TU Darmstadt / ULB / TUbiblio

Entwicklung einer Methode zur Sicherheitsbewertung von Shared-Space-Bereichen

Schuck, Sebastian :
Entwicklung einer Methode zur Sicherheitsbewertung von Shared-Space-Bereichen.
TU Darmstadt
[Diplom- oder Magisterarbeit], (2013)

Kurzbeschreibung (Abstract)

In den letzten Jahren fällt im Zusammenhang mit innerstädtischen Verkehrsplanungskonzepten immer häufiger der Name Shared-Space. Der demografische Wandel, sowie die Zunahme des Rad- und Fußverkehrs in Städten sind Gründe,weshalb neue verkehrsplanerische Konzepte das Interesse wecken.Die Grundidee des vom niederländischen Verkehrsplaner Hans Monderman entwickelten Shared-Space-Gedanken besteht darin, neben dem schnellen Verkehrsnetz vereinzelte langsame Verkehrsbereiche zu schaffen, die wieder stärker auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst sind, sodass sich der Autofahrer als Gast unter Menschen fühlt und sein Fahrverhalten daraufhin anpasst. Zudem soll in diesen Bereichen weitestgehend die Überreglementierung und Schilderflut abgebaut werden, weshalb man sich dort größtenteils nur auf die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung bezieht und das technisch, rechtliche Verkehrsverhalten dem sozialen Verkehrs- und Verbleibsverhalten weicht. Doch sind solche Bereiche auch mit den gesetzlichen Vorgaben zu vereinbaren und stimmt es, dass die teilweise gewünschte Verunsicherung der Verkehrsteilnehmer zu einem Mehr an Sicherheit verhilft? Diese Arbeit gibt einen Überblick und nennt notwendige Hilfsmittel, die für eine Sicherheitsbewertung von Shared-Space-Bereichen hilfreich sind.Hierzu werden zunächst deren Philosophie und Entstehung erläutert,sowie einige unterschiedliche Gestaltungsbeispiele aufgezeigt. Dabei wird klar, dass die Einsatz möglichkeiten von Shared-Space nahezu unbegrenzt sind, da der vom Keuning Instituut geschützte Begriff „Shared-Space“ für alles steht, was zu mehr Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmer führt und mit dem Institut und den Bürgern vor Ort entwickelt wird. Die bekannteste Anwendung von Shared-Space bilden jedoch relativ kurze Abschnitte, in denen ein hohes Rad-und Fußverkehrsaufkommen mit flächigem oder linearem Querungsbedarf auftreten, da diese Situation ideal für Mischverkehrsflächen ist. Für die Umsetzungsmöglichkeiten werden vorab die rechtlichen Regelungen und Unterschiede der Straßenverkehrsordnungen von Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweiz, und Großbritannien betrachtet. Dabei wird klar, dass die Forderung zur Rücksichtnahme gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern in den gesetzlichen Regelungen der Länder unterschiedlich stark verankert ist, weshalb Shared-Space-Bereiche nicht überall gleichermaßen erfolgreich sein müssen. Es bleibt festzuhalten, dass es nach gültiger Straßenverkehrsordnung keine Regellosigkeit und keine echte Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer,wie oftmals gewünscht und beschrieben,gibt. Die Umsetzungsmöglichkeit als nackte Straße, hierzu zählt auch Shared-Space und Gemeinschaftsstraße,beruht immer auf den Grundregeln der Straßenverkehrsordnung, wodurch motorisierter Verkehr weiterhin Vorrang hat, jedoch unter der Forderung besonderer Rücksichtnahme. Dies ist auch bei einer Umsetzung als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich und somit als Tempo-Zone (10/20/30km/h) der Fall. Durch Ausweisen eines verkehrsberuhigten Bereich s („Spielstraße“) oder durch die in der Schweiz existierende Begegnungszone wird der generelle Vorrang auf Fußgänger übertragen . Dabei ist festzustellen, dass die Beschilderung nach Anwendungszweck und vorherrschendem Verkehrsaufkommen, jedoch insbesondere anhand des Mischungsverhältnisses der Verkehrste ilnehmer, gewählt werden sollte. Für die Entwicklung einer Methode zur Sicherheitsbewertung werden vorab alle Verfahren beschrieben , welche zur Gewinnung sicherheitsrelevanter Daten dienen können. Hierzu sind Messungen, Zählungen, Beobachtungen und vor allem Befragungen der Nutzer sowie die Auswertung von Unfalldaten hilfreich . Für neu zu planende Mischverkehrsflächen können auch auf Social-Force-Modellen basierende Simulationen hilfreich sein. Mit diesen Verfahren können Daten gewonnen werden, die mitbestimmen, ob eine Umsetzung als Shared-Space-Bereich geeignet ist und ausreichend Sicherheit gewährleisten kann. Für deren Bewertung spielt der Zusammenhang zwischen objektiver und subjektiver Sicherheit eine wichtige Rolle, denn die tatsächliche Sicherheit ist umso größer, je unsicherer man sich in einem statistisch relativ sicheren Bereich fühlt, da die Unsicherheit zu einem sicheren und rücksichtsvollen Verhalten beiträgt. Auf dieses Prinzip stützt sich maßgeblich die Shared-Space-Philosophie. Sicherheitsrelevante Faktoren sind jedoch, neben der situationsabhängigen Gestaltung, vor allem die Zufriedenheit der Nutzergruppen. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Hauptnutzer abgestimmte Planung und Umsetzung führt zu einer hohen Akzeptanz einer Maßnahme und beeinflusst somit das Verhalten der Verkehrsteilnehmer untereinander, welches vorwiegend dafür verantwortlich ist, ob ein Mischverkehrsbereich sicher oder unsicher wird. Die einheitliche Gestaltung kann helfen, dass ein sicherer Bereich geschaffen wird, wenn Oberflächenmaterialien und Markierungen dazu beitragen, dass niedrige freie Geschwindigkeiten gewählt werden. Das gefahrene Tempo hat einen immensen Einfluss auf die Sicherheit, da mit ihm der notwendige Bremsweg stark ansteigt und sich im Fall des Falles die Aufprallgeschwindigkeit des Fahrzeugs auf die Schwere der Verletzungen bei Radfahrern und Fußgängern auswirkt. Weiterhin ist es oftmals ratsam,in einer Mischverkehrsfläche mittels weicher, optischer Separation zusätzliche sichere Seitenräume zu schaffen, die nur den Fußgängern und ggf. Radfahrern vorbehalten sind. Der wichtigste sicherheitsrelevante Punkt bleibt das Fahrerverhalten selbst, welches neben der Fahrermentalität am besten durch direkte bauliche Maßnahmen, weniger wirksam durch Steuerung der unbewussten Ebene und nur sehr gering durch Verkehrsregulation mittels Verkehrszeichen (Geschwindigkeitsbegrenzung) auf bewusster Ebene beeinflusst werden kann.Somit wird klar, dass Shared-Space-Bereiche nur sicher funktionieren können, wenn rücksichtsvolles Verhalten der Verkehrsteilnehmer durch gute Sichtbeziehungen und eine Gestaltung, welche niedrige Geschwindigkeiten fördert, unterstützt wird. Besondere Berücksichtigung benötigen Sehbehinderte, da diesen durch die neue ebene Gestaltung als Mischverkehrsfläche die üblichen Orientierungsmerkmale, wie Bordsteinkanten, genommen werden. Deshalb sollten taktil erfassbare abgegrenzte Seitenräume und ein Blindenleitsystem umgesetzt werden. Die einzelnen sicherheitsrelevanten Punkte können durch strukturierte Untersuchung hinterfragt werden. Hierzu werden Fragen formuliert, welche durch schrittweises Abarbeiten eine Sicherheitsbewertung ermöglichen und die eigentliche Methode darstellen. Abschließend wird dieses Vorgehen bei zwei unterschiedlichen Shared-Space-Umsetzungen angewandt, um deren Sicherheitsaspekte genauer zu analysieren. Der Opernplatz in Duisburg wurde als verkehrsberuhigter Bereich trotz des sehr hohen motorisierten Verkehrsaufkommens von ca. 14.000 Kfz/24h ausgewiesen. Der kurze Abschnitt und das hohe Fußgängeraufkommen (ca. 500 Fg/h) führt dazu, dass die Umgestaltung als Mischverkehrsplatz relativ gut und sicher funktioniert. In Bohmte wurde im Rahmen eines Infrastrukturförderprogramms der EU eine Straße mit ca. 13.000 Kfz/24h zu einem Shared-Space umgebaut. Diese zur Kategorie der „Naked Street“ zählende Straße kommt ohne zusätzliche Beschilderung aus, weshalb hier nur die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung gelten. Durch die einheitliche höhengleiche Ausbildung mit gliedernden Elementen wurde erreicht, dass die Geschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs etwas niedriger ausfallen als bei der ursprünglichen harten Separation der Verkehrsarten durch Hochborde. Die verbesserten Sichtbeziehungen und die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer führte dazu, dass sich die Sicherheit innerhalb dieses Abschnitts nicht verschlechterte. Im Gegenteil, die vorher oftmals vorhandenen Rückstauungen an den Kreuzungspunkten verursachten häufige Auffahrunfälle, die durch den nun besseren Verkehrsfluss bisher ausblieben. Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass zu einer Analyse der Unfallzahlen vor und nach einer Umgestaltung zu einem Shared-Space die genauen Ursachen hinterfragt werdenmüssen. Nur so können Aussagen zur Sicherheit getroffen werden. Vor allem ist jedoch immer das Sicherheitsgefühl, insbesondere der schwächeren Verkehrsteilnehmer, anhand von Befragungen zu untersuchen.Werden die Nutzer frühzeitig in die Planung miteinbezogen und deren Bedürfnisse berücksichtigt, so kann Shared-Space ein neues innerstädtisches, attraktives und sicheres Raumgefühl ermöglich.

Typ des Eintrags: Diplom- oder Magisterarbeit
Erschienen: 2013
Autor(en): Schuck, Sebastian
Titel: Entwicklung einer Methode zur Sicherheitsbewertung von Shared-Space-Bereichen
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung (Abstract):

In den letzten Jahren fällt im Zusammenhang mit innerstädtischen Verkehrsplanungskonzepten immer häufiger der Name Shared-Space. Der demografische Wandel, sowie die Zunahme des Rad- und Fußverkehrs in Städten sind Gründe,weshalb neue verkehrsplanerische Konzepte das Interesse wecken.Die Grundidee des vom niederländischen Verkehrsplaner Hans Monderman entwickelten Shared-Space-Gedanken besteht darin, neben dem schnellen Verkehrsnetz vereinzelte langsame Verkehrsbereiche zu schaffen, die wieder stärker auf die Bedürfnisse der Menschen angepasst sind, sodass sich der Autofahrer als Gast unter Menschen fühlt und sein Fahrverhalten daraufhin anpasst. Zudem soll in diesen Bereichen weitestgehend die Überreglementierung und Schilderflut abgebaut werden, weshalb man sich dort größtenteils nur auf die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung bezieht und das technisch, rechtliche Verkehrsverhalten dem sozialen Verkehrs- und Verbleibsverhalten weicht. Doch sind solche Bereiche auch mit den gesetzlichen Vorgaben zu vereinbaren und stimmt es, dass die teilweise gewünschte Verunsicherung der Verkehrsteilnehmer zu einem Mehr an Sicherheit verhilft? Diese Arbeit gibt einen Überblick und nennt notwendige Hilfsmittel, die für eine Sicherheitsbewertung von Shared-Space-Bereichen hilfreich sind.Hierzu werden zunächst deren Philosophie und Entstehung erläutert,sowie einige unterschiedliche Gestaltungsbeispiele aufgezeigt. Dabei wird klar, dass die Einsatz möglichkeiten von Shared-Space nahezu unbegrenzt sind, da der vom Keuning Instituut geschützte Begriff „Shared-Space“ für alles steht, was zu mehr Rücksichtnahme unter den Verkehrsteilnehmer führt und mit dem Institut und den Bürgern vor Ort entwickelt wird. Die bekannteste Anwendung von Shared-Space bilden jedoch relativ kurze Abschnitte, in denen ein hohes Rad-und Fußverkehrsaufkommen mit flächigem oder linearem Querungsbedarf auftreten, da diese Situation ideal für Mischverkehrsflächen ist. Für die Umsetzungsmöglichkeiten werden vorab die rechtlichen Regelungen und Unterschiede der Straßenverkehrsordnungen von Deutschland, Österreich, Niederlande, Schweiz, und Großbritannien betrachtet. Dabei wird klar, dass die Forderung zur Rücksichtnahme gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern in den gesetzlichen Regelungen der Länder unterschiedlich stark verankert ist, weshalb Shared-Space-Bereiche nicht überall gleichermaßen erfolgreich sein müssen. Es bleibt festzuhalten, dass es nach gültiger Straßenverkehrsordnung keine Regellosigkeit und keine echte Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer,wie oftmals gewünscht und beschrieben,gibt. Die Umsetzungsmöglichkeit als nackte Straße, hierzu zählt auch Shared-Space und Gemeinschaftsstraße,beruht immer auf den Grundregeln der Straßenverkehrsordnung, wodurch motorisierter Verkehr weiterhin Vorrang hat, jedoch unter der Forderung besonderer Rücksichtnahme. Dies ist auch bei einer Umsetzung als verkehrsberuhigter Geschäftsbereich und somit als Tempo-Zone (10/20/30km/h) der Fall. Durch Ausweisen eines verkehrsberuhigten Bereich s („Spielstraße“) oder durch die in der Schweiz existierende Begegnungszone wird der generelle Vorrang auf Fußgänger übertragen . Dabei ist festzustellen, dass die Beschilderung nach Anwendungszweck und vorherrschendem Verkehrsaufkommen, jedoch insbesondere anhand des Mischungsverhältnisses der Verkehrste ilnehmer, gewählt werden sollte. Für die Entwicklung einer Methode zur Sicherheitsbewertung werden vorab alle Verfahren beschrieben , welche zur Gewinnung sicherheitsrelevanter Daten dienen können. Hierzu sind Messungen, Zählungen, Beobachtungen und vor allem Befragungen der Nutzer sowie die Auswertung von Unfalldaten hilfreich . Für neu zu planende Mischverkehrsflächen können auch auf Social-Force-Modellen basierende Simulationen hilfreich sein. Mit diesen Verfahren können Daten gewonnen werden, die mitbestimmen, ob eine Umsetzung als Shared-Space-Bereich geeignet ist und ausreichend Sicherheit gewährleisten kann. Für deren Bewertung spielt der Zusammenhang zwischen objektiver und subjektiver Sicherheit eine wichtige Rolle, denn die tatsächliche Sicherheit ist umso größer, je unsicherer man sich in einem statistisch relativ sicheren Bereich fühlt, da die Unsicherheit zu einem sicheren und rücksichtsvollen Verhalten beiträgt. Auf dieses Prinzip stützt sich maßgeblich die Shared-Space-Philosophie. Sicherheitsrelevante Faktoren sind jedoch, neben der situationsabhängigen Gestaltung, vor allem die Zufriedenheit der Nutzergruppen. Eine perfekt auf die Bedürfnisse der Hauptnutzer abgestimmte Planung und Umsetzung führt zu einer hohen Akzeptanz einer Maßnahme und beeinflusst somit das Verhalten der Verkehrsteilnehmer untereinander, welches vorwiegend dafür verantwortlich ist, ob ein Mischverkehrsbereich sicher oder unsicher wird. Die einheitliche Gestaltung kann helfen, dass ein sicherer Bereich geschaffen wird, wenn Oberflächenmaterialien und Markierungen dazu beitragen, dass niedrige freie Geschwindigkeiten gewählt werden. Das gefahrene Tempo hat einen immensen Einfluss auf die Sicherheit, da mit ihm der notwendige Bremsweg stark ansteigt und sich im Fall des Falles die Aufprallgeschwindigkeit des Fahrzeugs auf die Schwere der Verletzungen bei Radfahrern und Fußgängern auswirkt. Weiterhin ist es oftmals ratsam,in einer Mischverkehrsfläche mittels weicher, optischer Separation zusätzliche sichere Seitenräume zu schaffen, die nur den Fußgängern und ggf. Radfahrern vorbehalten sind. Der wichtigste sicherheitsrelevante Punkt bleibt das Fahrerverhalten selbst, welches neben der Fahrermentalität am besten durch direkte bauliche Maßnahmen, weniger wirksam durch Steuerung der unbewussten Ebene und nur sehr gering durch Verkehrsregulation mittels Verkehrszeichen (Geschwindigkeitsbegrenzung) auf bewusster Ebene beeinflusst werden kann.Somit wird klar, dass Shared-Space-Bereiche nur sicher funktionieren können, wenn rücksichtsvolles Verhalten der Verkehrsteilnehmer durch gute Sichtbeziehungen und eine Gestaltung, welche niedrige Geschwindigkeiten fördert, unterstützt wird. Besondere Berücksichtigung benötigen Sehbehinderte, da diesen durch die neue ebene Gestaltung als Mischverkehrsfläche die üblichen Orientierungsmerkmale, wie Bordsteinkanten, genommen werden. Deshalb sollten taktil erfassbare abgegrenzte Seitenräume und ein Blindenleitsystem umgesetzt werden. Die einzelnen sicherheitsrelevanten Punkte können durch strukturierte Untersuchung hinterfragt werden. Hierzu werden Fragen formuliert, welche durch schrittweises Abarbeiten eine Sicherheitsbewertung ermöglichen und die eigentliche Methode darstellen. Abschließend wird dieses Vorgehen bei zwei unterschiedlichen Shared-Space-Umsetzungen angewandt, um deren Sicherheitsaspekte genauer zu analysieren. Der Opernplatz in Duisburg wurde als verkehrsberuhigter Bereich trotz des sehr hohen motorisierten Verkehrsaufkommens von ca. 14.000 Kfz/24h ausgewiesen. Der kurze Abschnitt und das hohe Fußgängeraufkommen (ca. 500 Fg/h) führt dazu, dass die Umgestaltung als Mischverkehrsplatz relativ gut und sicher funktioniert. In Bohmte wurde im Rahmen eines Infrastrukturförderprogramms der EU eine Straße mit ca. 13.000 Kfz/24h zu einem Shared-Space umgebaut. Diese zur Kategorie der „Naked Street“ zählende Straße kommt ohne zusätzliche Beschilderung aus, weshalb hier nur die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung gelten. Durch die einheitliche höhengleiche Ausbildung mit gliedernden Elementen wurde erreicht, dass die Geschwindigkeiten des motorisierten Verkehrs etwas niedriger ausfallen als bei der ursprünglichen harten Separation der Verkehrsarten durch Hochborde. Die verbesserten Sichtbeziehungen und die gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer führte dazu, dass sich die Sicherheit innerhalb dieses Abschnitts nicht verschlechterte. Im Gegenteil, die vorher oftmals vorhandenen Rückstauungen an den Kreuzungspunkten verursachten häufige Auffahrunfälle, die durch den nun besseren Verkehrsfluss bisher ausblieben. Schlussendlich bleibt festzuhalten, dass zu einer Analyse der Unfallzahlen vor und nach einer Umgestaltung zu einem Shared-Space die genauen Ursachen hinterfragt werdenmüssen. Nur so können Aussagen zur Sicherheit getroffen werden. Vor allem ist jedoch immer das Sicherheitsgefühl, insbesondere der schwächeren Verkehrsteilnehmer, anhand von Befragungen zu untersuchen.Werden die Nutzer frühzeitig in die Planung miteinbezogen und deren Bedürfnisse berücksichtigt, so kann Shared-Space ein neues innerstädtisches, attraktives und sicheres Raumgefühl ermöglich.

Fachbereich(e)/-gebiet(e): Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr > Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering
Hinterlegungsdatum: 26 Apr 2016 06:13
Alternatives oder übersetztes Abstract:
AbstractSprache
The usage of the term shared space has recently increased in urban traffic planning concepts. The demographic change and the inner-city rise of bicycle and pedestrian traffic are reasons for the interest in new traffic planning concepts. The basic idea of the Dutch traffic planner Hans Monderman, who developed the shared space idea, is to create, next to the fast traffic network, some slow traffic areas, that are more adapted to the people’s needs, in order to make the driver feel as a guest among people and adjust their driving behaviour. Additionally, the excessive regulations and the high number of traffic signs are supposed to be reduced in these areas as far as possible, which is why mostly the basic rules of the Highway Code are valid only. Therefore, the technical legal traffic behaviour gives way for a social traffic and staying behaviour. But are these areas compatible with legal requirements and is it true that the road user’s partially requested insecurity contributes to more security? This paper gives an overview and identifies necessary tools that are useful for assessing the safety of shared space areas. For this purpose, their philosophy and development are discussed and some different design examples are described first. In doing so, it becomes clear that the possibilities of shared space are almost endless, as the by Keuning Instituut protected term "shared space" stands for everything that leads to more courtesy on the roads and is developed with the institute and the local citizens. The best known implementations of shared space , however, consist inrelatively short sections with a high amount of cyclists and pedestrians and extensive or linear demand for crossings, because these situations are ideal for mixed traffic areas. For the possibility of implementation the legal schemes and differences in Highway Codes of Germany, Austria, the Netherlands, Sw itzerland and Great Britain are examined. It becomes obvious that the requirement for courtesy towards weaker road users is anchored to different degrees in the various countries’ regulations. This is why shared spaces do not everywhere have to be equally successful. It should be noted, that according to valid Highway Codes there is no randomness and no real equality of road users, as oft en desired and described. The feasibility of a naked street, which includes shared space and “Gemeinschaftsstraße” (“community road”), is always based on the basic rules of the Highway Code, which means that motorized transport retains the right of way, however, on the condition of special courtesy. The implementation as a traffic-reduced business area and therefore as a pa ce zone (10/20/30km/h)is comparable. In declaring a traffic-reduced area “Spielstraße” (“play street”) or in creating a “Begegnungszone” (“encounter zone”), like in Switzerland, the general right of way is transferred to pedestrians. It is notable that the signs should be chosen according to the purpose and the prevalent traffic situation, but particularly appropriate to the road user’s proportion. In order to develop a method for safety evaluation, all procedures which can be used to obtain security-related data are described first. For this purpose measurements, counts, observations and especially user surveys and analysis of accident data are helpful. For planning a new mixed traffic area also simulations based on social force models can be useful. Using this method, data that co-determines, whether an implementation as a shared space is useful and can guarantee sufficient safety can be obtained. In order to evaluate this, the context of objective and subjective safety plays an important role, as the effective safety is greater, the more insecure you feel in a statistically relatively safe area because uncertainty contributes to a safe and considerate behaviour. This principle is the essential basis of the shared space philosophy. However, relevant factors related to safety are additionally to the situational formation especially the users’ satisfaction. Planning and implementation that are p erfectly adapted to the needs of the main users, lead to a high acceptance of the measure and influence the behaviour of road users among each others, which is mainly esponsible for whether a mixed traffic area is safe or not. The consistent design can help to create a safe area, when the surface materials and markings contribute to the fact that low free speeds are chosen. The velocity has a huge impact on the security, because according to it the required braking distance increases sharply, and the vehicle’s impact speed affects the severity of injury for cyclists and pedestrians. Furthermore, in a mixed traffic area it is often useful to create additional safe lateral spaces only for pedestrians and cyclists, using soft, optical separation. The most important point related to safety is still the driver’s behaviour itself, which in addition to the driver's mentality can be best influenced by direct constructional measures, less effective by controlling the subconscious level, and only slightly by traffic regulation with traffic signs. Thus it is obvious, that shared spaces can only work safely, if the considerate behaviour of road users is supported by good visibilities and an implementation that promotes low speeds. Special consideration is required for people with visual disabilities, because the new flat design as a mixed traffic area deprives them the usual orientation features, such as edges of kerbs. Therefore, tactile detectable delimited lateral spaces and a guidance system for blind persons are required. The individual safety issues can be questioned by structured investigation. For this purpose, questions are formulated which allow a safety evaluation by stepwise processing and represent the actual method. Finally, this approach is applied to two different shared spaceimplementations in order to analyze their security aspects. The “Opernplatz” in Duisburg was designated as a reduced-traffic area, despite the very high motorized traffic volume of approximately 14,000 vehicles/24h. The short section and the high pedestrian traffic (ca. 500 pedestrians/hour) are a reason why the transformation into a mixed traffic space is working relatively good and safe . In Bohmte a road with 13,000 vehicles/24h was converted into a shared space under an EU infrastructure funding. This street, which belongs to the category of “Naked Street”, does not require any additional traffic sign, wherefore only the basic rules of the Highway Code are valid. The consistent design with equal heights and ividing elements, leads to the fact, that the motorized traffic speed is somewhat lower than in the original hard separation of vehicle types by means of high kerbs. The improved visibility and the road users’ mutual respect has as a consequence that the safety issue in this area is not deteriorated. Quite the contrary, the previously often existing congestions at the crossing points used to caus efrequent collisions, which now disappeared due to a more flowing traffic. Finally, it should be noted that additionally to an analysis of accident data before and after a transformation into a shared space, the exact causes need to be questioned. Only in doing so, safety statements can be revealed. Above all, however, the sense of security, particularly of vulnerable road users, must always be investigated by means of surveys. If the users are early involved in the planning process and if their needs are respected, shared space can make a new safe and attractive inner-city atmosphere.Englisch
Export:

Optionen (nur für Redakteure)

Eintrag anzeigen Eintrag anzeigen