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Änderung von Produktionsverfahren im Baugewerbe – Motivation und verkehrliche Auswirkungen

Krause, Mark-Simon :
Änderung von Produktionsverfahren im Baugewerbe – Motivation und verkehrliche Auswirkungen.
TU Darmstadt
[Diplom- oder Magisterarbeit], (2012)

Kurzbeschreibung (Abstract)

In der heutigen Zeit kommt der Logistik eine wachsende Bedeutung zu. So kann zum Beispiel die Logistik im Bereich des Baugewerbes einen wesentlichen Einfluss auf den Bauablauf und die benötigte Bauzeit eines Bauvorhabens ausüben. Bauen bedeutet nichts anderes als Transport. Im Vergleich zur „Stationären Industrie“ müssen nicht nur die Materialien an den Produktionsort transportiert werden, sondern auch die Maschinen und das Personal. Ohne diese Baustellentransporte lässt sich kein Bauwerk realisieren. Die Bandbreite der zu transportierenden Materialien und Güter ist dabei sehr groß. Zahlen einer aktuellen Studie Wirtschaftsverkehr Rhein-Main 2030 der IVM GmbH über das Güterverkehrsaufkommen im Rhein-Main Gebiet zeigen, dass etwa 41 % auf Transporte des Baugewerbes bzw. der Baustoffindustrie entfallen. Dem Baustellenverkehr kommt damit eine größere Bedeutung zu, als gemeinhin angenommen. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick geben, wie Verkehr bzw. die vorherrschende Verkehrssituation innerhalb der Abwicklung von Bauaktivitäten Berücksichtigung findet. Zu diesem Zweck soll herausgearbeitet werden, welche Einflussmöglichkeiten auf den Verkehr bestehen bzw. an welcher Stelle der Verkehr Einfluss auf das unmittelbare Baugeschehen oder dessen Planung nimmt. Im Zuge dessen wird unter anderem dargelegt, dass die Belange des Bauens sehr detailliert gesetzlich geregelt sind, es fehlen aber solche Regelungen für Fragen des Verkehrs, die mit Bauvorgängen zu tun haben. Das heißt, es müssen keine Genehmigungen eingeholt werden, die den Transport von Baustoffen zu einer Baustelle oder den Abtransport von Materialien betreffen. Neben dem Bereich der Planung wird im Rahmen der Arbeit die Objektplanung (nach HOAI) näher betrachtet. Zu den betrachteten Bereichen zählen neben der Planung, der Genehmigung mit dem Augenmerk auf die allgemeine Baugenehmigung auch die Punkte Ausschreibung und Vergabe. Unter Bezugnahme auf die rechtlichen und verkehrlichen Rahmenbedingungen wird auch ein Blick auf die Umsetzung bzw. den Ausführungsprozess geworfen. In der Arbeit wird dargelegt, dass sehr viel auf die Initiative des Bauherrn und seiner Ausführungsorgane zurückzuführen ist, das heißt wie diese das Transportproblem lösen. Natürlich haben alle die gesetzlichen Vorschriften für den Straßenverkehr wie z. B. die StVO einzuhalten. Weiter ist festzustellen, dass Behörden und Organe immer erst dann auf den Plan treten, wenn Störungen aufgetreten sind oder – seltener – zu erwarten sind. Dies geschieht häufig aufgrund von Beschwerden, denn das Bewusstsein für Umweltbelange hat sich inzwischen sehr gewandelt. Die Bürger sind in den letzten Jahren in zunehmendem Maße für die Störungen durch Baustellen wie Lärm, Staub, Erschütterungen, Vibrationen, Verkehr sensibilisiert worden. Baustellen bzw. der Baustellenverkehr führen insbesondere bei umfangreicheren Baumaßnahmen und Großbaustellen in innerstädtischen Bereichen oder bei beengten Platzverhältnissen zu „scheinbar“ unvermeidbaren und unlösbaren Verkehrsproblemen. Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde gibt es drei Phasen in der Abwicklung des Bauablaufs, welche Auswirkungen auf den Verkehr haben können. Dabei stellen die Phasen unterschiedliche Anforderungen an die Ver- und Entsorgung der Baustelle. In der Arbeit werden auch einige ausgewählte Praxisbeispiele einer genaueren Betrachtung unterzogen. Sie werden daraufhin analysiert, ob verkehrliche Aspekte zu einer Anpassung von Bauprozessen geführt haben und ob Einfluss auf verkehrliche Rahmenbedingungen genommen wurde. Es konnte dabei unter anderem gezeigt werden, dass Baulogistikkonzepte die negativen Auswirkungen des Baustellenverkehrs erheblich mindern können. Wollte man Störungen in Zukunft von vornherein klein halten, so wäre denkbar, den Verkehrsaspekt zum Gegenstand des Genehmigungsverfahrens zu machen. Als Grundlage sollte überlegt werden, ab welcher Größe eines Bauvorhabens neue gesetzliche Vorgaben in das Verfahren einer Baugenehmigung aufgenommen werden müssten. Ergänzend lässt sich zur der Thematik, die im Rahmen dieser Arbeit betrachtet wird, sagen, dass es sich um ein Schnittstellenthema handelt. Es betrifft den Bereich des Verkehrswesens, des Baubetriebes sowie den juristischen Bereich in Form der aktuell gültigen Gesetze und Richtlinien. Die Ergebnisse und zusammengetragenen Informationen können deshalb nur einen Überblick darstellen. Neben der allgemeinen Literaturrecherche konnten im Laufe dieser Arbeit auch einige Fachgespräche und Interviews geführt werden. Darunter war auch eines mit dem Leiter des Straßenverkehrsamtes der Stadt Frankfurt am Main. Die gewonnenen Erkenntnisse dienten zum einen dem Verständnis und der Bestätigung einzelner herausgearbeiteter Sachverhalte, zum anderen lieferten die Gespräche wertvolle Hinweise. In der Anlage der Arbeit können die Gesprächsprotokolle zu den Interviews und Fachgesprächen eingesehen werden. Die Kernaussagen der Gespräche finden sich auch in der Arbeit wieder.

Typ des Eintrags: Diplom- oder Magisterarbeit
Erschienen: 2012
Autor(en): Krause, Mark-Simon
Titel: Änderung von Produktionsverfahren im Baugewerbe – Motivation und verkehrliche Auswirkungen
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung (Abstract):

In der heutigen Zeit kommt der Logistik eine wachsende Bedeutung zu. So kann zum Beispiel die Logistik im Bereich des Baugewerbes einen wesentlichen Einfluss auf den Bauablauf und die benötigte Bauzeit eines Bauvorhabens ausüben. Bauen bedeutet nichts anderes als Transport. Im Vergleich zur „Stationären Industrie“ müssen nicht nur die Materialien an den Produktionsort transportiert werden, sondern auch die Maschinen und das Personal. Ohne diese Baustellentransporte lässt sich kein Bauwerk realisieren. Die Bandbreite der zu transportierenden Materialien und Güter ist dabei sehr groß. Zahlen einer aktuellen Studie Wirtschaftsverkehr Rhein-Main 2030 der IVM GmbH über das Güterverkehrsaufkommen im Rhein-Main Gebiet zeigen, dass etwa 41 % auf Transporte des Baugewerbes bzw. der Baustoffindustrie entfallen. Dem Baustellenverkehr kommt damit eine größere Bedeutung zu, als gemeinhin angenommen. Die vorliegende Arbeit soll einen Überblick geben, wie Verkehr bzw. die vorherrschende Verkehrssituation innerhalb der Abwicklung von Bauaktivitäten Berücksichtigung findet. Zu diesem Zweck soll herausgearbeitet werden, welche Einflussmöglichkeiten auf den Verkehr bestehen bzw. an welcher Stelle der Verkehr Einfluss auf das unmittelbare Baugeschehen oder dessen Planung nimmt. Im Zuge dessen wird unter anderem dargelegt, dass die Belange des Bauens sehr detailliert gesetzlich geregelt sind, es fehlen aber solche Regelungen für Fragen des Verkehrs, die mit Bauvorgängen zu tun haben. Das heißt, es müssen keine Genehmigungen eingeholt werden, die den Transport von Baustoffen zu einer Baustelle oder den Abtransport von Materialien betreffen. Neben dem Bereich der Planung wird im Rahmen der Arbeit die Objektplanung (nach HOAI) näher betrachtet. Zu den betrachteten Bereichen zählen neben der Planung, der Genehmigung mit dem Augenmerk auf die allgemeine Baugenehmigung auch die Punkte Ausschreibung und Vergabe. Unter Bezugnahme auf die rechtlichen und verkehrlichen Rahmenbedingungen wird auch ein Blick auf die Umsetzung bzw. den Ausführungsprozess geworfen. In der Arbeit wird dargelegt, dass sehr viel auf die Initiative des Bauherrn und seiner Ausführungsorgane zurückzuführen ist, das heißt wie diese das Transportproblem lösen. Natürlich haben alle die gesetzlichen Vorschriften für den Straßenverkehr wie z. B. die StVO einzuhalten. Weiter ist festzustellen, dass Behörden und Organe immer erst dann auf den Plan treten, wenn Störungen aufgetreten sind oder – seltener – zu erwarten sind. Dies geschieht häufig aufgrund von Beschwerden, denn das Bewusstsein für Umweltbelange hat sich inzwischen sehr gewandelt. Die Bürger sind in den letzten Jahren in zunehmendem Maße für die Störungen durch Baustellen wie Lärm, Staub, Erschütterungen, Vibrationen, Verkehr sensibilisiert worden. Baustellen bzw. der Baustellenverkehr führen insbesondere bei umfangreicheren Baumaßnahmen und Großbaustellen in innerstädtischen Bereichen oder bei beengten Platzverhältnissen zu „scheinbar“ unvermeidbaren und unlösbaren Verkehrsproblemen. Aus Sicht der Straßenverkehrsbehörde gibt es drei Phasen in der Abwicklung des Bauablaufs, welche Auswirkungen auf den Verkehr haben können. Dabei stellen die Phasen unterschiedliche Anforderungen an die Ver- und Entsorgung der Baustelle. In der Arbeit werden auch einige ausgewählte Praxisbeispiele einer genaueren Betrachtung unterzogen. Sie werden daraufhin analysiert, ob verkehrliche Aspekte zu einer Anpassung von Bauprozessen geführt haben und ob Einfluss auf verkehrliche Rahmenbedingungen genommen wurde. Es konnte dabei unter anderem gezeigt werden, dass Baulogistikkonzepte die negativen Auswirkungen des Baustellenverkehrs erheblich mindern können. Wollte man Störungen in Zukunft von vornherein klein halten, so wäre denkbar, den Verkehrsaspekt zum Gegenstand des Genehmigungsverfahrens zu machen. Als Grundlage sollte überlegt werden, ab welcher Größe eines Bauvorhabens neue gesetzliche Vorgaben in das Verfahren einer Baugenehmigung aufgenommen werden müssten. Ergänzend lässt sich zur der Thematik, die im Rahmen dieser Arbeit betrachtet wird, sagen, dass es sich um ein Schnittstellenthema handelt. Es betrifft den Bereich des Verkehrswesens, des Baubetriebes sowie den juristischen Bereich in Form der aktuell gültigen Gesetze und Richtlinien. Die Ergebnisse und zusammengetragenen Informationen können deshalb nur einen Überblick darstellen. Neben der allgemeinen Literaturrecherche konnten im Laufe dieser Arbeit auch einige Fachgespräche und Interviews geführt werden. Darunter war auch eines mit dem Leiter des Straßenverkehrsamtes der Stadt Frankfurt am Main. Die gewonnenen Erkenntnisse dienten zum einen dem Verständnis und der Bestätigung einzelner herausgearbeiteter Sachverhalte, zum anderen lieferten die Gespräche wertvolle Hinweise. In der Anlage der Arbeit können die Gesprächsprotokolle zu den Interviews und Fachgesprächen eingesehen werden. Die Kernaussagen der Gespräche finden sich auch in der Arbeit wieder.

Fachbereich(e)/-gebiet(e): Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr > Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering
Hinterlegungsdatum: 28 Apr 2016 13:02
Alternatives oder übersetztes Abstract:
AbstractSprache
Nowadays, logistics is playing an increasingly important role. It can greatly influence areas such as the construction industry, especially the length of the construction process. Construction means nothing else as transportation. In comparison to stationary industries, not only materials must be transported to building sites but also machinery and personnel. Construction projects would be impossible without construction site traffic. Therefore the diversity of transportable goods and materials is huge. Figures in a current study Wirtschaftsverkehr Rhein-Main 2030” der IVM GmbH” show that about 41% of freight traffic is connected to the construction industry. On site traffic is much more significant as previously thought. The following thesis will provide an insight concerning traffic relating to the traffic situation in building projects. In order to show these influences it will be explained what effects they have on the construction process in general and in addition what influence the traffic has on the actual construction and its planning. Amongst other details it will be shown that although actual details regarding construction activity are comprehensively laid out under law, regulations concerning traffic which is directly involved in the construction are missing. This means that no permission is needed for the transport of building materials to and from the construction sites. The thesis will concern itself with taking a closer look at project planning with special attention given to building permission and also tenders and placing. This will address factors such as legal aspects and traffic conditions. The thesis will show that much depends on the initiative of the construction manager and his team as to how they deal with transport problems. Of course traffic regulations must be strictly adhered to, “StVO” for example. Government officials and local councils usually come into the picture only when difficulties arise or more seldom when difficulties are envisaged. However this is happening more often because of the growing awareness of environmental issues. Over the last years people have been complaining more about problems concerning construction sites. For example, dirt, noise, tremors, vibrations and increased traffic. Construction sites, especially those in inner cities, ones covering extensive areas and ones with restrictive spaces do tend to cause so called unpreventable or unsolvable traffic problems. According to road traffic authorities, there are 3 phases in the duration of a construction project that can affect traffic. These phases have different demands and bring with them various challenges concerning both the supply of materials to the site and the removal of waste from the site. Specific examples will be given in detail as well as practical examples with particular conditions. These will be analysed to show if aspects of the traffic situation have led to suitable solutions concerning building processes and if procedures have been executed to alleviate potential traffic problems. This demonstrates that construction plans might be able to seriously elevate the negative effects of on site traffic. If it is desirable to keep disruptions to the minimum in the future, it would be thinkable to integrate the traffic aspects into the whole approval process. It should be considered from when on and from which size of a construction project, new legal guide lines within the construction procedures must be implemented. It should be said that the subject dealt with is this thesis is concerned with a multifaceted subject. It deals with the area of traffic engineering, the construction operation as well as the legal aspects in the form of current legal regulations and guide lines. The information and the ensueing results can only offer an insight. Apart from the general research literature, interviews and scientific talks have also been carried out during the research for this thesis, one of which was with the chief of the road traffic authorities Frankfurt am Main. The outcome of these talks was valuable in confirming individual resulting facts as well as providing valuable ideas. The protocols of the meetings and the interviews can be found in the appendages of the thesis. The essential gist of these meetings appear again during the course of the thesis.Englisch
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