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Ableiten von Klassifizierungsmerkmalen für einen Vergleich verkehrlicher Maßnahmen zur Luftreinhaltung

Gruber, Susanne (2010):
Ableiten von Klassifizierungsmerkmalen für einen Vergleich verkehrlicher Maßnahmen zur Luftreinhaltung.
TU Darmstadt,
[Seminar paper (Midterm)]

Abstract

Angesichts des Inkrafttretens neuer, strengerer, europäischer Grenzwerte zum Schutz der Bürger und der Umwelt vor Luftschadstoffbelastungen, stellt die Einhaltung der Grenzwerte in Städten und Ballungsgebieten häufig ein Problem dar. Die Richtlinien der Europäischen Union verlangen bei Überschreitung bzw. absehbarer Überschreitung der Grenzwerte die Erstellung von Luftreinhalteund Aktionsplänen. Überschreitungen werden hauptsächlich im Bereich verkehrsreicher Straßen registriert. Daher werden verschiedene Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Deutschland umgesetzt z.B. „Umweltzonen“. Die Wahl geeigneter Maßnahmen ist schwierig, da der praktische Erfahrungsschatz zu den Wirkungen von Minderungsmaßnahmen noch gering ist und häufig Fragen offen lässt. Es soll Ziel dieser Arbeit sein, die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Wirkungspotentiale von Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu erfassen und für diese Kriterien zu erstellen, die eine möglichst einfache Klassifizierung erlauben. Die erarbeiteten Kriterien werden exemplarisch auf verschiedene Belastungs-Hot Spots angewendet, mit dem Ziel, die Verfügbarkeit der Daten zu prüfen. Die Maßnahmen zur Luftreinhaltung werden in fünf Kategorien unterteilt: Verkehrssteuerung, Stadtentwicklung, Straßen- und Tunnelbau, Technik und Kraftstoffe, sonstige Maßnahmen. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf verkehrlichen Maßnahmen zur Reduzierung der Luftschadstoffkonzentrationen von Feinstaub (PM10) und Stickstoffoxid (NOx) liegt. Die verkehrlichen Maßnahmen werden wiederum in sieben Zielbereiche gegliedert: Finanzierung und ordnungsrechtliche Maßnahmen, kollektive Information und kollektive Steuerung, individuelle Information und Steuerung der Fahrzeuge, Management des öffentlichen Verkehrs, Fracht- und Flottenmanagement, Organisation der Fahrzeugnutzung und Straßenbetriebsmanagement. Im Anschluss daran erfolgt eine nähere Beschreibung. Aufbauend auf einer umfangreichen Literaturrecherche werden die Einflussfaktoren auf das Wirkungspotential der verkehrlichen Maßnahmen dargestellt und in verkehrliche, städtebauliche, meteorologische und strukturelle Faktoren kategorisiert. Nicht alle Einflussfaktoren besitzen eine nachgewiesene oder bedeutsame Relevanz hinsichtlich der Wirkung auf verkehrliche Maßnahmen. Daher werden die wichtigen Einflussfaktoren hervorgehoben und anschließend für diese Kriterien erarbeitet, die eine Klassifizierung der Faktoren ermöglichen. Eine Klassifizierung und der damit verbundene Nutzen eines Kriteriums hängen von der Verfügbarkeit der notwendigen Daten ab, weshalb die Kriterien im nächsten Schritt beispielhaft auf Hot Spots der Großstädte Darmstadt, Frankfurt, München, Augsburg, Stuttgart, Erfurt, Aachen, Dortmund und Tübingen angewendet werden. Dabei stellte sich heraus, dass viele der relevanten Daten zur Klassifizierung bereits in Luftreinhalteplänen enthalten sind bzw. intern in den Kommunen vorliegen. So hat sich gezeigt, dass der Aufwand zur Erfassung für die Kommunen relativ gering ist und keine aufwendigen Messungen notwendig sind. Die Kommunen können die bereits in anderen Städten eingeführten und bewährten Maßnahmen sowie deren Wirkungen miteinander vergleichen. Dadurch können Kosten infolge der Auswahl weniger geeigneter Maßnahmen, basierend auf den vorliegenden Randbedingungen, vermieden oder zumindest reduziert werden. Es bietet sich an, eine Datenbank zu erstellen, in der bereits bewährte verkehrliche Maßnahmen unter Angabe der klassifizierten Einflussfaktoren und des Minderungspotentials zusammengetragen werden. Susanne Gruber April 2010

Item Type: Seminar paper (Midterm)
Erschienen: 2010
Creators: Gruber, Susanne
Title: Ableiten von Klassifizierungsmerkmalen für einen Vergleich verkehrlicher Maßnahmen zur Luftreinhaltung
Language: German
Abstract:

Angesichts des Inkrafttretens neuer, strengerer, europäischer Grenzwerte zum Schutz der Bürger und der Umwelt vor Luftschadstoffbelastungen, stellt die Einhaltung der Grenzwerte in Städten und Ballungsgebieten häufig ein Problem dar. Die Richtlinien der Europäischen Union verlangen bei Überschreitung bzw. absehbarer Überschreitung der Grenzwerte die Erstellung von Luftreinhalteund Aktionsplänen. Überschreitungen werden hauptsächlich im Bereich verkehrsreicher Straßen registriert. Daher werden verschiedene Maßnahmen zur Luftreinhaltung in Deutschland umgesetzt z.B. „Umweltzonen“. Die Wahl geeigneter Maßnahmen ist schwierig, da der praktische Erfahrungsschatz zu den Wirkungen von Minderungsmaßnahmen noch gering ist und häufig Fragen offen lässt. Es soll Ziel dieser Arbeit sein, die wesentlichen Einflussfaktoren auf die Wirkungspotentiale von Maßnahmen zur Luftreinhaltung zu erfassen und für diese Kriterien zu erstellen, die eine möglichst einfache Klassifizierung erlauben. Die erarbeiteten Kriterien werden exemplarisch auf verschiedene Belastungs-Hot Spots angewendet, mit dem Ziel, die Verfügbarkeit der Daten zu prüfen. Die Maßnahmen zur Luftreinhaltung werden in fünf Kategorien unterteilt: Verkehrssteuerung, Stadtentwicklung, Straßen- und Tunnelbau, Technik und Kraftstoffe, sonstige Maßnahmen. Der Fokus dieser Arbeit liegt auf verkehrlichen Maßnahmen zur Reduzierung der Luftschadstoffkonzentrationen von Feinstaub (PM10) und Stickstoffoxid (NOx) liegt. Die verkehrlichen Maßnahmen werden wiederum in sieben Zielbereiche gegliedert: Finanzierung und ordnungsrechtliche Maßnahmen, kollektive Information und kollektive Steuerung, individuelle Information und Steuerung der Fahrzeuge, Management des öffentlichen Verkehrs, Fracht- und Flottenmanagement, Organisation der Fahrzeugnutzung und Straßenbetriebsmanagement. Im Anschluss daran erfolgt eine nähere Beschreibung. Aufbauend auf einer umfangreichen Literaturrecherche werden die Einflussfaktoren auf das Wirkungspotential der verkehrlichen Maßnahmen dargestellt und in verkehrliche, städtebauliche, meteorologische und strukturelle Faktoren kategorisiert. Nicht alle Einflussfaktoren besitzen eine nachgewiesene oder bedeutsame Relevanz hinsichtlich der Wirkung auf verkehrliche Maßnahmen. Daher werden die wichtigen Einflussfaktoren hervorgehoben und anschließend für diese Kriterien erarbeitet, die eine Klassifizierung der Faktoren ermöglichen. Eine Klassifizierung und der damit verbundene Nutzen eines Kriteriums hängen von der Verfügbarkeit der notwendigen Daten ab, weshalb die Kriterien im nächsten Schritt beispielhaft auf Hot Spots der Großstädte Darmstadt, Frankfurt, München, Augsburg, Stuttgart, Erfurt, Aachen, Dortmund und Tübingen angewendet werden. Dabei stellte sich heraus, dass viele der relevanten Daten zur Klassifizierung bereits in Luftreinhalteplänen enthalten sind bzw. intern in den Kommunen vorliegen. So hat sich gezeigt, dass der Aufwand zur Erfassung für die Kommunen relativ gering ist und keine aufwendigen Messungen notwendig sind. Die Kommunen können die bereits in anderen Städten eingeführten und bewährten Maßnahmen sowie deren Wirkungen miteinander vergleichen. Dadurch können Kosten infolge der Auswahl weniger geeigneter Maßnahmen, basierend auf den vorliegenden Randbedingungen, vermieden oder zumindest reduziert werden. Es bietet sich an, eine Datenbank zu erstellen, in der bereits bewährte verkehrliche Maßnahmen unter Angabe der klassifizierten Einflussfaktoren und des Minderungspotentials zusammengetragen werden. Susanne Gruber April 2010

Divisions: 13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences
13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences > Institutes of Transportation
13 Department of Civil and Environmental Engineering Sciences > Institutes of Transportation > Institute for Transport Planning and Traffic Engineering
Date Deposited: 21 Jan 2018 14:12
Official URL: https://www.verkehr.tu-darmstadt.de/media/verkehr/fgvv/beruf...
Referees: Boltze, Prof. Dr. Manfred and Kohoutek, Dipl.-Ing. Sven
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Alternative abstract Language
In light of new, stricter European limits coming into effect, for the safety of citizens and the environment from air pollution contamination, compliance with the limits in cities and regional conurbation constitutes a common problem. The directives of the European Union require the generation of a clean air plan and action plan, if the limits are violated or rather are violated in foreseeable future. Limit violations are mostly registered in the area of congested roads. This is why different air pollution control measures are implemented in Germany, for example “green zones”. The choice of a suitable measure is difficult, because there is little hands-on experience of the effects of reduction measures and several points still require clarification. The aim of this thesis is to determine the fundamental factors of influence on the potential effectiveness of air pollution control measures and to develop criteria to categorize these. These criteria are then applied to different hot spots, to test the suitability of the data. Air pollution control measures are divided into four categories: traffic control, urban development, techniques & fuel and other measures. The focus of this thesis is on traffic control measures to reduce air pollution concentrations of particulate matter (PM10) and nitrogen oxide (NOx). Measures of traffic control are subclassified into seven target areas: financing and regulatory measures, collective information and collective control, individual information and control of motor vehicles, management of public transport, cargo and fleet management, organization of utilization of motor vehicles and road business management. This is followed by a more detailed description. Based on extensive literature research, the factors that influence the potential effectiveness of traffic measures were described and divided into four categories: traffic, urban development, meteorology and structure. Not all of the identified factors have a proven or significant relevance on the effect of traffic measures. Therefore the most relevant factors were chosen and afterwards compiled for those criteria, which allow for the classification of the factors. A classification and the linked value of a criterion depend on the availability of the necessary data. This why the criteria were applied to hot spots of some major cities in Germany in the next step: Darmstadt, Frankfurt, Munich, Augsburg, Stuttgart, Erfurt, Aachen, Dortmund and Tübingen. It transpired that much of the relevant data for classification is already included in the clean air plan or are available in the communes internally. It turned out, that the expenditure of the capture for the local authorities is comparative low and that there are no complex measurements required. The communes can compare already established and approved measures in other cities and their effects. This way costs due to the choice of less qualified measures, based on the existing boundary conditions, can be avoided or at least be reduced. The next step would be to create a database with already approved traffic measures, specifying the classified factors of influence and the reduction potential for each of these. Susanne Gruber April 2010English
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