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Anwendungsmöglichkeiten von Floating Phone Dat im intermodalen Verkehr

Schönberger, Marika :
Anwendungsmöglichkeiten von Floating Phone Dat im intermodalen Verkehr.
TU Darmstadt
[Bachelorarbeit], (2012)

Kurzbeschreibung (Abstract)

In der vorliegenden Bachelor-Thesis sollten intermodale Anwendungsmöglichkeiten von Floating Phone Data (FPD) zusammengetragen, analysiert und bewertet werden. Um zunächst einige weitere Möglichkeiten der Verkehrslageerfassung und Positionsbestimmung aufzuzeigen und diese von FPD abzugrenzen, wurde eine Übersicht erstellt. Diese macht deutlich, dass es mit Hilfe von FPD erstmals möglich ist, Routen einer großen Anzahl von Verkehrsteilnehmern zu erfassen. Um diese Routen zu ermitteln, nutzt FPD die ständige Kommunikation von Mobilfunkgeräten mit ihren Basisstationen. Hier wird zunächst dahingehend unterschieden, ob sich das Gerät im Stand-by-Modus befindet oder von ihm ein Gespräch ausgeht. Das Mobilfunknetz besteht aus vielen Funkzellen, die wiederum zu Location Areas zusammengefasst werden. Befindet sich das Mobiltelefon im Stand-by-Modus, lässt sich dessen Wechsel zu einer neuen Location Area feststellen. Geht von ihm allerdings ein Telefonat aus, lässt sich sogar der Wechsel der Funkzelle, ein sogenanntes handover, registrieren. Präzisiert wird diese Ortsermittlung durch die Messung des Timing-Advance-Wertes, dem Vergleich mit Signalstärkekarten und der Anwendung verschiedener Algorithmen und Filter. Eine Ortung auf bis zu 100 m genau ist so heute realisierbar. Mit Hilfe von FPD ist es so möglich Verkehrsdaten im zeitlichen Längsschnitt, nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Bundes- und Landesstraßen zu erheben, ohne zusätzliche Technik installieren zu müssen. Durch einen Ausstattungsgrad von Mobilfunkgeräten in Fahrzeugen von 60%, können diese Daten in großer Menge gesammelt werden. Ein Nachteil ist jedoch die derzeitige Genauigkeit der Ortungsdaten. So ist diese der GPS-Ortung weit unterlegen. Vor allem in engen Straßennetzen oder bei geringem Verkehrsaufkommen zeigt das System Schwächen. Weiterhin ist bei der Erhebung und Auswertung der Daten auf den Datenschutz zu achten. Auch bei der Erhebung anonymisierter Daten ist eine Identifizierung des Kunden durch dessen regelmäßige Bewegungsmuster möglich. Deshalb ist ein sorgsamer Umgang mit eben diesen Daten von großer Bedeutung. Werden individuelle Daten erhoben, darf dies nur unter Zustimmung des Kunden geschehen. Zur Positionsermittlung ist eine schriftliche Erlaubnis des Kunden einzuholen, die dieser jederzeit zurückziehen kann. Die gewonnenen Daten müssen auf sicheren Wegen übertragen werden und sind ausschließlich zweckgebunden zu nutzen. Im Zuge dessen startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) 2003 das Förderprojekt „Verkehrsmanagement 2012“. Teilnehmende Projekte, die FPD nutzten, waren das Forschungsprojekt Datenoptimierung für integrierte Telematik (Do-iT) der Universität Stuttgart und die Projekte TrafficOnline und Ring&Ride der Universität Braunschweig. Das Projekt Do-iT befasst sich mit der Ortung und Routenermittlung der aktiv am Verkehr teilnehmenden Personen des Motorisierten Individualverkehrs (MIV). Mit diesen Daten wurde anschließend das Routenwahlverhalten untersucht, Quell-Ziel-Matrizen erstellt und die Verkehrslage erfasst. Praxistests erfolgten auf der Strecke Stuttgart-Walldorf und im Stadtnetz Karlsruhe. Ergebnisse waren eine Standardabweichung von 300 – 400 m bei der Ortung sowie die 61%-ig korrekte Erfassung der ÖPNV-Teilnehmer, eine Befolgungsrate von 29% bei Störungsmeldungen, eine 97% richtige Tagesprognose des Verkehrsaufkommens und eine Detektionsrate der Verkehrsstörungen von 25%. TrafficOnline untersuchte im Gegensatz zum Projekt Do-iT ausschließlich die Verkehrslageerfassung hinsichtlich Entstehung und Auflösung von Staus sowie die Exaktheit der erhobenen Daten. Das Resultat war eine gute Übereinstimmung der FPD mit den Referenzdaten auf vielbefahrenen Straßen mit hohen bis mittleren Durchschnittsgeschwindigkeiten. Großen Variationen unterlagen die Daten vor allem morgens und nachts im innerstädtischen Gebiet aufgrund des engen Straßennetzes und der geringen Durchschnittsgeschwindigkeiten. Das E-Ticketing-System Ring&Ride befasste sich mit der Bepreisung von im ÖPV zurückgelegten Strecken mittels FPD-Ortung. Weiterhin wurde die Kundenzufriedenheit in einem Praxistest untersucht. Die Preise wurden dabei im Nahverkehr zu 94%, im Fernverkehr zu 96% korrekt ermittelt. Im Punkt Zufriedenheit und Akzeptanz erhielt das Projekt gute bis sehr gute Noten. Die Kunden hatten trotz Unbehagen durch die Ortung großes Vertrauen in die Einhaltung des Datenschutzes. 50% würden das Angebot auch im Echtzeitbetrieb nutzen und 20% gaben an durch dieses System häufiger den öffentlichen Verkehr zu wählen. Weitere ausländische Projekte, die FPD für die Erfassung der Verkehrslage nutzen, sind das 2011 von INRIX übernommene ITIS Holdings, das System Mobile Traffic Services des Unternehmens Logica CMG und das französische Projekt Sinergit. Auch diese erkannten die guten Übereinstimmungen mit Referenzdaten auf Straßen und zu Zeiten hohen Verkehrsaufkommens und die Schwächen im innerstädtischen Straßennetz. Die Möglichkeit FPD für weitere Anwendungen zu nutzen, wurde in dieser Arbeit anschließend untersucht. Forschungsgegenstand war zunächst die Einsetzbarkeit der Ortung mittels FPD zur Routenermittlung im öffentlichen Personenverkehr (ÖPV). Ziel war es hier, die Qualität von Verkehrsinformationen im ÖPV mit Hilfe persönlicher Kundendaten zu verbessern und betriebliche Anforderungen, wie Umsteigezeiten/-punkte, Taktzeiten und Fahrzeuggrößen anzupassen. Weitere potentielle Anwendungsmöglichkeiten können auf diese erhobenen Daten anschließend zugreifen. Die Kombination von FPD mit Navigationsgeräten verbindet die Vorteile des MIV und ÖPV. Unter Einbeziehung aller Verkehrsmittel soll hier die schnellste Route unter Beachtung aller Störfälle gefunden und dem Kunden zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Kunden mit gleichen Routen zu ermitteln und zu Fahrgemeinschaften zusammenzuführen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit stellt die kundenfreundliche Datenbereitstellung mit Hilfe einer Handy-Applikation dar. Ziel ist es hier individuelle Kundendaten zu generieren und zu speichern und so benutzerspezifische Alternativrouten bei Störungen automatisch anzubieten. Auch hier können Kunden mit gleichen Routen zusammengeführt werden, wodurch zum Beispiel die Nutzung von Gruppentickets erleichtert wird. Um diese Anwendung nutzen zu können, wird der Besitz von Smartphones vorausgesetzt. Da jedoch der Verbreitungsgrad dieser moderneren Form des Mobiltelefons derzeitig bei 35% liegt, müssen auch Kunden bedacht werden, die diese Endgeräte nicht besitzen. Die Idee war hier Informationsstationen an hochfrequentierten Umsteigepunkten des ÖPV zu installieren. Ziel war es ebenfalls die Routen einzelner Kunden mit Hilfe eines persönlichen Accounts zu speichern und so bei Störungen benutzerspezifische Alternativverbindungen aufzeigen zu können. All diese potentiellen Anwendungsmöglichkeiten sollen durch die Qualitätssteigerung des ÖPV diesen attraktiver gestalten und so zu dessen häufigeren Nutzung beitragen. Die Projekte und Anwendungsmöglichkeiten wurden anschließend bewertet, um deren Vorteile aber auch Schwachpunkte bezogen auf die Umsetzbarkeit herauszufiltern und so weiteren Handlungs- und Forschungsbedarf aufzeigen zu können. Hierzu wurde die Methodik der Nutzwertanalyse gewählt. Nach der Aufstellung eines Zielsystems wurden die Oberziele, Ziele und Kriterien gewichtet und alle Systeme hinsichtlich ihrer Erfüllung von „sehr gut“ (++) bis „sehr schlecht“ (--) eingestuft. Oberziele waren mit abfallender Reihenfolge ihrer Gewichtung „Leistungsfähigkeit/Qualität“, „Wirtschaftlichkeit“, „Umweltverträglichkeit/Nachhaltigkeit“, „Akzeptanz“ und „Sicherheit“. Grundlage dieser Bewertungsmatrix war die DIN EN 13816 und die Dissertation „Analyse und Evaluation von Nahverkehrsplänen und die Aufstellung von Kriterien zur Bewertung von Standards im ÖPNV“ der Universität Kassel. Ergebnis der Bewertung war, dass sich FPD gut eignet, um vor allem eine große Menge und einen breiten Umfang an Daten zu sammeln. Als alleinige Datenquelle ist FPD aufgrund der hohen Streuungen und Ungenauigkeit je nach Verkehrsaufkommen und Straßennetz derzeit nicht einsetzbar. Die Fusion mit weiteren Daten des Verkehrsnetzes ist damit weiterhin notwendig, um die Zuverlässigkeit der weitergegebenen Informationen zu gewährleisten. Weiterhin kann die Nutzung individueller, personenbezogener Daten den Datenschutz beeinträchtigen und damit das Vertrauen des Kunden mindern. Es muss daher in Betracht gezogen werden, dass es sinnvoller ist den Vorteil der breiten Datengrundlage von FPD zu nutzen und individuelle Routen der Kunden nur in Ausnahmefällen zu ermitteln. Forschungsbedarf besteht weiterhin in der Erhöhung der Datengenauigkeit. Daher sollte untersucht werden in wie weit sich die Daten durch die Anwendung weiterer Algorithmen oder Filter verbessern lassen. Bessere Ortungsergebnisse mittels Mobilfunk sind außerdem durch die Einführung des UMTS-Netzes zu erwarten. Durch die immer weitere Verbreitung von Smartphones und deren Integration von GPS und WLAN muss weiterhin überprüft werden, inwieweit sich durch die Verwendung dieser Technologien die Präzision der Ortungsdaten verbessern lässt und inwieweit dies technisch realisierbar ist.

Typ des Eintrags: Bachelorarbeit
Erschienen: 2012
Autor(en): Schönberger, Marika
Titel: Anwendungsmöglichkeiten von Floating Phone Dat im intermodalen Verkehr
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung (Abstract):

In der vorliegenden Bachelor-Thesis sollten intermodale Anwendungsmöglichkeiten von Floating Phone Data (FPD) zusammengetragen, analysiert und bewertet werden. Um zunächst einige weitere Möglichkeiten der Verkehrslageerfassung und Positionsbestimmung aufzuzeigen und diese von FPD abzugrenzen, wurde eine Übersicht erstellt. Diese macht deutlich, dass es mit Hilfe von FPD erstmals möglich ist, Routen einer großen Anzahl von Verkehrsteilnehmern zu erfassen. Um diese Routen zu ermitteln, nutzt FPD die ständige Kommunikation von Mobilfunkgeräten mit ihren Basisstationen. Hier wird zunächst dahingehend unterschieden, ob sich das Gerät im Stand-by-Modus befindet oder von ihm ein Gespräch ausgeht. Das Mobilfunknetz besteht aus vielen Funkzellen, die wiederum zu Location Areas zusammengefasst werden. Befindet sich das Mobiltelefon im Stand-by-Modus, lässt sich dessen Wechsel zu einer neuen Location Area feststellen. Geht von ihm allerdings ein Telefonat aus, lässt sich sogar der Wechsel der Funkzelle, ein sogenanntes handover, registrieren. Präzisiert wird diese Ortsermittlung durch die Messung des Timing-Advance-Wertes, dem Vergleich mit Signalstärkekarten und der Anwendung verschiedener Algorithmen und Filter. Eine Ortung auf bis zu 100 m genau ist so heute realisierbar. Mit Hilfe von FPD ist es so möglich Verkehrsdaten im zeitlichen Längsschnitt, nicht nur auf Autobahnen, sondern auch auf Bundes- und Landesstraßen zu erheben, ohne zusätzliche Technik installieren zu müssen. Durch einen Ausstattungsgrad von Mobilfunkgeräten in Fahrzeugen von 60%, können diese Daten in großer Menge gesammelt werden. Ein Nachteil ist jedoch die derzeitige Genauigkeit der Ortungsdaten. So ist diese der GPS-Ortung weit unterlegen. Vor allem in engen Straßennetzen oder bei geringem Verkehrsaufkommen zeigt das System Schwächen. Weiterhin ist bei der Erhebung und Auswertung der Daten auf den Datenschutz zu achten. Auch bei der Erhebung anonymisierter Daten ist eine Identifizierung des Kunden durch dessen regelmäßige Bewegungsmuster möglich. Deshalb ist ein sorgsamer Umgang mit eben diesen Daten von großer Bedeutung. Werden individuelle Daten erhoben, darf dies nur unter Zustimmung des Kunden geschehen. Zur Positionsermittlung ist eine schriftliche Erlaubnis des Kunden einzuholen, die dieser jederzeit zurückziehen kann. Die gewonnenen Daten müssen auf sicheren Wegen übertragen werden und sind ausschließlich zweckgebunden zu nutzen. Im Zuge dessen startete das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) 2003 das Förderprojekt „Verkehrsmanagement 2012“. Teilnehmende Projekte, die FPD nutzten, waren das Forschungsprojekt Datenoptimierung für integrierte Telematik (Do-iT) der Universität Stuttgart und die Projekte TrafficOnline und Ring&Ride der Universität Braunschweig. Das Projekt Do-iT befasst sich mit der Ortung und Routenermittlung der aktiv am Verkehr teilnehmenden Personen des Motorisierten Individualverkehrs (MIV). Mit diesen Daten wurde anschließend das Routenwahlverhalten untersucht, Quell-Ziel-Matrizen erstellt und die Verkehrslage erfasst. Praxistests erfolgten auf der Strecke Stuttgart-Walldorf und im Stadtnetz Karlsruhe. Ergebnisse waren eine Standardabweichung von 300 – 400 m bei der Ortung sowie die 61%-ig korrekte Erfassung der ÖPNV-Teilnehmer, eine Befolgungsrate von 29% bei Störungsmeldungen, eine 97% richtige Tagesprognose des Verkehrsaufkommens und eine Detektionsrate der Verkehrsstörungen von 25%. TrafficOnline untersuchte im Gegensatz zum Projekt Do-iT ausschließlich die Verkehrslageerfassung hinsichtlich Entstehung und Auflösung von Staus sowie die Exaktheit der erhobenen Daten. Das Resultat war eine gute Übereinstimmung der FPD mit den Referenzdaten auf vielbefahrenen Straßen mit hohen bis mittleren Durchschnittsgeschwindigkeiten. Großen Variationen unterlagen die Daten vor allem morgens und nachts im innerstädtischen Gebiet aufgrund des engen Straßennetzes und der geringen Durchschnittsgeschwindigkeiten. Das E-Ticketing-System Ring&Ride befasste sich mit der Bepreisung von im ÖPV zurückgelegten Strecken mittels FPD-Ortung. Weiterhin wurde die Kundenzufriedenheit in einem Praxistest untersucht. Die Preise wurden dabei im Nahverkehr zu 94%, im Fernverkehr zu 96% korrekt ermittelt. Im Punkt Zufriedenheit und Akzeptanz erhielt das Projekt gute bis sehr gute Noten. Die Kunden hatten trotz Unbehagen durch die Ortung großes Vertrauen in die Einhaltung des Datenschutzes. 50% würden das Angebot auch im Echtzeitbetrieb nutzen und 20% gaben an durch dieses System häufiger den öffentlichen Verkehr zu wählen. Weitere ausländische Projekte, die FPD für die Erfassung der Verkehrslage nutzen, sind das 2011 von INRIX übernommene ITIS Holdings, das System Mobile Traffic Services des Unternehmens Logica CMG und das französische Projekt Sinergit. Auch diese erkannten die guten Übereinstimmungen mit Referenzdaten auf Straßen und zu Zeiten hohen Verkehrsaufkommens und die Schwächen im innerstädtischen Straßennetz. Die Möglichkeit FPD für weitere Anwendungen zu nutzen, wurde in dieser Arbeit anschließend untersucht. Forschungsgegenstand war zunächst die Einsetzbarkeit der Ortung mittels FPD zur Routenermittlung im öffentlichen Personenverkehr (ÖPV). Ziel war es hier, die Qualität von Verkehrsinformationen im ÖPV mit Hilfe persönlicher Kundendaten zu verbessern und betriebliche Anforderungen, wie Umsteigezeiten/-punkte, Taktzeiten und Fahrzeuggrößen anzupassen. Weitere potentielle Anwendungsmöglichkeiten können auf diese erhobenen Daten anschließend zugreifen. Die Kombination von FPD mit Navigationsgeräten verbindet die Vorteile des MIV und ÖPV. Unter Einbeziehung aller Verkehrsmittel soll hier die schnellste Route unter Beachtung aller Störfälle gefunden und dem Kunden zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, Kunden mit gleichen Routen zu ermitteln und zu Fahrgemeinschaften zusammenzuführen. Eine weitere Anwendungsmöglichkeit stellt die kundenfreundliche Datenbereitstellung mit Hilfe einer Handy-Applikation dar. Ziel ist es hier individuelle Kundendaten zu generieren und zu speichern und so benutzerspezifische Alternativrouten bei Störungen automatisch anzubieten. Auch hier können Kunden mit gleichen Routen zusammengeführt werden, wodurch zum Beispiel die Nutzung von Gruppentickets erleichtert wird. Um diese Anwendung nutzen zu können, wird der Besitz von Smartphones vorausgesetzt. Da jedoch der Verbreitungsgrad dieser moderneren Form des Mobiltelefons derzeitig bei 35% liegt, müssen auch Kunden bedacht werden, die diese Endgeräte nicht besitzen. Die Idee war hier Informationsstationen an hochfrequentierten Umsteigepunkten des ÖPV zu installieren. Ziel war es ebenfalls die Routen einzelner Kunden mit Hilfe eines persönlichen Accounts zu speichern und so bei Störungen benutzerspezifische Alternativverbindungen aufzeigen zu können. All diese potentiellen Anwendungsmöglichkeiten sollen durch die Qualitätssteigerung des ÖPV diesen attraktiver gestalten und so zu dessen häufigeren Nutzung beitragen. Die Projekte und Anwendungsmöglichkeiten wurden anschließend bewertet, um deren Vorteile aber auch Schwachpunkte bezogen auf die Umsetzbarkeit herauszufiltern und so weiteren Handlungs- und Forschungsbedarf aufzeigen zu können. Hierzu wurde die Methodik der Nutzwertanalyse gewählt. Nach der Aufstellung eines Zielsystems wurden die Oberziele, Ziele und Kriterien gewichtet und alle Systeme hinsichtlich ihrer Erfüllung von „sehr gut“ (++) bis „sehr schlecht“ (--) eingestuft. Oberziele waren mit abfallender Reihenfolge ihrer Gewichtung „Leistungsfähigkeit/Qualität“, „Wirtschaftlichkeit“, „Umweltverträglichkeit/Nachhaltigkeit“, „Akzeptanz“ und „Sicherheit“. Grundlage dieser Bewertungsmatrix war die DIN EN 13816 und die Dissertation „Analyse und Evaluation von Nahverkehrsplänen und die Aufstellung von Kriterien zur Bewertung von Standards im ÖPNV“ der Universität Kassel. Ergebnis der Bewertung war, dass sich FPD gut eignet, um vor allem eine große Menge und einen breiten Umfang an Daten zu sammeln. Als alleinige Datenquelle ist FPD aufgrund der hohen Streuungen und Ungenauigkeit je nach Verkehrsaufkommen und Straßennetz derzeit nicht einsetzbar. Die Fusion mit weiteren Daten des Verkehrsnetzes ist damit weiterhin notwendig, um die Zuverlässigkeit der weitergegebenen Informationen zu gewährleisten. Weiterhin kann die Nutzung individueller, personenbezogener Daten den Datenschutz beeinträchtigen und damit das Vertrauen des Kunden mindern. Es muss daher in Betracht gezogen werden, dass es sinnvoller ist den Vorteil der breiten Datengrundlage von FPD zu nutzen und individuelle Routen der Kunden nur in Ausnahmefällen zu ermitteln. Forschungsbedarf besteht weiterhin in der Erhöhung der Datengenauigkeit. Daher sollte untersucht werden in wie weit sich die Daten durch die Anwendung weiterer Algorithmen oder Filter verbessern lassen. Bessere Ortungsergebnisse mittels Mobilfunk sind außerdem durch die Einführung des UMTS-Netzes zu erwarten. Durch die immer weitere Verbreitung von Smartphones und deren Integration von GPS und WLAN muss weiterhin überprüft werden, inwieweit sich durch die Verwendung dieser Technologien die Präzision der Ortungsdaten verbessern lässt und inwieweit dies technisch realisierbar ist.

Fachbereich(e)/-gebiet(e): Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr > Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering
Hinterlegungsdatum: 04 Apr 2016 12:55
Gutachter / Prüfer: Boltze, Prof. Dr. Manfred ; Fornauf, Dip.W.Ing Leif
Alternatives oder übersetztes Abstract:
AbstractSprache
In the present bachelor-thesis intermodal applications of Floating Phone Data (FPD) will be gathered, analysed and evaluated. To introduce the topic and to show and outline FPD from other possibilities of capturing the traffic situation and determining positioning data a diagram was created. This shows that now for the first time it is possible to determine routes of an array of road users. For determining these routes FPD uses the permanent communication between mobile telephones and their base station. At first a distinction is drawn between a mobile phone that is in stand-by mode and a model with an outgoing call. The mobile network consists of multiple radio cells which are summarized to ‘location areas’. If the phone is on stand-by mode the changeover to another location area can be determined while moving. If the user receives or is making a phone call, even the change to a new radio cell can be registered, which is called handover. The determining of the position can be captured more precisely by measuring the Timing-Advance-Value, comparing it with signal-strength-maps and using different algorithms and filters. Today an accuracy up to 100 m is already possible. With the help of FPD it is possible to determine traffic data in a longitudinal section not only on motorways but also on state and federal roads without using any new technology. Because 60% of vehicle users are equipped with mobile phones, data can be collected in great quantities. One of the disadvantages of FPD is the current accuracy of the positioning data which is much less precise than GPS positioning. Especially in narrow road networks or times of low traffic the system exhibits its weakness. While collecting and evaluating the positioning data, it also has to be ensured that the limits of data protection are observed. Also by means of anonymised data identification of customers is possible by recognizing constant movement patterns. Therefore a careful data handling is highly important. Gathering individual data is only permitted with the agreement of the customer. For determining the customers position a written permission is required which can be cancelled at any time. The acquired data has to be transported safe and used only for the committed purpose. In 2003 the “Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie” (BMWi) started the governmentsubsidised project named “Verkehrsmanagement 2012“. Participants using FPD were the research project “Datenoptimierung für integrierte Telematik“ (Do-iT) of the university in Stuttgart and the projects TrafficOnline und Ring&Ride of the university in Braunschweig. The project Do-iT deals with determining the position and routes of active traffic users of the motorised private transport. Using this data, route choices could be monitored, Origin-Destination Matrices generated and the traffic determined. A field test took place on the route from Stuttgart to Walldorf and in the city network of Karlsruhe. The result was a standard deviation of 300 – 400 m of positioning and a 61% correct detection of short-distance public transport users, a compliance rate of 29% after trouble reports, a 97% correct daily forecast of traffic and a detection rate of traffic disruption of 25%. In contrast to Do-iT TrafficOnline only determined the road situation regarding forming and dissolving of traffic jams as well as the accuracy of the gathered data. The result was a strong correlation of FPD and the reference data on high frequented roads with a high to medium average speed. The data showed a high variation especially during morning and night times as well as in the inner city area. The E-Ticketing-System Ring&Ride deals with the pricing of routes covered in the short-distance public transport using FPD. Furthermore the customer satisfaction was analysed by accomplishing a field test. The prices were determined correct in 94% of short-distance and in 96% of long-distance traffic. In terms of satisfaction and acceptance the project received a good to very good rating. In spite of the discomfort concerning the positioning the customers had a big faith in the compliance of the data protection. 50% would use Ring&Ride again and 20% stated that they would use the public transport more often. Further foreign projects using FPD for acquiring the road situation were ITIS Holdings, the system Mobile Traffic Services of the company Logica CMG and the French project Sinergit. They all showed a good consistence to the reference data on roads and at times of high traffic volume and a weakness in the inner city road network. In the following, the opportunity using FPD for further applications was analysed. The key topic was using FPD positioning for monitoring the route choice in public transport. The target was to improve the quality of traffic information in public transport with the help of individual customer data. Also the headway, transfer time, interchange points and vehicle sizes should be adjusted using the gathered data. Further potential applications can access these data. Connecting FPD with navigation devices combines the advantages of the motorised private and the short-distance public transport. Involving all means of transport, it should be possible to find the fastest route observing every traffic disruption and providing it for the customer. Another opportunity is finding customers with identical routes for supporting car sharing. Another possible application is to supply customer-friendly data by using applications for mobile phones. For automatic provision of user-defined alternative routes in case of disruption, individual customer data shall be gathered and saved. As before customers with identical routes can be brought together and cheaper group tickets can be used. To use this application a smartphone is required. Nowadays the prevalence rate of smartphones is about 35%. That is why customers who do not own this kind of phone should be considered. The idea was to install information points at high frequented interchange points of public transport. The aim was to gather and save the routes of the customer by using personal accounts. In case of any disruptions in the public traffic alternative connections can be provided. All these potential applications should increase the attractiveness of the public transport by improving its quality and lead to higher usage. To figure out the advantages and disadvantages and to show further need for research the projects and applications were evaluated. For this purpose the method of a value benefit analysis was chosen. After establishing a goal system the aims and criteria were weighted. Afterwards the systems were rated from “very good” (++) to “very bad”(- -). The overall objectives of the goal system were “effectiveness/quality”, “profitability”, “environmental compatibility/sustainability”, “acceptance” and “safety”. The basis of this evaluation was the dissertation “Analyse und Evaluation von Nahverkehrsplänen und die Aufstellung von Kriterien zur Bewertung von Standards im ÖPNV “ about evaluating standards in the public transport from the university in Kassel from 2005 and the DIN EN 13816. The result was that FPD is suitable for collecting a broad and large amount of data. But because of the wide scatterings and the inaccuracy depending on traffic volume and road network it is impossible to use FPD as the only data source. The fusion with other traffic data is still necessary for guaranteeing the reliability of the provided information. Furthermore using individual, personal data can decline the data protection and the trust of the customer. That is why it has to be considered if it would prove beneficial to use the advantages of collecting a broad data basis and determining individual routes solely in exceptional cases. Furthermore a need for research consists in increasing the accuracy of the data. Therefore it should be evaluated to what extent the quality of the data can be improved by using further algorithms and filters. Better positioning results using mobile phones can also be expected because of the launching of the UMTS network. Caused by the increasing dissemination of smartphones with attached GPS and WLAN it should be reviewed to what extent the accuracy of the positioning data could be improved by using this technique considering technical feasibility.Englisch
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