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Potentialanalyse zur Verwendung von Mobilfunkdaten im Bereich der öffentlichen Sicherheit

Nau, Christian Klaus :
Potentialanalyse zur Verwendung von Mobilfunkdaten im Bereich der öffentlichen Sicherheit.
TU Darmstadt
[Haus-, Projekt- oder Studienarbeit], (2017)

Kurzbeschreibung (Abstract)

Das Mobiltelefon ist aus dem Alltag des Menschen nicht mehr wegzudenken. Selbst in Entwicklungsländern fallen im Schnitt über neun Mobilfunkgeräte auf zehn Bürger. In Industrienationen sind es durchschnittlich über zwölf Geräte pro zehn Bürger. Einen mobilen Breitbandinternetzugang haben vier von zehn Bürgern in Entwicklungsländern bzw. neun von zehn Bürgern in Industrienationen (Stand 2016 ITU16). Diese Geräte generieren mit jeder Nutzung durch Anrufe, SMS und Internet bei den Netzbetreibern kontinuierlich Verbindungsdaten. Diese Daten, genannt Call Detail Records (CDR), enthalten neben Verbindungsdetails, Information zu der ungefähren geographischen Lage des Mobiltelefonbenutzers, die über die Verwendung des genutzten Mobilfunkmasten generiert werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Forschung vermehrt mit der Analyse benannter Daten befasst, um das Potential zur Verwendung dieser Daten in verschiedensten Anwendungsbereichen zu untersuchen. Diese Arbeit hat zunächst das Ziel den aktuellen Stand der Forschung zu betrachten. Dabei werden angewandte Methoden verglichen und Unterschiede oder Parallelen der jeweils erzielten Ergebnisse herausgearbeitet. Ferner wird auf Fragen des Datenschutzes, zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der Anonymität der Betroffenen eingegangen. Teil der Analyse ist außerdem die Auswertung von CDRDatensätzen der BigData-Challenge 2014, welche im Rahmen dieser Challenge von der Telecom Italia der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Im Anschluss an diese Analyse werden mögliche Konzepte für die Verwendung von Call Detail Records im Bereich der öffentlichen Sicherheit erarbeitet und vorgestellt. Unter anderem eine Verschneidung von Mobilfunkdaten mit Daten anderer Quellen, wie z. B. Wettervorhersagen, ist Teil der erarbeiteten Konzepte. Bei Betrachtung der Datensätze werden auch die Vor- und Nachteile der Nutzung von CDR im Bereich der öffentlichen Sicherheit benannt. Mögliche Einsatzgebiete von Mobilfunkdaten, die im Rahmen dieser Arbeit konzipiert werden, sind: - Unterstützung der medizinischen Versorgung von radioaktiv verseuchten Bevölkerungsteilen nach einem Atomunglück - Überwachen von Teilnehmerzahlen an Open-Air-Veranstaltungen in Kombination mit Wetterdaten Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nutzung der Möglichkeiten die Call Detail Records bieten noch am Anfang stehen. Die Potentiale, insbesondere die öffentliche Sicherheit zu stärken, indem diese Daten geeignet ausgewertet werden, sollten weiter verfolgt werden. Hier gilt es jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Theoretisch können Mobilfunkdaten fast in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden. Praktisch wurden große Datensätze bisher nur im Zuge von Pilotprojekten oder Studien der Öffentlichkeit, in einem begrenzten zeitlichen und geographischen Umfang, zugänglich gemacht. Hier ist es auch Aufgabe der Politik geeignete Rahmenbedingungen für die Weitergabe von anonymisierten CDR zu schaffen, denn auch wenn die Mobilfunkbetreiber diesen Datenschatz verwalten, ist die Bereitschaft diesen zur Verfügung zu stellen, u. a. aufgrund von Bedenken bezüglich des Datenschutzes und einer möglichen negativen öffentlichen Wirkung bei der Veröffentlichung selbiger, gering.

Typ des Eintrags: Haus-, Projekt- oder Studienarbeit
Erschienen: 2017
Autor(en): Nau, Christian Klaus
Titel: Potentialanalyse zur Verwendung von Mobilfunkdaten im Bereich der öffentlichen Sicherheit
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung (Abstract):

Das Mobiltelefon ist aus dem Alltag des Menschen nicht mehr wegzudenken. Selbst in Entwicklungsländern fallen im Schnitt über neun Mobilfunkgeräte auf zehn Bürger. In Industrienationen sind es durchschnittlich über zwölf Geräte pro zehn Bürger. Einen mobilen Breitbandinternetzugang haben vier von zehn Bürgern in Entwicklungsländern bzw. neun von zehn Bürgern in Industrienationen (Stand 2016 ITU16). Diese Geräte generieren mit jeder Nutzung durch Anrufe, SMS und Internet bei den Netzbetreibern kontinuierlich Verbindungsdaten. Diese Daten, genannt Call Detail Records (CDR), enthalten neben Verbindungsdetails, Information zu der ungefähren geographischen Lage des Mobiltelefonbenutzers, die über die Verwendung des genutzten Mobilfunkmasten generiert werden. In den vergangenen Jahren hat sich die Forschung vermehrt mit der Analyse benannter Daten befasst, um das Potential zur Verwendung dieser Daten in verschiedensten Anwendungsbereichen zu untersuchen. Diese Arbeit hat zunächst das Ziel den aktuellen Stand der Forschung zu betrachten. Dabei werden angewandte Methoden verglichen und Unterschiede oder Parallelen der jeweils erzielten Ergebnisse herausgearbeitet. Ferner wird auf Fragen des Datenschutzes, zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der Anonymität der Betroffenen eingegangen. Teil der Analyse ist außerdem die Auswertung von CDRDatensätzen der BigData-Challenge 2014, welche im Rahmen dieser Challenge von der Telecom Italia der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden sind. Im Anschluss an diese Analyse werden mögliche Konzepte für die Verwendung von Call Detail Records im Bereich der öffentlichen Sicherheit erarbeitet und vorgestellt. Unter anderem eine Verschneidung von Mobilfunkdaten mit Daten anderer Quellen, wie z. B. Wettervorhersagen, ist Teil der erarbeiteten Konzepte. Bei Betrachtung der Datensätze werden auch die Vor- und Nachteile der Nutzung von CDR im Bereich der öffentlichen Sicherheit benannt. Mögliche Einsatzgebiete von Mobilfunkdaten, die im Rahmen dieser Arbeit konzipiert werden, sind: - Unterstützung der medizinischen Versorgung von radioaktiv verseuchten Bevölkerungsteilen nach einem Atomunglück - Überwachen von Teilnehmerzahlen an Open-Air-Veranstaltungen in Kombination mit Wetterdaten Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nutzung der Möglichkeiten die Call Detail Records bieten noch am Anfang stehen. Die Potentiale, insbesondere die öffentliche Sicherheit zu stärken, indem diese Daten geeignet ausgewertet werden, sollten weiter verfolgt werden. Hier gilt es jedoch noch einige Hürden zu überwinden. Theoretisch können Mobilfunkdaten fast in Echtzeit zur Verfügung gestellt werden. Praktisch wurden große Datensätze bisher nur im Zuge von Pilotprojekten oder Studien der Öffentlichkeit, in einem begrenzten zeitlichen und geographischen Umfang, zugänglich gemacht. Hier ist es auch Aufgabe der Politik geeignete Rahmenbedingungen für die Weitergabe von anonymisierten CDR zu schaffen, denn auch wenn die Mobilfunkbetreiber diesen Datenschatz verwalten, ist die Bereitschaft diesen zur Verfügung zu stellen, u. a. aufgrund von Bedenken bezüglich des Datenschutzes und einer möglichen negativen öffentlichen Wirkung bei der Veröffentlichung selbiger, gering.

Freie Schlagworte: CDR, Mobilfunkdaten, öffentliche Sicherheit
Fachbereich(e)/-gebiet(e): 13 Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften > Institut für Numerische Methoden und Informatik im Bauwesen
Hinterlegungsdatum: 03 Nov 2017 16:21
Zusätzliche Informationen:

Betreuer: Marcus Dombois

Datum der Begutachtung bzw. der mündlichen Prüfung / Verteidigung / mdl. Prüfung: 20 Juli 2017
Schlagworte in weiteren Sprachen:
Einzelne SchlagworteSprache
CDR, Mobile network data, public safetyEnglisch
Alternatives oder übersetztes Abstract:
AbstractSprache
The mobile phone is an integral part of everyday life. Even in developing countries, an average of nine mobile phones is cut across ten citizens. In industrial nations, the average is over twelve devices per ten citizens. Four out of ten citizens in developing countries and nine out of ten citizens in industrial nations have mobile broadband internet access (as of 2016 [ITU16]). Through calls, SMS and internet, these devices continuously generate connection data at the network operators with each use. In addition to the connection details, these Call Detail Records contain information on the approximate geographical location of the mobile telephone user based on the radio base stations used. In recent years, research has increasingly dealt with the analysis of such data in order to examine the potential of these data for use in a wide range of areas. The aim of this work is to examine the current state of research. The methodologies used are compared and differences or parallels are elaborated in the results. Data protection questions on the protection of personality rights and anonymity are also discussed. Part of the analysis is also the evaluation of CDR data sets of the BigData-Challenge 2014, which was made accessible to the public by Telecom Italia during this challenge. Possible concepts for the use of Call Detail Records in the field of public security are presented afterwards. The intersection of the mobile data with data from other sources, e.g. public transport plans or weather forecasting is part of the developed concepts. The study examines aspects of the advantages and disadvantages of using CDR in this area. Possible fields of application that are conceived within this work are: - Supporting the medical care of radioactively contaminated groups after an atomic incident - Monitoring of participant numbers at open-air events in combination with weather data In summary, the usage of the possibilities Call Detail Records offer are still at the beginning. The potentials to also strengthen the public safety by appropriately evaluating these data should be pursued. However, there are still some obstacles to overcome. Theoretically, mobile phone data can be provided almost in real time. Practically, large data sets have so far only been made available to the public in a limited time in geographical terms, and only in the course of pilot projects or studies. It is also the task of politics to create appropriate frameworks for the disclosure of anonymised CDR, because although the mobile operators manage this data treasure, their willingness to make it available is amongst other things due to concerns about data protection and a possible negative public impact in the publication of the same, is rather humble.Englisch
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