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Reisezeitenvergleich von Öffentlichem Verkehr und Motorisiertem Individualverkehr

Zwipf, Jones :
Reisezeitenvergleich von Öffentlichem Verkehr und Motorisiertem Individualverkehr.
TU Darmstadt
[Bachelorarbeit], (2014)

Kurzbeschreibung (Abstract)

Jeder Mensch kommt auf die eine oder andere Art mit dem Verkehr in Kontakt. Sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto, dem Roller, Bus und Bahn oder Zug. Fast täglich werden wir mit der Frage konfrontiert, wie wir einen bestimmten Weg zurücklegen wollen bzw. können. Der Vergleich der verschiedenen Verkehrsmittel in Bezug auf die Zeiten und die Kosten ist dabei ein interessanter Aspekt. Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Reisezeitenvergleich zwischen dem Öffentlichem Verkehr (ÖV) und dem Motorisiertem Individualverkehr (MIV). Es gibt zahlreiche Kriterien und unterschiedliche Einflüsse, die die Wahl der einzelnen Personen zu einem dieser beiden Verkehrsmittel beeinflussen. Aufgrund des Bearbeitungszeitraums dieser Arbeit, beziehe ich mich im MIV nur auf den PKW. Bei dem ÖV kommen Busse, Bahnen und der regionale Zugverkehr vor. Auf den intermodalen Aspekt kann keine Rücksicht genommen werden. Um einen Vergleich herstellen zu können, wird als erstes eine Datenerhebung durchgeführt, die einer gründlichen Vorbereitung bedarf. Die Basis dieser Erhebung liefert die Mobilitätsbefragung, die vom 20.01.2011 bis 18.02.2011 von dem Institut für Soziologie der TU Darmstadt durchgeführt wurde. Das Ziel der Befragung war es, eine Bestandsaufnahme des Verhaltens der Angehörigen der TU Darmstadt zu erlangen, um daraus resultierend Aussagen darüber treffen zu können, welche Verkehrsmittel genutzt werden und wo man ansetzen kann, um die Situation zu verbessern. Interessanterweise ist der Hauptgrund zur Nutzung des PKW anstelle der Öffentlichen Verkehrsmittel die Reisezeit von Bus und Bahn, die als zu lang empfunden wird. Als zweiter Grund ist die schlechte Bus- und Bahnverbindung zu erwähnen. Bei den Beschäftigten der TU Darmstadt sind es zusätzlich die Preise, die als zu hoch empfunden werden. Diese Gründe sollen in dieser Arbeit hinterfragt und auf ihre Berechtigung hin überprüft werden. Um eine Aussage treffen zu können, wird eine eigene Datenerhebung durchgeführt. Dazu muss zuerst ausgewählt werden, welche Daten überhaupt zu erheben sind. Hierzu gehören die Zeit, die man vor der eigentlichen Fahrt benötigt, um sich seine Strecke herauszusuchen, der Fußweg zu dem Verkehrsmittel seiner Wahl, die Fahrt an sich mit eventuellen Umstiegen und Wartezeiten, eine Parkplatzsuche falls notwendig, sowie der Fußweg vom Ankunftsort zum eigentlichen Ziel. Zusätzlich können noch Sonderereignisse hinzukommen, welche im Voraus nicht zu kalkulieren sind. Nachdem diese Daten ausgewählt sind, müssen noch die passenden Strecken gesucht werden, auf denen man dann die Datenerhebung durchführen kann. Die Wahl fiel dabei auf die Strecke Ober-Ramstadt Schulstraße 36 – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa und die Strecke Babenhausen-Hegershausen Linde – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa. Der Zielpunkt war schnell gefunden, da sich diese Arbeit auf die TU Darmstadt beziehen soll. Der Startpunkt Ober-Ramstadt wurde aus dem Grund gewählt, da es dort verschiedene Möglichkeiten gibt zur TU Darmstadt zu gelangen. Zusätzlich ist diese Strecke auch für den MIV interessant, da sie gerade zu den Stoßzeiten stark frequentiert ist. Der zweite Startpunkt Babenhausen-Hegershausen liegt etwas abseits und ist nicht sonderlich gut angebunden, was es für die Datenerhebung und die Analyse, wie groß die Unterschiede wirklich sind, sehr interessant macht. Die Datenerhebung wurde dann vom 28.07.2014 bis 05.08.2014 durchgeführt. Auf der ersten Strecke, Ober-Ramstadt Schulstraße 36 – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa, gab es, bei jeweils zwei Fahrten in beide Richtungen, mit dem MIV nur einmal durch einen Unfall eine Verspätung, sonst haben sich die Zeiten relativ genau mit den Vergleichszeiten aus dem Internet (Google Maps) gedeckt. Die durchschnittliche Reisezeit liegt bei der Strecke von ca. 9,5km bei ca. 25min. Mit dem ÖV wurden verschiedene Verbindungen ausprobiert. Die Verbindung mit den Linien O und 9 (Bus und Bahn) lag mit ca. 43,5min deutlich über der Verbindung mit der Linie R 65 (Regionalbahn), für die man ca. 31,5min benötigt. Bei beiden Verbindungen sind die Vergleichszeiten, die diesmal von der Homepage des RMV entnommen wurden, nahezu identisch mit den gemessenen Zeiten. Wenn man nun die Zeit des MIV mit der kürzeren Zeit des ÖV vergleicht, sieht man, dass ein Unterschied von ca. 6,5min vorhanden ist. Die Zweite Strecke, Babenhausen-Hegershausen Linde – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa, wurde auch mit dem MIV zwei Mal in jede Richtung abgefahren. Obwohl die Strecke (ca. 21km) deutlich länger ist als die erste, wurde eine mittlere Zeit von ca. 23min gemessen. Das liegt daran, dass der Großteil der Strecke über eine Schnellstraße führt. Auch hier waren die gemessen Zeiten und die aus dem Internet (Google Maps) gesuchten beinahe identisch. Mit dem ÖV wurde die Strecke einmal unter der Woche und einmal an einem Sonntag abfahren, da an dem Sonntag die Starthaltestelle nicht bedient wurde und es zuerst eine Möglichkeit zu finden galt, wie man trotzdem zum Ziel gelangen konnte. Diese wurde mit einem Fußweg von ca. 18min zum Bahnhof im Nachbarort gefunden. Die Zeiten, die auf der Homepage des RMV angegeben waren, waren dieselben, die in der Realität gemessen wurden. Insgesamt kam man auf eine durchschnittliche Reisezeit des ÖV von ca. 82min. Der Unterschied zwischen MIV und ÖV in Bezug auf die Zeit ist bei dieser Strecke mit 59min ein sehr großer. Trotz der relativ kurzen Strecke gibt es keine gute Anbindung im ÖV. Die Kosten im Bereich des MIV sind sehr individuell. Es müssen die Fixkosten wie Fahrzeuganschaffung mit Kaufpreis, Leasing- oder Kreditrate, eventuell ein fester Abstellplatz, die Versicherung, die KFZ-Steuer und die gesetzlich vorgeschriebenen technischen Überprüfungen berücksichtigt werden. Zusätzlich kommen noch die laufenden Kosten hinzu. Um einen Vergleichswert zu haben, wird ein beispielhafter Verbrauch von 6Litern/100km und ein Benzinpreis von 1,50€/Liter angenommen, woraus ein Kilometerpreis von 0,09€ folgt. Daraus kann man einen Preis für den Benzinverbrauch von 0,87€ für die erste Strecke (Ober-Ramstadt Schulstraße 36 – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa) und einen Preis von 1,89€ für die zweite Strecke (Babenhausen-Hegershausen Linde – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa) berechnen. Die Gebühren zum Parken an der TU Darmstadt Standort Lichtwiese betragen 0,50€/h bei einem Tagesmaximum von 2,50€. Alternativ kann von den Mitarbeitern der TU Darmstadt ein Mobilitätsticket gekauft werden, das Zutritt zu abgesperrten Parkbereichen gewährt. Dieses kostet 250€/Jahr. Bei ca. 230 Arbeitstagen im Jahr ergibt das eine Parkgebühr von 1,09€/Tag. Mit diesen beispielhaften Kosten kommt man auf einen Preis pro Tag von 2,83€ für Strecke eins und von 4,87€ für Strecke zwei.1 Dem gegenüber stehen die Kosten des ÖV, die sich bei der ersten Strecke auf 2,90€ und bei der zweiten Strecke auf 4,35€ pro Fahrt belaufen.2 Als Mitarbeiter der TU Darmstadt hat man aber auch die Möglichkeit das oben erwähnte Mobilitätsticket zu erwerben, welches ein Jobticket und damit eine kostenlose Nutzung des ÖV im Tarifgebiet 40 beinhaltet. Da die erste Strecke in diesem Gebiet liegt, liegen die Kosten bei 1,09€/Tag. Die zweite Strecke liegt außerhalb dieses Tarifgebiets und muss mit 400€/Jahr erweitert werden. Die Kosten belaufen sich dann auf 2,83€/Tag. Als Student hat man in seinem Semesterbeitrag das Semesterticket enthalten, was einen Anteil von 113,24€/Semester, also 226,48€/Jahr hat. Umgerechnet auf die 230Tage, in denen es durchschnittlich genutzt wird, kommt man auf einen Preis von 0,98€/Tag. Diese Preise sind jedoch schwer miteinander zu vergleichen, da, wie im oberen Abschnitt schon erwähnt, beim MIV noch diverse andere Kosten hinzukommen können. Wenn man die Preise gegenüberstellt fällt auf, dass bei der ersten Strecke die Kosten für den ÖPNV (1,09€ als Beschäftigter und 0,98€ als Student) deutlich unter den Kosten für den MIV (1,96€) liegen. Auch bei der zweiten Strecke wird ersichtlich, dass der ÖPNV (2,83€ als Beschäftigter und 0,98€ als Student) deutlich günstiger ist als der MIV (4,87€). Werden beide Strecken betrachtet, so fällt auf, dass der Unterschied der Zeit bei weniger gut angebundenen Strecken einen erheblichen Unterschied machen kann. Gerade bei der zweiten Strecke kann man nicht davon ausgehen, dass ohne gravierenden Grund von dem MIV auf den ÖV umgestiegen wird. Bei der ersten Strecke hält sich die Zeit einigermaßen die Waage In diesen Gebieten, in denen die Anbindung des ÖV gut ist, ist das größte Potential vorhanden um die Mitarbeiter der TU Darmstadt zu einem Umstieg von MIV auf ÖV zu bewegen. Die Kosten sind bei beiden Strecken für den ÖV deutlich günstiger als für den MIV. Dies schlägt sich besonders bei den Studenten nieder, da diese schon mit der Einschreibung bei der TU Darmstadt verpflichtet sind, das Semesterticket zu erwerben. Aber auch bei den Mitarbeitern gibt es bei beiden Strecken deutliche Preisunterschiede, die in der Realität noch um einiges höher ausfallen werden, da einige Kosten in dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden konnten. Abschließend lässt sich sagen, dass es gerade in Bezug auf die Zeit sehr von der individuellen Strecke abhängt ob ein Umstieg von MIV auf ÖV sinnvoll und zumutbar ist. Die Kosten sind bei beiden Entfernungen eher ein positiver Anreiz für diesen Umstieg und können eventuell bei dem einen oder anderen zu einem Umdenken in dieser Hinsicht führen. Um diese Ergebnisse auch für eine andere Strecke genau bestimmen zu können, ist zum Abschluss der Arbeit eine Excel-Datei erstellt worden, die man als Vorlage für eine eigene Datenerhebung nutzen kann.

Typ des Eintrags: Bachelorarbeit
Erschienen: 2014
Autor(en): Zwipf, Jones
Titel: Reisezeitenvergleich von Öffentlichem Verkehr und Motorisiertem Individualverkehr
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung (Abstract):

Jeder Mensch kommt auf die eine oder andere Art mit dem Verkehr in Kontakt. Sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, mit dem Auto, dem Roller, Bus und Bahn oder Zug. Fast täglich werden wir mit der Frage konfrontiert, wie wir einen bestimmten Weg zurücklegen wollen bzw. können. Der Vergleich der verschiedenen Verkehrsmittel in Bezug auf die Zeiten und die Kosten ist dabei ein interessanter Aspekt. Diese Bachelorarbeit beschäftigt sich mit dem Reisezeitenvergleich zwischen dem Öffentlichem Verkehr (ÖV) und dem Motorisiertem Individualverkehr (MIV). Es gibt zahlreiche Kriterien und unterschiedliche Einflüsse, die die Wahl der einzelnen Personen zu einem dieser beiden Verkehrsmittel beeinflussen. Aufgrund des Bearbeitungszeitraums dieser Arbeit, beziehe ich mich im MIV nur auf den PKW. Bei dem ÖV kommen Busse, Bahnen und der regionale Zugverkehr vor. Auf den intermodalen Aspekt kann keine Rücksicht genommen werden. Um einen Vergleich herstellen zu können, wird als erstes eine Datenerhebung durchgeführt, die einer gründlichen Vorbereitung bedarf. Die Basis dieser Erhebung liefert die Mobilitätsbefragung, die vom 20.01.2011 bis 18.02.2011 von dem Institut für Soziologie der TU Darmstadt durchgeführt wurde. Das Ziel der Befragung war es, eine Bestandsaufnahme des Verhaltens der Angehörigen der TU Darmstadt zu erlangen, um daraus resultierend Aussagen darüber treffen zu können, welche Verkehrsmittel genutzt werden und wo man ansetzen kann, um die Situation zu verbessern. Interessanterweise ist der Hauptgrund zur Nutzung des PKW anstelle der Öffentlichen Verkehrsmittel die Reisezeit von Bus und Bahn, die als zu lang empfunden wird. Als zweiter Grund ist die schlechte Bus- und Bahnverbindung zu erwähnen. Bei den Beschäftigten der TU Darmstadt sind es zusätzlich die Preise, die als zu hoch empfunden werden. Diese Gründe sollen in dieser Arbeit hinterfragt und auf ihre Berechtigung hin überprüft werden. Um eine Aussage treffen zu können, wird eine eigene Datenerhebung durchgeführt. Dazu muss zuerst ausgewählt werden, welche Daten überhaupt zu erheben sind. Hierzu gehören die Zeit, die man vor der eigentlichen Fahrt benötigt, um sich seine Strecke herauszusuchen, der Fußweg zu dem Verkehrsmittel seiner Wahl, die Fahrt an sich mit eventuellen Umstiegen und Wartezeiten, eine Parkplatzsuche falls notwendig, sowie der Fußweg vom Ankunftsort zum eigentlichen Ziel. Zusätzlich können noch Sonderereignisse hinzukommen, welche im Voraus nicht zu kalkulieren sind. Nachdem diese Daten ausgewählt sind, müssen noch die passenden Strecken gesucht werden, auf denen man dann die Datenerhebung durchführen kann. Die Wahl fiel dabei auf die Strecke Ober-Ramstadt Schulstraße 36 – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa und die Strecke Babenhausen-Hegershausen Linde – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa. Der Zielpunkt war schnell gefunden, da sich diese Arbeit auf die TU Darmstadt beziehen soll. Der Startpunkt Ober-Ramstadt wurde aus dem Grund gewählt, da es dort verschiedene Möglichkeiten gibt zur TU Darmstadt zu gelangen. Zusätzlich ist diese Strecke auch für den MIV interessant, da sie gerade zu den Stoßzeiten stark frequentiert ist. Der zweite Startpunkt Babenhausen-Hegershausen liegt etwas abseits und ist nicht sonderlich gut angebunden, was es für die Datenerhebung und die Analyse, wie groß die Unterschiede wirklich sind, sehr interessant macht. Die Datenerhebung wurde dann vom 28.07.2014 bis 05.08.2014 durchgeführt. Auf der ersten Strecke, Ober-Ramstadt Schulstraße 36 – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa, gab es, bei jeweils zwei Fahrten in beide Richtungen, mit dem MIV nur einmal durch einen Unfall eine Verspätung, sonst haben sich die Zeiten relativ genau mit den Vergleichszeiten aus dem Internet (Google Maps) gedeckt. Die durchschnittliche Reisezeit liegt bei der Strecke von ca. 9,5km bei ca. 25min. Mit dem ÖV wurden verschiedene Verbindungen ausprobiert. Die Verbindung mit den Linien O und 9 (Bus und Bahn) lag mit ca. 43,5min deutlich über der Verbindung mit der Linie R 65 (Regionalbahn), für die man ca. 31,5min benötigt. Bei beiden Verbindungen sind die Vergleichszeiten, die diesmal von der Homepage des RMV entnommen wurden, nahezu identisch mit den gemessenen Zeiten. Wenn man nun die Zeit des MIV mit der kürzeren Zeit des ÖV vergleicht, sieht man, dass ein Unterschied von ca. 6,5min vorhanden ist. Die Zweite Strecke, Babenhausen-Hegershausen Linde – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa, wurde auch mit dem MIV zwei Mal in jede Richtung abgefahren. Obwohl die Strecke (ca. 21km) deutlich länger ist als die erste, wurde eine mittlere Zeit von ca. 23min gemessen. Das liegt daran, dass der Großteil der Strecke über eine Schnellstraße führt. Auch hier waren die gemessen Zeiten und die aus dem Internet (Google Maps) gesuchten beinahe identisch. Mit dem ÖV wurde die Strecke einmal unter der Woche und einmal an einem Sonntag abfahren, da an dem Sonntag die Starthaltestelle nicht bedient wurde und es zuerst eine Möglichkeit zu finden galt, wie man trotzdem zum Ziel gelangen konnte. Diese wurde mit einem Fußweg von ca. 18min zum Bahnhof im Nachbarort gefunden. Die Zeiten, die auf der Homepage des RMV angegeben waren, waren dieselben, die in der Realität gemessen wurden. Insgesamt kam man auf eine durchschnittliche Reisezeit des ÖV von ca. 82min. Der Unterschied zwischen MIV und ÖV in Bezug auf die Zeit ist bei dieser Strecke mit 59min ein sehr großer. Trotz der relativ kurzen Strecke gibt es keine gute Anbindung im ÖV. Die Kosten im Bereich des MIV sind sehr individuell. Es müssen die Fixkosten wie Fahrzeuganschaffung mit Kaufpreis, Leasing- oder Kreditrate, eventuell ein fester Abstellplatz, die Versicherung, die KFZ-Steuer und die gesetzlich vorgeschriebenen technischen Überprüfungen berücksichtigt werden. Zusätzlich kommen noch die laufenden Kosten hinzu. Um einen Vergleichswert zu haben, wird ein beispielhafter Verbrauch von 6Litern/100km und ein Benzinpreis von 1,50€/Liter angenommen, woraus ein Kilometerpreis von 0,09€ folgt. Daraus kann man einen Preis für den Benzinverbrauch von 0,87€ für die erste Strecke (Ober-Ramstadt Schulstraße 36 – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa) und einen Preis von 1,89€ für die zweite Strecke (Babenhausen-Hegershausen Linde – Darmstadt TU Lichtwiese Mensa) berechnen. Die Gebühren zum Parken an der TU Darmstadt Standort Lichtwiese betragen 0,50€/h bei einem Tagesmaximum von 2,50€. Alternativ kann von den Mitarbeitern der TU Darmstadt ein Mobilitätsticket gekauft werden, das Zutritt zu abgesperrten Parkbereichen gewährt. Dieses kostet 250€/Jahr. Bei ca. 230 Arbeitstagen im Jahr ergibt das eine Parkgebühr von 1,09€/Tag. Mit diesen beispielhaften Kosten kommt man auf einen Preis pro Tag von 2,83€ für Strecke eins und von 4,87€ für Strecke zwei.1 Dem gegenüber stehen die Kosten des ÖV, die sich bei der ersten Strecke auf 2,90€ und bei der zweiten Strecke auf 4,35€ pro Fahrt belaufen.2 Als Mitarbeiter der TU Darmstadt hat man aber auch die Möglichkeit das oben erwähnte Mobilitätsticket zu erwerben, welches ein Jobticket und damit eine kostenlose Nutzung des ÖV im Tarifgebiet 40 beinhaltet. Da die erste Strecke in diesem Gebiet liegt, liegen die Kosten bei 1,09€/Tag. Die zweite Strecke liegt außerhalb dieses Tarifgebiets und muss mit 400€/Jahr erweitert werden. Die Kosten belaufen sich dann auf 2,83€/Tag. Als Student hat man in seinem Semesterbeitrag das Semesterticket enthalten, was einen Anteil von 113,24€/Semester, also 226,48€/Jahr hat. Umgerechnet auf die 230Tage, in denen es durchschnittlich genutzt wird, kommt man auf einen Preis von 0,98€/Tag. Diese Preise sind jedoch schwer miteinander zu vergleichen, da, wie im oberen Abschnitt schon erwähnt, beim MIV noch diverse andere Kosten hinzukommen können. Wenn man die Preise gegenüberstellt fällt auf, dass bei der ersten Strecke die Kosten für den ÖPNV (1,09€ als Beschäftigter und 0,98€ als Student) deutlich unter den Kosten für den MIV (1,96€) liegen. Auch bei der zweiten Strecke wird ersichtlich, dass der ÖPNV (2,83€ als Beschäftigter und 0,98€ als Student) deutlich günstiger ist als der MIV (4,87€). Werden beide Strecken betrachtet, so fällt auf, dass der Unterschied der Zeit bei weniger gut angebundenen Strecken einen erheblichen Unterschied machen kann. Gerade bei der zweiten Strecke kann man nicht davon ausgehen, dass ohne gravierenden Grund von dem MIV auf den ÖV umgestiegen wird. Bei der ersten Strecke hält sich die Zeit einigermaßen die Waage In diesen Gebieten, in denen die Anbindung des ÖV gut ist, ist das größte Potential vorhanden um die Mitarbeiter der TU Darmstadt zu einem Umstieg von MIV auf ÖV zu bewegen. Die Kosten sind bei beiden Strecken für den ÖV deutlich günstiger als für den MIV. Dies schlägt sich besonders bei den Studenten nieder, da diese schon mit der Einschreibung bei der TU Darmstadt verpflichtet sind, das Semesterticket zu erwerben. Aber auch bei den Mitarbeitern gibt es bei beiden Strecken deutliche Preisunterschiede, die in der Realität noch um einiges höher ausfallen werden, da einige Kosten in dieser Arbeit nicht berücksichtigt werden konnten. Abschließend lässt sich sagen, dass es gerade in Bezug auf die Zeit sehr von der individuellen Strecke abhängt ob ein Umstieg von MIV auf ÖV sinnvoll und zumutbar ist. Die Kosten sind bei beiden Entfernungen eher ein positiver Anreiz für diesen Umstieg und können eventuell bei dem einen oder anderen zu einem Umdenken in dieser Hinsicht führen. Um diese Ergebnisse auch für eine andere Strecke genau bestimmen zu können, ist zum Abschluss der Arbeit eine Excel-Datei erstellt worden, die man als Vorlage für eine eigene Datenerhebung nutzen kann.

Fachbereich(e)/-gebiet(e): Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr > Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering
Hinterlegungsdatum: 06 Apr 2016 06:36
Gutachter / Prüfer: Boltze, Prof. Dr. Manfred ; Krüger, Dr.-Ing. Philip
Alternatives oder übersetztes Abstract:
AbstractSprache
Every man comes in contact with traffic on different ways. It may be by foot, with a bicycle, with a car, a mofa or bus or tram or train. Nearly every day we are confronted with the question how to pass a special way. An important aspect is the comparison of the different mobility devices related to the costs and the times. This bachelor thesis deals with the comparison of travel times between public transport(ÖV) and individual car traffic (MIV), the two most used methods of transport. There are many factors and different factors which influence the people choosing one of these means of transport. Because of the short time available for this bachelor thesis, the MIV part focuses only on cars. The ÖV part comprises buses, trams and regional trains. It is not possible to consider the intermodal aspect. At the beginning, we undertake some research to enable the comparison. This needs careful preparation. The basis of this research forms an mobility study by the institute of Soziologie TU Darmstadt conducted from the 20th January 2011 to the 18th February 2011. The aim of this enquiry was to understand how the students of the TU Darmstadt use the transport system in order to determine which methods of transport are being used and what areas could or should be changed or improved. It is interesting to note that the main reason for choosing the car over public transport are the perceived longer journey times when travelling by bus or tram. The second reason is bad connections when changing between bus and tram and workers also name prices which are seen to be too high. This thesis investigates these reasons. In addition to the above, we have gathered our own research data. In doing so, we had to decide first exactly what data is needed. The first component was the time needed to search for the route, the second the time to reach the means of transport, third the journey, with changing and waiting time, fourth, when using one's own car, the time to search for a parking place, and fifth the walk to the actual destination. In addition, there may be different events that cannot be calculated. Having collected these data, we searched for the most convenient routes. The choice was between two routes: Ober-Ramstadt Schulstr. 36 - Darmstadt TU Lichtwiese Mensa and Babenhausen-Hegershausen Linde - Darmstadt TU Lichtwiese Mensa. The destination was found quickly because this thesis is related to the TU Darmstadt. The start Ober-Ramstadt was chosen because there are different and quick possibilities to reach for the TU Darmstadt. In addition, this is of interest in relation to the MIV, because it is a frequently used route during rush hour. The second start, Babenhausen-Hegershausen lies further out and it isn't connected in a good way to the TU Darmstadt. But for the data gathering and the analysis it is interesting to see the differences. The data gathering was undertaken between the 28th July 2014 and the 05th August 2014. On the first route between Ober-Ramstadt Schulstr. 36 - Darmstadt TU Lichwiese Mensa the trams were delayed on both directions, but with MIV there was only one delay caused by an accident. Apart from that, the times were nearly identical to the ones given on the internet (Google Maps). The journey time is on average approximately 25 minutes on this route of about 9,5 km. Different routes were tested with the ÖV. The journey time with line O and 9 (tram and bus) was about 43,5 minutes which was much higher than the one with line R 65 (regional train) which was about 31,5 minutes. The comparative time of the homepage of RMV is nearly identical with the measured times on both connections. The second route, Babenhausen-Hegershausen Linde - Darmstadt TU Lichtwiese Mensa was travelled twice in both directions with MIV. However the route is much longer than the first one (appx. 21 km) the median time was about 23 minutes which is 2 minutes faster than the first one. The main part of this route is via motorway which is the reason why this route is faster. The measured times were again nearly identical with the times given on Google. The route was taken by ÖV once during the week and once on a Sunday because on Sunday the first station is not in the schedule and it was needed to find another one to reach the destination. This was made possible by walking to the next village‘s station in about 18 minutes. The times from the website of RMV were identical with the measured times. The average journey time was about 82 minutes. The difference between MIV and ÖV is significant. Even though the route is quite short there is only a bad ÖV-connection. The costs in the MIV sector are really individual. The costs to buy a car, leasing- or credit rates as well as the costs for a garage, insurance, taxes and the statutory required technical inspections have to be considered. There are ongoing costs such as fuel, wear and tear, repairs, road charges, parking charges and accident costs that are not paid by the insurance which comes as an addition. As a comparative value we assumed an exemplary consumption of 6l/100km and a price of €1.50/litre. This makes €0.09/km. This amounts to €0.87 for fuel on the first route (Ober-Ramstadt Schulstr. 36 - Darmstadt TU Lichtwiese Mensa) and €1.89 for the second route (Babenhausen-Hegershausen Linde - Darmstadt TU Lichtwiese Mensa). The parking charge at the TU Darmstadt Lichtwiese ist €0.50/h. The daily maximum is €2.50. Alternatively, an employee of the TU Darmstadt may buy a mobility ticket which gives him access to a special parking area. This ticket costs €250/year. There are appx. 230 working days per year. This works out as a daily parking charge of €1.09. These exemplified costs lead to a daily cost of €2.83 on route one and to €4.87 on route two. The costs of ÖV are compared to the MIV. These are €2.90 on the first route and €4.35 on the second route one way. As an employee of the TU Darmstadt one has the possibility to buy a mobility ticket as mentioned. This includes a job ticket to use the ÖV for free (in the tariff area 40). Because the route lies completely in this area, the costs from the first route are €1.09/day. But Babenhausen-Hegershausen, is not in this area, so there are additional costs of yearly €400. This amounts to €2.83/day. For students, a term ticket is included in the student fees. It is €113.24/term which works out as €226.48/year. Divided by 230 days it results in a daily price of €0.98. These prices aren’t easy to compare because on MIV, as mentioned above, different additional costs have to be included. However, when comparing the ÖV to the MIV, the ÖV costs are much lower (€1.09 as an employee and €0.98 as a student) than the MIV costs (€1.96) on the first route. The costs for ÖV on the second route are lower (€2.83 as an employee and €0.98 as a student) than the costs for MIV (€4.87). In looking at these two routes one can see that the difference is high for journey times on not so well connected routes. Just on the second route you can’t easily change from MIV to ÖV. On the first route the travelling time is nearly the same. So it might be easier for the employees to change from MIV to ÖV in areas which are better connected. The costs for ÖV are significant lower than on MIV on both routes. Because the students are automatically receiving a term ticket when enlisting, this is important to know. But for employees there are significant price differences as well. This might be higher in reality because some costs couldn’t be related in this thesis. In summary, particularly in relation to travelling time, it can be stated that it is dependent on the individual route whether or not a change from MIV to ÖV is reasonable and acceptable. On these distances, the costs are a rather positive incentive and could potentially to a change of mind for some. In order to test these results on different routes, we have added an Excel file that can be used for further data gathering.Englisch
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