TU Darmstadt / ULB / TUbiblio

Motorische Kontrolle beim Stehen und Gehen – ein Vergleich von Personen mit und ohne unspezifische Schmerzen im unteren Rücken

Koch, Cathrin (2019):
Motorische Kontrolle beim Stehen und Gehen – ein Vergleich von Personen mit und ohne unspezifische Schmerzen im unteren Rücken.
Darmstadt, Technische Universität, [Online-Edition: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/8719],
[Ph.D. Thesis]

Abstract

Nicht-spezifische Schmerzen im unteren Rücken (NSLBP) stellen durch hohe Arbeitsausfälle und Kosten ein sozioökonomisches Problem für die Gesellschaft und ein bedeutsames Problem für die einzelnen Betroffenen dar. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu prüfen, ob, und wenn ja, welche Unterschiede in der motorischen Kontrolle von Personen mit nicht-spezifischen Schmerzen im unteren Rücken (NSLBP) im Vergleich zu Personen ohne NSLBP beim Stehen und Gehen bestehen. Zunächst wurden zwei systematische Literaturanalysen nach den PRISMA Leitlinien durchgeführt. Die Ergebnisse zum Stehen und Gehen und weisen auf eine veränderte motorische Kontrolle hin, die sich in einer höheren Aktivität des ES widerspiegelt und zu einer Versteifung der Lenden-Becken-Region, einer vermehrten Nutzung der Sprunggelenkstrategie und höheren Schwankungen unter erschwerten Bedingungen sowie zu einer erschwerten Koordination führt. Ausgehend von diesen heterogenen Ergebnissen wurde anschließend eine hochwertige Fall-Kontroll-Studie durchgeführt. Die multivariate Testung ergibt jedoch keinen Haupteffekt für den Faktor Gruppe beim Stehen wie beim Gehen. Die Analyse von Zusammenhängen zwischen den mittels Fragebögen erhobenen Kontrollvariablen und den Parametern der motorischen Kontrolle ergibt ebenfalls keine bedeutsamen Effekte. Begründet werden könnten diese Ergebnisse und die Nichtbestätigung der angenommenen Unterschiede durch die Komplexität der motorischen Kontrollprozesse, die geringen Anforderungen der Aufgaben, die hohe interindividuelle Variabilität der abhängigen Variablen, die verhältnismäßig gute Fitness der Studienteilnehmer mit NSLBP und die Tatsache, dass bestimmte Parameter wie eine minimale CoM-Verlagerung möglicherweise nicht adäquat zur Beurteilung der motorischen Kontrolle sind.

Item Type: Ph.D. Thesis
Erschienen: 2019
Creators: Koch, Cathrin
Title: Motorische Kontrolle beim Stehen und Gehen – ein Vergleich von Personen mit und ohne unspezifische Schmerzen im unteren Rücken
Language: German
Abstract:

Nicht-spezifische Schmerzen im unteren Rücken (NSLBP) stellen durch hohe Arbeitsausfälle und Kosten ein sozioökonomisches Problem für die Gesellschaft und ein bedeutsames Problem für die einzelnen Betroffenen dar. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es zu prüfen, ob, und wenn ja, welche Unterschiede in der motorischen Kontrolle von Personen mit nicht-spezifischen Schmerzen im unteren Rücken (NSLBP) im Vergleich zu Personen ohne NSLBP beim Stehen und Gehen bestehen. Zunächst wurden zwei systematische Literaturanalysen nach den PRISMA Leitlinien durchgeführt. Die Ergebnisse zum Stehen und Gehen und weisen auf eine veränderte motorische Kontrolle hin, die sich in einer höheren Aktivität des ES widerspiegelt und zu einer Versteifung der Lenden-Becken-Region, einer vermehrten Nutzung der Sprunggelenkstrategie und höheren Schwankungen unter erschwerten Bedingungen sowie zu einer erschwerten Koordination führt. Ausgehend von diesen heterogenen Ergebnissen wurde anschließend eine hochwertige Fall-Kontroll-Studie durchgeführt. Die multivariate Testung ergibt jedoch keinen Haupteffekt für den Faktor Gruppe beim Stehen wie beim Gehen. Die Analyse von Zusammenhängen zwischen den mittels Fragebögen erhobenen Kontrollvariablen und den Parametern der motorischen Kontrolle ergibt ebenfalls keine bedeutsamen Effekte. Begründet werden könnten diese Ergebnisse und die Nichtbestätigung der angenommenen Unterschiede durch die Komplexität der motorischen Kontrollprozesse, die geringen Anforderungen der Aufgaben, die hohe interindividuelle Variabilität der abhängigen Variablen, die verhältnismäßig gute Fitness der Studienteilnehmer mit NSLBP und die Tatsache, dass bestimmte Parameter wie eine minimale CoM-Verlagerung möglicherweise nicht adäquat zur Beurteilung der motorischen Kontrolle sind.

Place of Publication: Darmstadt
Divisions: 03 Department of Human Sciences
03 Department of Human Sciences > Institut für Sportwissenschaft
03 Department of Human Sciences > Institut für Sportwissenschaft > Sportpsychologie
Date Deposited: 23 Jun 2019 19:55
Official URL: https://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/8719
URN: urn:nbn:de:tuda-tuprints-87191
Referees: Hänsel, Professor Frank and Wiemeyer, Professor Josef
Refereed / Verteidigung / mdl. Prüfung: 9 May 2019
Alternative Abstract:
Alternative abstract Language
Non-specific low back pain poses a major socioeconomic problem. Furthermore, it restricts each affected individual in his/her daily activities. To better understand the possible underlying mechanisms, the aim of the present work is to compare motor control between individuals with and without non-specific low back pain. Two systematic analyses of literature were performed according to the guidelines of the PRISMA statement. The results for standing and walking point to an altered motor control, that is indicated by a higher ES activity and leads to a stiffened lumbar spine-pelvis region, an increased use of ankle strategy, higher oscillations under challenging conditions, and a compounding coordination. Based on these results a case-control-study was conducted to replicate the results. The multivariate testing shows no main effect for group neither during standing nor during walking. An analysis of correlations between control variables and parameters of motor control revel no considerable effects. Possible reasons for these results can be found in the complexity of control processes, the low demand of the tasks, the relatively good fitness level, the high interindividual variability of the dependent variables and the possibility, that parameters like minimal CoM-displacement are not accurate to evaluate motor control.English
Export:

Optionen (nur für Redakteure)

View Item View Item