. Die EU verfolgt ebenfalls die global festgelegten Ziele und legt weiterhin Grenzwerte für fahrzeugbedingte Luftschadstoffe und Lärmbelastung sowie Richtlinien zur Förderung der Weiterentwicklung nachhaltiger Verkehrssysteme fest. Der Schwerpunkt wird auf den ÖPNV und den Radverkehr gelegt. Die Bundesregierung verfolgt die Zielsetzung der EU genauso so wie die globalen Ziele, wobei der Schwerpunkt auf den Transportsystemen und der Förderung des Radverkehrs gelegt wird. Auf Landesebene wird der Fußverkehr unter der Bezeichnung „Umweltverbund“ mit dem Radverkehr und ÖPNV zusammengefasst. Auf kommunaler Ebene wird ein wesentlicher Beitrag zur Förderung des Fußverkehrs geleistet. Um möglichst umfangreiche Maßnahmen zur Erstellung eines Maßnahmenkatalogs zu sammeln, werden eine Reihe von Verkehrsentwicklungs-, Klimaschutz- und Mobilitätskonzepten auf der kommunalen Ebene untersucht. Zur Ergänzung dazu werden weiterhin bereits durchgeführte Projekten berücksichtigt. Alle bisher gesammelten Maßnahmen werden anschließend unter folgenden Kategorien zusammengefasst: • Bauliche Maßnahmen • Betriebliche Maßnahmen • Kooperative Maßnahmen

Zunächst werden Maßnahmenbündel gebildet, um eine effektive Wirkung der Maßnahmen zu erreichen. Danach wird als Zwischenergebnis aus den kombinierten Maßnahmen mit Darstellung der Zielsetzungen und Indikatoren ein Maßnahmenkatalog erstellt. Weiterhin sind die Anforderungen und Erwartungen an Fußverkehrsanlagen in den Richtlinien, DIN-Normen, Vorschriften, Merkblättern sowie in Empfehlungen der FGSV zu untersuchen. Wichtige Elemente von Fußverkehrsanlagen sind die Beleuchtung, ÖPNV-Haltestellen, Fußgängerüberwege und -wegweisungen, Geh- und Radwege, Knotenpunkte, Kreisverkehre, Lichtsignalanlagen, das Stadtmobiliar, Straßenräume sowie Flächen für das Parken/Halten/Laden. Dabei ist festzustellen, dass die Barrierefreiheit eine wesentliche Bedeutung hat, diese aber rechtlich noch nicht konkretisiert ist. Schließlich werden die gesammelten Anforderungen und Erwartungen nach folgenden Nutzergruppen kategorisiert: • Erwerbstätige • Ausbildung • Mobilitätseingeschränkte • Versorgungs- und Freizeitwege Die Maßnahmen werden unter Verwendung des folgenden Schemas den jeweiligen Nutzergruppen bewertet: ++ die Maßnahme hat einen starken positiven Einfluss auf die Anforderungen und Erwartungen (hohe Zielerreichung) + die Maßnahme hat einen mittleren positiven Einfluss auf die Anforderungen und Erwartungen (mittlere Zielerreichung) 0 die Maßnahme hat einen schwachen positiven Einfluss auf die Anforderungen und Erwartungen (niedrige Zielerreichung) Um die zukünftige Infrastruktur den Bedürfnissen der Nutzer anzupassen sowie Mängel des bestehenden Fußwegenetzes zu identifizieren, wird ein Fragebogen erstellt, welcher aus zwei Teilen besteht. Der erste Teil umfasst allgemeine Angaben der befragten Person, dazu zählen die PLZ, das Geschlecht, die Altersgruppe und der Erwerbstatus. Weiterhin ist die alternative Verkehrsmittelwahl, die Fußwegentfernung zur nächsten ÖPNV-Haltestelle, die Weghäufigkeit sowie die durchschnittliche zu Fuß zurückgelegte Strecke an jedem Tag zu erfragen. Der zweite Teil umfasst die wesentlichen Maßnahmen zur Förderung des Fußverkehrs unter Berücksichtigung der Anforderungen und Erwartungen. Die befragte Person soll zum Schluss einige Mängel am bestehenden Fußwegenetze benennen. Die Befragung wurde zwischen dem 06.02.17 und 10.02.17 jeweils von 9:00 bis 16:00 Uhr in der Mensa der TU-Darmstadt in der Stadtmitte an insgesamt 185 Studierenden durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass 72 % der befragten Personen täglich zu Fuß gehen, unabhängig ihres Wohnortes und der Verfügbarkeit eines Pkws. Der Anteil der Fußwegentfernung bis zur nächsten ÖPNV-Haltestelle von weniger als 5 Minuten liegt bei 74 %. Häufig wird eine Strecke zwischen 500 m und zwei Kilometer zurückgelegt und die befragten Personen sind unter der Woche aktiver als am Wochenende. Die Befragung nach der Priorität der Maßnahmen zur Steigerung des Fußverkehrs liefert folgende Ergebnisse: + Ausbau Überquerungsmöglichkeiten - Autofreier Sonntag + Breite Gehwege - Bordsteinabsenkung + Einschränkung des Gehwegparkens - Tempo20-Zone + Fußgängerfreundliche Lichtsignalsteuerung - Walking-Bus zum Kindergarten + Getrennte Führung der Fuß- und Radwege + Gute Beleuchtung +: Maßnahmen mit hoher Priorität + Stadt der kurzen Wege - : Maßnahmen mit niedriger Priorität

Am bestehenden Fußwegenetz liegen Mängel in folgenden Bereichen vor:

• Baustellen • Beleuchtung • Beschilderung • Geh- und Radwege • Fußgängerüberwege • Lichtsignalanlage • Müll • Öffentlicher Raum • ÖPNV-Haltestellen • Parken • Sicherheit

Den oben genannten Mängeln werden Maßnahmen zugeordnet und die neu identifizierten Maßnahmen werden unter Berücksichtigung der Anforderungen und Erwartungen aus den rechtlichen Grundlagen sowie aus dem Fragebogen in den Maßnahmenkatalog integriert bzw. ergänzt.

Um die Wirkung der einzelnen Maßnahmen abzuschätzen, wird ein strukturiertes, teilformalisiertes Bewertungsverfahren verwendet. Dazu werden die in Tabelle 9 (siehe S.78) dargestellten Oberziele und deren Unterkriterien unter Zuordnung einer Gewichtung verwendet. Ferner sind folgende Prioritätsstufen zu jedem Oberziel vorgesehen: • Hohe Priorität (Erfüllungsgrad ≥ 70 %) • Mittlere Priorität (Erfüllungsgrad 40 bis < 70 %) • Niedrige Priorität (Erfüllungsgrad 20 bis < 40 %) • Keine Priorität (Erfüllungsgrad < 20 %) Die Bewertung zeigt, dass folgende Maßnahmen unter Berücksichtigung der Oberziele und Kriterien insgesamt einen hohen Erfüllungsgrad haben: • Abschaffen des Gehwegparkens bei Gehwegbreiten unter 1,50 m, in Tempo 30-Zonen und in Wohngebieten • Ausbau sicherer Fußgängerüberwege mit Zebrastreifen und der kürzesten Wege sowie Markierung der Haltelinie und Halteverbot • Einsatz von Bäumen/Pflanzen/Poller/Markierung zur Verhinderung des unerlaubten Parkens • Schaffen bzw. Ausweitung von Fußgängerzonen • Schaffen bzw. Ausweitung von verkehrsberuhigten Straßen • Schaffen bzw. Ausweitung von Spielstraßen • Ausbau der Umweltzonen mit Zuflussdosierung an den Einfahrten der Stadt • Ausbau großer Verkehrsinseln mit Zebrastreifen • Barrierefreie Gestaltung des Stadtmobiliars unter Berücksichtigung der Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Menschen • Einführung Aktionstag (z.B. Autofreier Sonntag) • Gestaltung eines Stadtplans mit Wanderwegen mit Angaben von Gehminuten Schulwegplan mit sicherer Gestaltung des Schulumfeldes • Wochenmarkt Ferner sind die Maßnahmen nach folgenden Kategorie zu bewerten (siehe Anhang 23): • Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit • Maßnahmen zur Förderung der Umwelt/menschliche Gesundheit • Wirtschaftliche Maßnahmen • Maßnahmen zur Erhöhung der Attraktivität Letztlich werden Mängel aus der Literaturrecherche und aus den Ergebnissen der Befragung als Handlungsfelder zusammengefasst und Empfehlungen dazu gegeben (siehe Anhang 24). Um die Bedürfnisse des Fußverkehrs möglichst vollständig abzudecken, ist eine Durchführung der Befragung bei allen Altersgruppen erforderlich. Es besteht noch Forschungsbedarf im Bereich der Verkehrssicherheit, insbesondere die Problematik der Fußgänger, die durch ihr Smartphone abgelenkt werden, gilt es zu behandeln. Es sind Maßnahmen zur Stabilisierung bzw. zur Unterstützung des Fußverkehrs in Winter zu entwickeln.

Divisions: 13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences
13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences > Institutes of Transportation
13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences > Institutes of Transportation > Institute for Transport Planning and Traffic Engineering
Date Deposited: 26 Jan 2018 12:15
Official URL: https://www.verkehr.tu-darmstadt.de/media/verkehr/fgvv/beruf...
Referees: Boltze, Prof. Dr. Manfred and Gillich, M. Sc. Kim
Refereed / Verteidigung / mdl. Prüfung: 2017
Alternative Abstract:
Alternative abstract Language
The pedestrian traffic is considered one of the most flexible, natural and environmentally friendly way of transport. It is important for people of all ages, especially for children and teenagers having no individual car mobility, as well as for elder people who cannot drive cars due to their health issues. Pedestrian traffic, as a basic type of mobility, is playing a more important role in the context of sustainable development in the EU and global ranges. According to the German government, one of the central tasks of sustainable transport policies is to promote the transition of traffic habits of motorized individual transport (MIV in German) into more environmentally compatible ways. As the traffic volume of MIV increases whilst the usage of pedestrian traffic decreases, the environment and human health are being more heavily burdened. Furthermore, demographic change (especially population ageing) also raises higher demands on the improvement of pedestrian traffic systems. The basic principles for the promotion of pedestrian traffic are investigated in these situations through extensive literature research. Objectives, measures and indicators to assess the realization of related goals are to be developed on different political levels and to be discussed. It can be concluded that the protection of environment and human health as well as achieving the sustainable transport development are of great importance in the global context. However, the pedestrian traffic is less frequently selected as a central topic in various research areas. Currently the EU pursues the goal of the global approach and sets limits for vehicle-related air pollution, noise pollution as well as guidelines for the promotion of the development of sustainable transport systems, where the focus is mostly upon public transport and cycling. The German government pursues the goals of the EU as well as in the global range, also focusing on transport systems and cycling. At the state level, the conception of pedestrian traffic is mostly bundled with cycling and public transport conceptions, whilst at the commune level, a significant contribution should be concretized for the corresponding promotion. In order to collect effective measures for the preparation of a catalogue, a number of cases about transport development, climate protection and mobility concepts are investigated at the commune level. In addition, projects which have already been carried out are taken into account. All collected measures are then grouped under the following categories: • Constructional measures • Operational measures • Cooperative measures After these, the combination of the measures are designed with proposed effectiveness. Intermediate results with combination of the objectives and indicators are synthesized to conclude the result in each measure category. In addition, the requirements and expectations of the pedestrian traffic system are examined under the guidelines, DIN standards, regulations, leaflets as well as recommendations of the FGSV. Important components of the pedestrian traffic system are the lighting systems, public transport stops, pedestrian crossings and directions, walking and cycling paths, junctions, roundabouts, light signaling systems, street furniture, parking/holding/loads etc. (It should be noted that accessibility of these elements is essential, but not yet juridically concretized.) Finally, the collected requirements and expectations can be categorized as follows with respect to different interest groups: • Employed • Education • Mobility restricted • Care and leisure paths The measures are assessed by the user groups with respect to the requirements and expectations using the following scheme: ++ The measure has a strong, positive influence on the requirements and expectations (high target achievement) + The measure has a medium strong, positive influence on the requirements and expectations (average target) 0 The measure has a weak, little positive influence on the requirements and expectations (low target) In order to adapt the future infrastructure to meet the needs of the users and to identify deficiencies of existing footpath networks, a survey is prepared with a questionnaire composed with two parts. The first part includes a general statement of the respondent, including the postcode, gender, age group and occupational status. Further queried is the choice of alternative transport, the distance to the nearest public transport stop, the frequency of travel and the weekly distance covered on foot. The second part includes concerned essential measures to promote pedestrian traffic, taking into account the requirements and expectations. In the end, a survey was designed, through which the surveyed people are asked to enumerate deficiencies of the existing footpath network. This survey was carried out from 02/06/2017 to 02/10/2017 between 9:00am to 4:00pm in the canteen of TU Darmstadt city center campus, among 185 students. The results of the survey show that 72 % of the people walk every day, regardless of their location and car availability. The portion of whom living at the distance to the nearest public transport station of less than 5 minutes on foot is 74 %. Moreover, the majority of these people walk for 500 to 2000 meters per day. Also, people are more actively walking in the weekdays than in the weekends. The survey also reports the following priority of the measures: + Extension of pedestrian crossings - Car free Sunday + Wide walkways - Board stone lowering + Restriction of walkway parking - Tempo-20-zone + Pedestrian friendly light signal control - Walking bus to the kindergarten + Separate guided walks and cycle paths + Good lighting +: measures with high priority + City of short distances - : measures with low priority There are also deficiencies in the existing footpath network reported in the following areas: • roadworks • lighting • signpost • footpath and bike path • pedestrian crossings • light signaling system • waste • Public room • public transport stops • parking • safe Measures mentioned above are assigned to target these deficiencies. Newly identified measures are also integrated or supplemented, where requirements and expectations on the juridical bases or from the catalogue in the questionnaire are taken into account. To assess the effectiveness of each measure, a structured, partly formalized assessment method is applied. The main objectives and criteria shown in Table 9 (see p.78) where the corresponding weight coefficients are integrated as well. The following priority levels are also provided for each overall objective: • High priority (Degree of fulfillment ≥ 70 %) • Medium priority (Degree of fulfillment 40 to < 70 %) • Low priority (Degree of fulfillment 20 to < 40 %) • No priority (Degree of fulfillment < 20 %) The assessment shows that the following measure has a high degree of fulfillment, with respect to the overall objectives and criteria: • Abolish the walkway parking at walkways under 1.50 m and in tempo-30 zones and in the residential areas • Development of safe pedestrian crossings with zebras and shortest paths as well as marking of the halter line and prohibition of holding • Use of trees / plants / bollards / marking to prevent unauthorized parking • Create or extend pedestrian zones • Creation or expansion of traffic-calmed roads • Creation or expansion of the play streets • Expansion of environmental zone with ramp metering at the entrances of the city • Expansion of large traffic islands with zebras • Barrier-free design of the city furniture, taking into account the needs of mobility-impaired people • Introduction Action Day (e.g. car free Sunday) • Design of a city map with hiking trails with walking minutes • School plan with a secure design of the school environment • Weekly market The measures in the following categories are also evaluated (see Annex 23): • Measures to increase safety • Measures to promote the environment / human health • Economic measures • Measures to increase attractiveness Ultimately, deficiencies comprised by the literary research and results of the survey are summarized together, which form the fields of action. Recommendations for various actions are also given (in Annex 24). There are a plenty of potential research areas in the future. For example, in order to discover the requirements of pedestrian traffic more completely, surveys among all age groups are also important. Researches on traffic safety, especially the safety issues of the pedestrian who are distracted by smartphones, are meaningful as well. Furthermore, measures for stabilizing and supporting the footpaths in winter are to be developed, too.English
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