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Identifikation von Resilienzindikatoren in produzierenden klein- und mittelständischen Unternehmen

Niessen, Pia (2021):
Identifikation von Resilienzindikatoren in produzierenden klein- und mittelständischen Unternehmen. (Publisher's Version)
Darmstadt, Technische Universität,
DOI: 10.26083/tuprints-00017520,
[Ph.D. Thesis]

Abstract

Klein- und mittelständische Unternehmen sind ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Volkswirtschaft. Sie stehen jedoch aktuell vor großen Herausforderungen durch die Digitalisierung und Globalisierung, die Veränderungen für die Unternehmen mit sich bringen, wobei das produzierende Gewerbe besonders betroffen ist. Diese Veränderungen können exogene oder endogene Auslöser für Krisen sein. Viele Unternehmen, die sich in einer existenzbedrohenden Krise befinden, schaffen es nicht, ihr Unternehmen zu sanieren und die Krise abzuwenden, das heißt, diese zu überleben. Es sind deshalb Lösungen gefragt, wie die Überlebensfähigkeit von produzierenden KMU gesteigert werden kann. In diesem Kontext werden verschiedene Strategien erforscht und erprobt, eines davon ist Resilienz. Resilienz wird in verschiedenen Disziplinen untersucht und deshalb unterschiedlich definiert. Angesichts dieser unterschiedlichen Konzeptualisierungen besteht eine große Forschungslücke darin, eine geeignete Metrik für Organisationen zu finden. Ein Großteil der bestehenden Literatur fokussiert sich bei empirischen Untersuchungen nur auf eine Ebene der Organisation. Die Ebene der Mitarbeitenden bietet hier die höchste Publikationsdichte. Um Resilienz auf der Ebene der gesamten Organisation zu beschreiben, müssen diejenigen Indikatoren definiert werden, die in den Organisationen zur Resilienz, als Ergebnis des Überlebens einer Krise, geführt haben. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb eine Feldstudie in sieben klein- und mittelständischen Unternehmen durchgeführt. Die erhobenen Variablen beziehen sich auf die Resilienz der Mitarbeiten (n=166) und auf verschiedene weitere Untersuchungsebenen, wobei hierbei eine Auswahl gemäß der MTO-Ansatzes nach Ulich und Strohm (1997) gewählt wurde (n=7). Auf diesen Untersuchungsebenen wurden verschiedene Organisationscharakteristika erhoben, die sich sowohl auf leistungsbezogene als auch nicht-leistungsbezogene Eigenschaften beziehen. Die Überlebensfähigkeit wurde mit Hilfe eines neu entwickelten Ratingschemas pro Unternehmen bewertet und dient als abhängige Variable. Eine anschließende Überprüfung der potentiellen Resilienzindikatoren auf ihre Vorhersage der Überlebensfähigkeit, identifizierte die Entscheidungsstärke und die Pufferkapazität als Prädiktoren. In einem zweiten Schritt wurde im Rahmen einer Laborstudie überprüft, wie die individuelle Resilienz und die individuelle Bewältigung von Arbeitsaufgaben zusammenhängen. Diese Studie (n=83) konnte keinen Nachweis dafür erbringen, dass sehr resiliente Menschen eine Arbeitsaufgabe besser erfüllen als weniger resiliente Menschen. Diese Studie offenbart, dass weiterhin unklar bleibt, ob die Resilienz der Mitarbeitenden für die Resilienz einer Organisation eine Rolle spielt. Es besteht Forschungsbedarf bei der Entwicklung eines Wirkmodells zwischen den Wechselwirkungen verschiedener Eigenschaften einer Organisation und dem Einfluss des Einzelnen innerhalb einer Organisation in Hinblick auf die Entstehung von Resilienz.

Item Type: Ph.D. Thesis
Erschienen: 2021
Creators: Niessen, Pia
Status: Publisher's Version
Title: Identifikation von Resilienzindikatoren in produzierenden klein- und mittelständischen Unternehmen
Language: German
Abstract:

Klein- und mittelständische Unternehmen sind ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Volkswirtschaft. Sie stehen jedoch aktuell vor großen Herausforderungen durch die Digitalisierung und Globalisierung, die Veränderungen für die Unternehmen mit sich bringen, wobei das produzierende Gewerbe besonders betroffen ist. Diese Veränderungen können exogene oder endogene Auslöser für Krisen sein. Viele Unternehmen, die sich in einer existenzbedrohenden Krise befinden, schaffen es nicht, ihr Unternehmen zu sanieren und die Krise abzuwenden, das heißt, diese zu überleben. Es sind deshalb Lösungen gefragt, wie die Überlebensfähigkeit von produzierenden KMU gesteigert werden kann. In diesem Kontext werden verschiedene Strategien erforscht und erprobt, eines davon ist Resilienz. Resilienz wird in verschiedenen Disziplinen untersucht und deshalb unterschiedlich definiert. Angesichts dieser unterschiedlichen Konzeptualisierungen besteht eine große Forschungslücke darin, eine geeignete Metrik für Organisationen zu finden. Ein Großteil der bestehenden Literatur fokussiert sich bei empirischen Untersuchungen nur auf eine Ebene der Organisation. Die Ebene der Mitarbeitenden bietet hier die höchste Publikationsdichte. Um Resilienz auf der Ebene der gesamten Organisation zu beschreiben, müssen diejenigen Indikatoren definiert werden, die in den Organisationen zur Resilienz, als Ergebnis des Überlebens einer Krise, geführt haben. In der vorliegenden Arbeit wurde deshalb eine Feldstudie in sieben klein- und mittelständischen Unternehmen durchgeführt. Die erhobenen Variablen beziehen sich auf die Resilienz der Mitarbeiten (n=166) und auf verschiedene weitere Untersuchungsebenen, wobei hierbei eine Auswahl gemäß der MTO-Ansatzes nach Ulich und Strohm (1997) gewählt wurde (n=7). Auf diesen Untersuchungsebenen wurden verschiedene Organisationscharakteristika erhoben, die sich sowohl auf leistungsbezogene als auch nicht-leistungsbezogene Eigenschaften beziehen. Die Überlebensfähigkeit wurde mit Hilfe eines neu entwickelten Ratingschemas pro Unternehmen bewertet und dient als abhängige Variable. Eine anschließende Überprüfung der potentiellen Resilienzindikatoren auf ihre Vorhersage der Überlebensfähigkeit, identifizierte die Entscheidungsstärke und die Pufferkapazität als Prädiktoren. In einem zweiten Schritt wurde im Rahmen einer Laborstudie überprüft, wie die individuelle Resilienz und die individuelle Bewältigung von Arbeitsaufgaben zusammenhängen. Diese Studie (n=83) konnte keinen Nachweis dafür erbringen, dass sehr resiliente Menschen eine Arbeitsaufgabe besser erfüllen als weniger resiliente Menschen. Diese Studie offenbart, dass weiterhin unklar bleibt, ob die Resilienz der Mitarbeitenden für die Resilienz einer Organisation eine Rolle spielt. Es besteht Forschungsbedarf bei der Entwicklung eines Wirkmodells zwischen den Wechselwirkungen verschiedener Eigenschaften einer Organisation und dem Einfluss des Einzelnen innerhalb einer Organisation in Hinblick auf die Entstehung von Resilienz.

Place of Publication: Darmstadt
Collation: VI, 148 Seiten
Divisions: 16 Department of Mechanical Engineering
16 Department of Mechanical Engineering > Ergonomics (IAD)
Date Deposited: 26 Mar 2021 10:14
DOI: 10.26083/tuprints-00017520
Official URL: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/17520
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-175202
Referees: Bruder, Prof. Dr. Ralph and Sträter, Prof. Dr. Oliver
Refereed / Verteidigung / mdl. Prüfung: 8 December 2020
Alternative Abstract:
Alternative abstract Language

Small and medium-sized enterprises are an essential part of the German economy. However, they are currently facing major challenges due to digitisation and globalisation, which are bringing changes for companies, with the manufacturing sector being particularly affected. These changes can be exogenous or endogenous triggers for crises. Many companies that find themselves in a crisis that threatens their existence do not manage to restructure their business and avert the crisis, i.e. to survive it. Solutions are therefore needed to increase the survivability of manufacturing SMEs. Various strategies are being researched and tested in this context, one of which is resilience. Resilience is investigated in different disciplines and is therefore defined differently. In view of these different conceptualisations, there is a major research gap in finding a suitable metric for organisations. Much of the existing literature focuses on only one level of organisation in empirical studies. The level of the employees offers the highest publication density here. In order to describe resilience at the level of the entire organisation, it is necessary to define those indicators that have led to resilience in organisations as a result of the survival of a crisis. In the present study, a field study was therefore conducted in seven small and medium-sized companies. The variables collected relate to the resilience of the employees (n=166) and to various other levels of analysis, whereby a selection was made according to the MTO approach according to Ulich and Strohm (1997) (n=7). At these levels of analysis, various organisational characteristics were surveyed, both performance-related and non-performance-related characteristics. Survivability was assessed using a newly developed rating scheme per company and serves as a dependent variable. A subsequent review of the potential resilience indicators for their prediction of survivability identified decision strength and buffer capacity as predictors. In a second step, an experiment was conducted to examine how individual resilience and individual coping with work tasks are related. This study (n=83) could not provide evidence that highly resilient people perform a work task better than less resilient people. This study reveals that it remains unclear whether employee resilience plays a role in the resilience of an organisation. There is a need for research to develop a model of the interactions between different characteristics of an organisation and the influence of individuals within an organisation on the emergence of resilience.

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