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Optimierung bestehender Ansätze zur ÖPNV-Beschleunigung

Zhu, Lijia :
Optimierung bestehender Ansätze zur ÖPNV-Beschleunigung.
TU Darmstadt
[Masterarbeit], (2011)

Kurzbeschreibung (Abstract)

Im Straßenverkehr kommt es mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen trotz Anwendung verschiedenartiger Maßnahmen immer mehr zu Stauungen im Straßennetz. Um dem entgegenzuwirken, wird es versucht, der Anteil des öffentlichen Personennahverkehr; (ÖPNV) zu erhöhen, da der ÖPNV höhere Beförderungseffizienz gegenüber den MIV bietet und daher die Anzahl der aktiven Verkehrsteilnehmer verringern und die Kapazitäten des Straßenraums entlasten kann. Bei der vorrangigen Behandlung des ÖPNV im Straßenraum versucht man die Fahrzeiten zu verringern, die Verspätung abzubauen und die Fahrten sicherer und wirtschaftlicher zu gestalten. Die konventionellen Ansätze fokussieren sich vor allem auf punktuelle Maßnahmen wie z.B. die Bevorrechtigung an lichtsignalgeregelten Knotenpunkten. Sie wirken sich aber in konkreten Situationen nur bedingt aus. Aufgrund verschiedener Einflüsse, wie zum Beispiel der aktuellen Verkehrslage oder unvorhersehbaren Fahrgastwechselzeiten, kommt es beim ÖPNV zu Unregelmäßigkeiten im Fahrtablauf. Trotz Anwendung der Beschleunigungsmaßnahmen treten weiterhin sogar zunehmend Behinderungen und Verspätungen auf Im Rahmen der Arbeit wird eine detaillierte orts- und zeitspezifische Analyse der Ursache von Störungen durchgeführt. Die freien Strecken, Haltestellen und Knotenpunkten entlang des Fahrtverlaufs werden als Ganzheit betrachtet. Die bestehenden Ansätze werden optimiert.

Die hochbelastete Dotzheimer Straße in Wiesbaden, auf der viele ÖPNV-Linien verkehren, wird als Beispielkorridor untersucht. Nach einer Bestandsaufnahme zum Stand der Forschung und zur Situation im Korridor wird zunächst eine statistische Auswertung der zur Verfügung gestellten Daten systematisch vorgenommen. Die Daten von ESWE Verkehrsgesellschaft und des Tiefbauamts Wiesbaden werden fusioniert, in geeigneter Form aufbereitet und zielgerichtet analysiert Auf Basis der Datenauswertung und einer anschließenden Problemanalyse werden Handlungsempfehlungen zur Optimierung und Ergänzung der ÖPNV-Beschleunigung auf dem Untersuchungskorridor (Dotzheimer Straße) abgeleitet. Schließlich werden Empfehlungen für die Optimierung der bestehenden Ansätze zur Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs in allgemeiner Situation ausgearbeitet. Dafür werden sowohl verkehrsbetriebliche bzw. -technische Aspekte als auch planerische und organisatorische Aspekte berücksichtigt.

Im ersten Schritt wird auf Grundlage der Analyse der Literaturrecherche das Zielsystem der ÖPNV-Beschleunigung dargestellt Anschließend werden mögliche Ursachen und Einflüsse der Störungen im ÖPNV-Betrieb und allgemeine Maßnahmen zur ÖPNV-Beschleunigung analysiert. Je nach ihren Ursachen werden die Störungen jeweils zu den Gruppen Fahrplan und Betriebsabwicklung, Störungen an Haltestellen, Störungen auf freier Strecke, sowie Störungen an Knotenpunkten mit und ohne LSA zugeordnet. Entsprechend werden haltestellebezogene, streckenbezogene- und signalprogrammbezogene Maßnahmen im Einzelnen erläutert. Sie werden durch Maßnahmen ergänzt, die auf signaltechnischen Sonderformen basieren.

Im zweiten Schritt wird zunächst eine Bestandsaufnahme und eine Problemanalyse am Bespiel der Dotzheimer Straße durchgeführt. Bei der Bestandsaufnahme zur Situation im Korridor werden die Lage und Bedeutung des Korridors im Netz, der Verlauf der Straße sowie ihr Umgebungsgebiet aus städtebaulicher Sicht beschrieben, gefolgt von der Darstellung der weiteren Hintergrundinformationen, wie z.B. den Nutzungsgruppen im Korridor, den signalisierten Knotenpunkten und Haltestellen entlang des Korridors. Der Kernbestandteil der Problemanalyse ist die zielgerichtete Datenauswertung. Dabei werden zunächst die relevanten Informationen wie die Datenquellen, die Datengrundlagen und die Erfassungssysteme sowie angewendete Auswertungsprogramme als Grundlage der Auswertung vorgestellt. Dann wird auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten jeweils eine Beförderungszeitanalyse, eine Zeitverlustanalyse, eine Haltestellenaufenthaltszeitanalyse und Fahrplanabweichungsanalyse sequenziell durchgeführt Aus dem Ergebnis der Datenanalyse werden die untersuchungswürdigen Stellen ermittelt. Diese können Straßenabschnitte, Knotenpunkte und Haltestellen mit hoher Störungswahrscheinlichkeit sein. Dann werden solche Strecken- bzw. Infrastrukturelemente in ganzheitlicher Weise betrachtet, um die ÖV-Zeitelemente überlagert zu analysieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Datenauswertung ist die Analyse von Wechselwirkungen zwischen MIV und ÖV. Dabei werden MIV-Stärke und ÖV-Zeitelemente für ausgewählte Abschnitte und Knotenpunkte miteinander verknüpft und korreliert. Das Ergebnis hat gezeigt, dass die Korrelation bei MIV-Stärken im mittleren Bereich größer ist. Die ausführliche Datenauswertung wird durch Beobachtung vor Ort ergänzt, damit die Problemanalyse vervollständigt wird. Zum Schluss dieses Kapitels werden die Störungsursachen auf Grundlage der durchgeführten Analysen und der Befragung von Betreuern von beteiligten Stellen ermittelt.

Im dritten Schritt werden konkrete Maßnahmen zur Beseitigung der ermittelten Störungen entwickelt. Die betrieblichen und baulichen Rahmenbedingungen werden mitberücksichtigt Anschließend werden auf Basis der im Verlauf der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse allgemeine Empfehlungen abgeleitet. Diese beziehen sich nicht nur auf anzuwendende Maßnahmen, sondern auch auf die Anforderungen an die Datengrundlagen, die Vorgehensweise bei der Datenanalyse und die Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Stellen. Aus dem technischen Aspekt werden die Empfehlungen ermittelt, um die vorhandenen Daten besser zu nutzen, die Datengrundlagen zu vervollständigen und die hochwertigere Datenerfassung und Datenaufbereitung zu erzielen. Aus dem organisatorischen und dem planerischen Aspekt werden Vorschläge zur Bildung von Projektorganisation und zur Verbesserung der Qualitätsbewertung erarbeitet.

Typ des Eintrags: Masterarbeit
Erschienen: 2011
Autor(en): Zhu, Lijia
Titel: Optimierung bestehender Ansätze zur ÖPNV-Beschleunigung
Sprache: Deutsch
Kurzbeschreibung (Abstract):

Im Straßenverkehr kommt es mit dem zunehmenden Verkehrsaufkommen trotz Anwendung verschiedenartiger Maßnahmen immer mehr zu Stauungen im Straßennetz. Um dem entgegenzuwirken, wird es versucht, der Anteil des öffentlichen Personennahverkehr; (ÖPNV) zu erhöhen, da der ÖPNV höhere Beförderungseffizienz gegenüber den MIV bietet und daher die Anzahl der aktiven Verkehrsteilnehmer verringern und die Kapazitäten des Straßenraums entlasten kann. Bei der vorrangigen Behandlung des ÖPNV im Straßenraum versucht man die Fahrzeiten zu verringern, die Verspätung abzubauen und die Fahrten sicherer und wirtschaftlicher zu gestalten. Die konventionellen Ansätze fokussieren sich vor allem auf punktuelle Maßnahmen wie z.B. die Bevorrechtigung an lichtsignalgeregelten Knotenpunkten. Sie wirken sich aber in konkreten Situationen nur bedingt aus. Aufgrund verschiedener Einflüsse, wie zum Beispiel der aktuellen Verkehrslage oder unvorhersehbaren Fahrgastwechselzeiten, kommt es beim ÖPNV zu Unregelmäßigkeiten im Fahrtablauf. Trotz Anwendung der Beschleunigungsmaßnahmen treten weiterhin sogar zunehmend Behinderungen und Verspätungen auf Im Rahmen der Arbeit wird eine detaillierte orts- und zeitspezifische Analyse der Ursache von Störungen durchgeführt. Die freien Strecken, Haltestellen und Knotenpunkten entlang des Fahrtverlaufs werden als Ganzheit betrachtet. Die bestehenden Ansätze werden optimiert.

Die hochbelastete Dotzheimer Straße in Wiesbaden, auf der viele ÖPNV-Linien verkehren, wird als Beispielkorridor untersucht. Nach einer Bestandsaufnahme zum Stand der Forschung und zur Situation im Korridor wird zunächst eine statistische Auswertung der zur Verfügung gestellten Daten systematisch vorgenommen. Die Daten von ESWE Verkehrsgesellschaft und des Tiefbauamts Wiesbaden werden fusioniert, in geeigneter Form aufbereitet und zielgerichtet analysiert Auf Basis der Datenauswertung und einer anschließenden Problemanalyse werden Handlungsempfehlungen zur Optimierung und Ergänzung der ÖPNV-Beschleunigung auf dem Untersuchungskorridor (Dotzheimer Straße) abgeleitet. Schließlich werden Empfehlungen für die Optimierung der bestehenden Ansätze zur Beschleunigung des öffentlichen Personennahverkehrs in allgemeiner Situation ausgearbeitet. Dafür werden sowohl verkehrsbetriebliche bzw. -technische Aspekte als auch planerische und organisatorische Aspekte berücksichtigt.

Im ersten Schritt wird auf Grundlage der Analyse der Literaturrecherche das Zielsystem der ÖPNV-Beschleunigung dargestellt Anschließend werden mögliche Ursachen und Einflüsse der Störungen im ÖPNV-Betrieb und allgemeine Maßnahmen zur ÖPNV-Beschleunigung analysiert. Je nach ihren Ursachen werden die Störungen jeweils zu den Gruppen Fahrplan und Betriebsabwicklung, Störungen an Haltestellen, Störungen auf freier Strecke, sowie Störungen an Knotenpunkten mit und ohne LSA zugeordnet. Entsprechend werden haltestellebezogene, streckenbezogene- und signalprogrammbezogene Maßnahmen im Einzelnen erläutert. Sie werden durch Maßnahmen ergänzt, die auf signaltechnischen Sonderformen basieren.

Im zweiten Schritt wird zunächst eine Bestandsaufnahme und eine Problemanalyse am Bespiel der Dotzheimer Straße durchgeführt. Bei der Bestandsaufnahme zur Situation im Korridor werden die Lage und Bedeutung des Korridors im Netz, der Verlauf der Straße sowie ihr Umgebungsgebiet aus städtebaulicher Sicht beschrieben, gefolgt von der Darstellung der weiteren Hintergrundinformationen, wie z.B. den Nutzungsgruppen im Korridor, den signalisierten Knotenpunkten und Haltestellen entlang des Korridors. Der Kernbestandteil der Problemanalyse ist die zielgerichtete Datenauswertung. Dabei werden zunächst die relevanten Informationen wie die Datenquellen, die Datengrundlagen und die Erfassungssysteme sowie angewendete Auswertungsprogramme als Grundlage der Auswertung vorgestellt. Dann wird auf Basis der zur Verfügung gestellten Daten jeweils eine Beförderungszeitanalyse, eine Zeitverlustanalyse, eine Haltestellenaufenthaltszeitanalyse und Fahrplanabweichungsanalyse sequenziell durchgeführt Aus dem Ergebnis der Datenanalyse werden die untersuchungswürdigen Stellen ermittelt. Diese können Straßenabschnitte, Knotenpunkte und Haltestellen mit hoher Störungswahrscheinlichkeit sein. Dann werden solche Strecken- bzw. Infrastrukturelemente in ganzheitlicher Weise betrachtet, um die ÖV-Zeitelemente überlagert zu analysieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Datenauswertung ist die Analyse von Wechselwirkungen zwischen MIV und ÖV. Dabei werden MIV-Stärke und ÖV-Zeitelemente für ausgewählte Abschnitte und Knotenpunkte miteinander verknüpft und korreliert. Das Ergebnis hat gezeigt, dass die Korrelation bei MIV-Stärken im mittleren Bereich größer ist. Die ausführliche Datenauswertung wird durch Beobachtung vor Ort ergänzt, damit die Problemanalyse vervollständigt wird. Zum Schluss dieses Kapitels werden die Störungsursachen auf Grundlage der durchgeführten Analysen und der Befragung von Betreuern von beteiligten Stellen ermittelt.

Im dritten Schritt werden konkrete Maßnahmen zur Beseitigung der ermittelten Störungen entwickelt. Die betrieblichen und baulichen Rahmenbedingungen werden mitberücksichtigt Anschließend werden auf Basis der im Verlauf der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse allgemeine Empfehlungen abgeleitet. Diese beziehen sich nicht nur auf anzuwendende Maßnahmen, sondern auch auf die Anforderungen an die Datengrundlagen, die Vorgehensweise bei der Datenanalyse und die Zusammenarbeit der verschiedenen beteiligten Stellen. Aus dem technischen Aspekt werden die Empfehlungen ermittelt, um die vorhandenen Daten besser zu nutzen, die Datengrundlagen zu vervollständigen und die hochwertigere Datenerfassung und Datenaufbereitung zu erzielen. Aus dem organisatorischen und dem planerischen Aspekt werden Vorschläge zur Bildung von Projektorganisation und zur Verbesserung der Qualitätsbewertung erarbeitet.

Fachbereich(e)/-gebiet(e): Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr > Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrstechnik
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering > Institut für Verkehr
Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften, Civil and Environmental Engineering
Hinterlegungsdatum: 05 Apr 2016 11:42
Gutachter / Prüfer: Boltze, Prof. Dr. Manfred ; Groer, M. Sc. Stefan ; Gerhard, Dipl.Kaufm Jörg
Alternatives oder übersetztes Abstract:
AbstractSprache
With the growing traffic volume in road transport, the congestion increases in the road network in spite of various measures. To counteract this trend, it is attempted to increase the share of public transport (LPT), because the public transport provides higher transport efficiency than the motorized individual traffic and therefore reduce the number of active participants and can relieve the traffic capacity of road space. The conventional approaches focus primarily on ad hoc measures such as the preemption of light signal-controlled intersections. They act in specific situations only conditionally. Due to various factors, such as the current traffic situation, or unpredictable passenger transfer times, irregularities in the trips are caused. Despite the use of acceleration measures even more delays occur. In the thesis a detailed site—and time-specific analysis of the cause of interference is performed. The free tracks, stations and junctions along the courses will be considered as a whole. The existing approaches will be optimized. The heavy loaded Dotzheimer Straße in Wiesbaden, on which many public transport lines operate, is set as the example corridor and studied in details. After a review of the status of research and the situation in the corridor, a statistical evaluation of the available data is undertaken systematically. The data from ESWE Verkehrsgesellschaft and the Civil Engineering Office in Wiesbaden are fused, processed and analyzed targeted in an appropriate form. Based on the data analysis and subsequent problem analysis recommendations for the optimization and the complement of the public transport acceleration in the corridor (Dotzheimer Straße) are derived. Finally, recommendations for the optimization of existing approaches to the acceleration of public transport will be elaborated in a general situation. Both operational and technical aspects are taken into account as well as planning and organizational aspects. In the first step is the target system of public transport acceleration presented, based on the analysis of the literature search. Subsequently, possible causes and effects of disturbances in the operation of public transport and general measures for public transport acceleration are analyzed. Depending on their causes interference is attributed to the groups schedule and operations management, disturbances at bus stops, disturbances on the open road, as well as disturbances at intersections with and without traffic signals. Accordingly, station-based, distance-based and signal-program—related measures are] discussed. They are complemented by measures based on signal—related special forms. In the second step, an inventory and analysis of problems at the examples of Dotzheimer Straße is carried out. The situation in the corridor, the location and significance of the corridor in the network, the progress of the road and its surrounding area in an urban planning perspective are described, followed by the presentation of additional background information, such as the use of groups in the corridor, signalized intersections and bus stops along the corridor. The core of the problem analysis is the targeted data analysis. Firstly, the relevant information such as the data sources, data bases and the acquisition systems and applied analysis programs are presented as the basis for evaluation. Then on the basis of data provided a transport time analysis, a time loss analysis, a residence time analysis stops and schedule variance analysis are sequentially carried out. From the result of data analysis, the areas worthy of investigation are identified. These may be road sections, intersections and bus stops with high fault probability. These routes or infrastructure elements are considered in a holistic way to analyze the PT—time elements superimposed. Another important component of data analysis is the analysis of interactions between MPT and PT. The MPT-time elements and PT volume in specific sections and nodes are linked together and correlated. The result showed that at MIT volume in the middle range arrives the correlation its largest values. The detailed data analysis is supplemented by on-site observation, so the problem analysis is completed. To conclude this chapter, the fault causes are determined on the basis of tests carried out and the survey of tutors from the agencies involved. In the third step, concrete measures to solve the identified problems are developed The operational and physical conditions are taken into account Then based on the knowledge gained in the course of the work general recommendations can be derived. These relate not only to measures to be applied, but also on the requirements for the basic data, the approach to data analysis and collaboration of various agencies involved. In technical aspect, the recommendations will be determined in order to better utilize existing data, to complete the data base and to achieve the higher quality data acquisition and data processing. In the organizational and planning aspect, proposals for the creation of project organization to improve the quality of assessment are developed.Englisch
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