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Analyse des Einflusses unterschiedlicher Individualisierungsgrade eines Montagearbeitsplatzes

Rönick, Katharina (2020):
Analyse des Einflusses unterschiedlicher Individualisierungsgrade eines Montagearbeitsplatzes.
Darmstadt, Technische Universität, DOI: 10.25534/tuprints-00011497,
[Online-Edition: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/11497],
[Ph.D. Thesis]

Abstract

Noch immer werden Muskel-Skelett-Erkrankungen als Hauptursache für eine hohe Rate an Krankheitsausfällen angesehen. Daher ist eine nachhaltige Arbeitsgestaltung relevant, die es ermöglicht, objektive Arbeitsbedingungen individuell zu beeinflussen und so die Gesunderhaltung von Beschäftigten zu erreichen. Eine Möglichkeit dazu bieten individualisierbare Arbeitsplätze, die sich automatisiert an menschbezogene Parameter anpassen können und so Belastungen reduzieren sollen. Doch die Nutzung solcher Systeme ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Ob eine Technologie genutzt wird, hängt vom Vertrauen und der Technikakzeptanz ab, die Beschäftigte individualisierbaren Assistenzsystemen entgegenbringen. Ein weiterer wesentlicher Faktor zur Nutzungsentscheidung ist das subjektive Anstrengungsempfinden. Ein System, das von einer Person als belastend angesehen wird, kann abgelehnt werden, auch wenn es objektiv betrachtet Belastungen reduziert. Vorliegende Untersuchungen beschäftigen sich vor allem mit Höhe und Art der Belastungsreduzierung, die durch die adaptive Einstellung von Arbeitsplätzen erzielt werden kann. Welchen Einfluss solche Systeme auf das subjektive Anstrengungsempfinden und die Technikakzeptanz haben, wurde im Produktionskontext noch nicht betrachtet. Untersuchungen von Assistenzsystemen in der Luftfahrt und im Fahrzeug konnten bereits feststellen, dass eine hohe Automatisierungsstufe zu einem ablehnenden Nutzungsverhalten führt. Eine Kombination aus adaptiver Einstellung und individuell durchgeführter Nachjustierung kann Vorteile für das Nutzungsverhalten individualisierbarer Arbeitsplätze bieten. In dieser Arbeit soll festgestellt werden, inwieweit sich diese Automatisierungsstufe positiv auf Technikakzeptanz und subjektives Anstrengungsempfinden auswirkt. Zusätzlich soll der Zusammenhang zwischen subjektivem Anstrengungsempfinden und Technikakzeptanz näher untersucht werden. In dieser Arbeit wird zuerst auf Stand der Forschung und Technik von individualisierbaren Assistenzsystemen eingegangen und die Begrifflichkeiten des subjektiven Anstrengungsempfindens und der Technikakzeptanz erläutert. Anschließend wird die Funktionsweise des individualisierbaren Steharbeitsplatzes vorgestellt, der für die Untersuchung entwickelt wurde. Es folgt die Darstellung der Methodik und der Aufbau der Laborstudie, die mit 55 Versuchspersonen durchgeführt wurde. Mit den erhobenen Daten werden das subjektive Anstrengungsempfinden und die Technikakzeptanz für eine automatisierte Adaption, eine automatisierte Adaption mit individueller Nachjustierung und eine Einstellung, die von den Nutzenden selbst getätigt werden kann, miteinander verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus automatisierter Adaption und Nachjustierung eine hohe Technikakzeptanz aufweist. Außerdem konnte festgestellt werden, dass ein Zusammenhang zwischen subjektivem Anstrengungsempfinden und Technikakzeptanz besteht. Diese Erkenntnisse könnten bei der zukünftigen Gestaltung und weiteren Untersuchungen zum Nutzungsverhalten individualisierbarer Systeme berücksichtigt werden.

Item Type: Ph.D. Thesis
Erschienen: 2020
Creators: Rönick, Katharina
Title: Analyse des Einflusses unterschiedlicher Individualisierungsgrade eines Montagearbeitsplatzes
Language: German
Abstract:

Noch immer werden Muskel-Skelett-Erkrankungen als Hauptursache für eine hohe Rate an Krankheitsausfällen angesehen. Daher ist eine nachhaltige Arbeitsgestaltung relevant, die es ermöglicht, objektive Arbeitsbedingungen individuell zu beeinflussen und so die Gesunderhaltung von Beschäftigten zu erreichen. Eine Möglichkeit dazu bieten individualisierbare Arbeitsplätze, die sich automatisiert an menschbezogene Parameter anpassen können und so Belastungen reduzieren sollen. Doch die Nutzung solcher Systeme ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Ob eine Technologie genutzt wird, hängt vom Vertrauen und der Technikakzeptanz ab, die Beschäftigte individualisierbaren Assistenzsystemen entgegenbringen. Ein weiterer wesentlicher Faktor zur Nutzungsentscheidung ist das subjektive Anstrengungsempfinden. Ein System, das von einer Person als belastend angesehen wird, kann abgelehnt werden, auch wenn es objektiv betrachtet Belastungen reduziert. Vorliegende Untersuchungen beschäftigen sich vor allem mit Höhe und Art der Belastungsreduzierung, die durch die adaptive Einstellung von Arbeitsplätzen erzielt werden kann. Welchen Einfluss solche Systeme auf das subjektive Anstrengungsempfinden und die Technikakzeptanz haben, wurde im Produktionskontext noch nicht betrachtet. Untersuchungen von Assistenzsystemen in der Luftfahrt und im Fahrzeug konnten bereits feststellen, dass eine hohe Automatisierungsstufe zu einem ablehnenden Nutzungsverhalten führt. Eine Kombination aus adaptiver Einstellung und individuell durchgeführter Nachjustierung kann Vorteile für das Nutzungsverhalten individualisierbarer Arbeitsplätze bieten. In dieser Arbeit soll festgestellt werden, inwieweit sich diese Automatisierungsstufe positiv auf Technikakzeptanz und subjektives Anstrengungsempfinden auswirkt. Zusätzlich soll der Zusammenhang zwischen subjektivem Anstrengungsempfinden und Technikakzeptanz näher untersucht werden. In dieser Arbeit wird zuerst auf Stand der Forschung und Technik von individualisierbaren Assistenzsystemen eingegangen und die Begrifflichkeiten des subjektiven Anstrengungsempfindens und der Technikakzeptanz erläutert. Anschließend wird die Funktionsweise des individualisierbaren Steharbeitsplatzes vorgestellt, der für die Untersuchung entwickelt wurde. Es folgt die Darstellung der Methodik und der Aufbau der Laborstudie, die mit 55 Versuchspersonen durchgeführt wurde. Mit den erhobenen Daten werden das subjektive Anstrengungsempfinden und die Technikakzeptanz für eine automatisierte Adaption, eine automatisierte Adaption mit individueller Nachjustierung und eine Einstellung, die von den Nutzenden selbst getätigt werden kann, miteinander verglichen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Kombination aus automatisierter Adaption und Nachjustierung eine hohe Technikakzeptanz aufweist. Außerdem konnte festgestellt werden, dass ein Zusammenhang zwischen subjektivem Anstrengungsempfinden und Technikakzeptanz besteht. Diese Erkenntnisse könnten bei der zukünftigen Gestaltung und weiteren Untersuchungen zum Nutzungsverhalten individualisierbarer Systeme berücksichtigt werden.

Place of Publication: Darmstadt
Divisions: 16 Department of Mechanical Engineering
16 Department of Mechanical Engineering > Ergonomics (IAD)
Date Deposited: 08 Oct 2020 09:21
DOI: 10.25534/tuprints-00011497
Official URL: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/11497
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-114977
Additional Information:

Individualisierungsgrade; individualisierbare Arbeitsplätze; Adaption; Belastung; subjektives Anstrengungsempfinden; Technikakzeptanz

Referees: Bruder, Prof. Dr. Ralph and Metternich, Prof. Dr. Joachim
Refereed / Verteidigung / mdl. Prüfung: 24 June 2020
Alternative Abstract:
Alternative abstract Language
Musculoskeletal disorders are still considered the main cause of a high rate of absenteeism. Therefore, a sustainable workplace design is relevant in order to influence objective working conditions individually and achieve the employees’ health. One way of doing this is to provide individualizable workplaces that can automatically adapt to human-related parameters and thus reduce stress. However, the use of such systems depends on various factors such as the trust and acceptance of technology that employees place in individualizable assistance systems. Another important factor in deciding to use a technology is the perceived exertion. A system that a person regards as exhausting can be rejected, even if it objectively reduces stress. Present studies are mainly concerned with the level and type of stress reduction that can be achieved by automated adaptive workplace settings. The influence of such systems on the perceived exertion and the acceptance of technology has not yet been considered in the production context. Investigations of assistance systems in aviation and vehicles have already shown that a high level of automation leads to a rejective user behavior. A combination of automated adaptive adjustment and individually performed readjustment can offer advantages for the user behavior of individualizable workplaces. In this thesis it shall be determined which positive effect this automation level has on the acceptance of technology and perceived exertion. In addition, the correlation between perceived exertion and technology acceptance will be investigated in more detail. The thesis discusses the state of research and technology of individualizable assistance systems and explains the definitions of perceived exertion and technology acceptance. Afterwards, the functionality of an individualizable standing workstation, which was developed for the study, is presented. This is followed by a description of the methodology and the structure of the laboratory study, which was conducted with 55 test persons. The data collected are used to compare the perceived exertion and the acceptance of the technology for automated adaptation, automated adaptation with individual readjustment and a manual adjustment that can be made by the users themselves. The results show that the combination of automated adaptation and readjustment has a high level of technology acceptance. Furthermore, it was found that there is a correlation between perceived exertion and acceptance of the technology. These findings could be taken into account in the future design and further investigations of the usage behavior of individualizable systems.English
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